Oktober 31

Gaffer, Rücksichtslos und gefährlich

Timmendorfer Strand 2016

Früh an einem Mittwoch Morgen wird die freiwillige Feuerwehr Timmendorfer Strand zu einem Einsatz gerufen. Das Dach eines Einkaufszentrum brennt. Das Gebäude stammt aus den 70er Jahren und ist durch Umbauten dementsprechend verschachtelt, so das sich die Löscharbeiten als schwierig und langwierig erweisen. Mehr als 150 Feuerwehrleute kämpfen Stunde um Stunde gegen die Flammen.

Eine freundliche, ortsansässige Bäckerei stellt den ehrenamtlichen Helfern  kostenlos belegte Brötchen zur Verfügung. Doch statt der Frauen und Männer von der Freiwilligen Feuerwehr greifen einige junge Gaffer beherzt zu und fragen sogar noch ob es auch Tee oder Kaffee gäbe….

 

Eine Eisdiele im Sommer 2015

Eine Autofahrerin rast mit ihrem Auto in eine vollbesetzte Eisdiele. Bei dem Unfall sterben ein 65 jähriger Mann und ein 2 jähriges Kind. Sechs weitere Menschen werden verletzt.

Retter sind dabei die Verletzten und Getöteten zu bergen als sich ein Gaffer durch die Absperrung drängt um zu filmen. Als er aufgefordert wird den Unfallort zu verlassen, holt er sich zwei Brüder zur Verstärkung. Es kommt zum Widerstand gegen Polizeibeamte.

Vor Gericht verteidigen sie sich damit, das sie sich nur um das Wohl der Opfer sorgten…

 

Der Vorraum einer Bank in Essen 2016

Ein 82 jähriger bricht im Vorraum einer Bank zusammen. Nach und nach betreten vier weitere Personen den Raum. KEINER leistet Hilfe. Selbst ein Notruf setzt keiner der vier ab. Sie steigen im Gegenteil über den hilflos am Boden liegenden Mann, tätigen ihre Bankgeschäfte und verlassen die Bank.

Erst nach langen 20 Minuten wird von einem weiteren Passanten der die Bank betritt ein Notruf abgesetzt. Zu spät für den Mann. Er verstirbt einige Tage darauf…

 

Dieses sind nur drei Beispiele über  Gaffer und unterlassener Hilfeleistung. Hier könnte anstelle eines Berichtes auch ein Buch entstehen. Unzählige Geschichten gibt es über das Phänomen GAFFER.

Was ist dass, das  „Menschen“ dazu bringt sich am Leid anderer zu ergötzen und sogar über hilflose Personen zu steigen anstatt zu helfen?

Verrohung, Gefühlskälte, Menschenverachtung, Gleichgültigkeit?

Wie können sie nachts schlafen ohne die Opfer vor sich zu sehen sobald sie die Augen schließen? Vermutlich gut. Sind sie sich doch meist gar nicht im klaren darüber, dass es verwerflich ist was sie da getan, bzw. nicht getan haben.

Vielleicht meinten die jungen Gaffer am Timmendorfer Strand sie hätten ein Anrecht auf die Brötchen. Schließlich wird man hungrig beim stundenlang zusehen müssen wie Freiwillige ein Feuer löschen.

Vielleicht fanden die Männer an der Eisdiele, dass sie ein Recht hätten die Opfer zu filmen. Wahrscheinlich bekommt man viele Klicks im Internet bei einer Veröffentlichung.

Vielleicht dachten die vier Besucher in der Bank, dass sie ja  sowieso keine Ahnung hätten wie man dem Mann hätte helfen können. Dann lässt man ihn eben liegen. Wird schon jemand kommen der hilft.

Solange diese „MITMENSCHEN“ kaum eine härtere Strafe erwarten müssen außer einem Klaps auf die Finger wird sich kaum etwas ändern. Dabei kann so etwas wie ein Unfall oder ein Krankheitsbedingter Notfall jeden von uns und jederzeit treffen. Und jeder von uns wäre froh in so einem Fall sofortige Hilfe zu bekommen und darüber, dass unsere Menschenwürde geachtet wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

Oktober 27

Ein Wort zu HALLOWEEN

In einigen Tagen, in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November ist es wieder soweit.

Halloween 

Bei Halloween scheiden sich die Geister. Während es viele, vor allem Kinder, lieben, denken einige, besonders Erwachsene, mit Schaudern an den 31. Oktober.

Denn in der Nacht zum 1. November ziehen sie jedes Jahr aufs Neue los. Bei Einbruch der Dunkelheit werden aus harmlosen Kindern grauenvolle Monster. Bei manchen ist, nach Meinung der Eltern, dieser Übergang fließend.

Dann laufen sie wieder, die Harry Potters, Prinzessinnen,  Darth Vaders und Monster aller Art. „Bewaffnet“ mit Taschen und Tüten klingeln sie an den Haustüren und fordern mit dem bekanntem Satz,

 Süßes oder Saures  

das ihnen Leckereien geschenkt werden.

Soweit die Kurzfassung wie wir in Deutschland diese Geschichte kennen.

„Natürlich ist dieser Wahnsinn mal wieder aus Amerika“ und „Muss ja alles nachgemacht werden was von da kommt“ das sind Kommentare die man oft hört. Doch kommt dieser Brauch tatsächlich aus Amerika?

NEIN!      

Auch wenn die Amerikaner diesen Brauch mit ihrem bekannt großen Aufwand begehen, denn DAS ist Amerikanisch, stammt er mitnichten aus dem Amerikanischen.

Millionen Irischer Auswanderer brachten ihn um 1840 mit ins gelobte Land. Und nach einigen Veränderungen trat er irgendwann seine Rückkehr nach Europa an.

Die Iren nennen es Samhain . Ob es sich dabei um einen keltischen oder christlichen Brauch handelt, darüber gibt es verschiedene Meinungen.

Am Samhain Abend, so glauben die Iren, wird ein Tor geöffnet, durch den die Verstorbenen auf die Erde kommen um ihre Verwandten zu besuchen.  Sie werden mit Licht und Leckereien begrüßt.

Andere meinen sie kommen zurück um sich zu rächen und die Seelen der Lebenden zu stehlen. Mit den Verkleidungen und dem lauten Geschrei will man die Geister vertreiben

Heute wird dieses Fest in vielen Länder, hauptsächlich von Kindern, gefeiert. Die einstigen Verkleidungen richten sich heute nach bekannten Filmen und dienen mehr dem Spaß als der Abschreckung.

Natürlich wird es, wie bei allen Dingen die eigentlich Spaß machen sollen auch übertrieben. Einige Kids werfen Eier an Hauswände und in Hausflure falls der Wunsch nach süßem nicht entsprochen wird. Da werden auch schon mal Böller in Briefkästen gesteckt. Das geht ganz klar zu weit und hat auch nichts mit Spaß zu tun aber leider gibt es sie immer und überall, diese Spielverderber, die sich nicht an die kleinste Regel halten können. Doch der überwiegende Teil der Kinder wollen einfach nur ihren Spaß und benehmen sich, wie sich Kinder eben benehmen die Spaß haben.

Man kann nun von diesem Fest halten was man will aber meiner Meinung nach sollten wir  unseren Kindern diese Nacht gönnen. Es bedeutet sie dürfen im Dunkeln draußen sein. Sie dürfen an fremden Haustüren klingeln. Sie dürfen uns Erwachsenen „Angst“ machen und statt Strafe gibt es dafür sogar noch Süßigkeiten.

Bei mir wird auf jeden Fall wieder eine Schale mit Süßigkeiten und eine mit Obst auf dem Schränkchen im Flur stehen und darauf warten das „schreckliche Monster“ kommen um sie zu plündern.

In diesem Sinne

Fröhliches Halloween

 

 

 

Oktober 20

WebDays 2016 – Jugendliche äußern ihre Meinung

Foto: WAZ Jürgen Theobald

 

Was sind die WebDays?

„WebDays“ ist ein Projekt der IJAB (Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der BRD e.v.), dessen Vorreiter „Watch your Web“ im vergangenen Jahr erstmalig stattfand.
Zu diesem Projekt konnten sich deutschlandweit Jugendliche zwischen 15 und 21  anmelden. 62 Teilnehmer wurden aus der Vielzahl der Anmeldungen ausgesucht und nach Berlin in das Pegasushostel eingeladen. Vom 14.10.2016 bis zum 16.10.2016 sollte ein erlebnisreiches Wochenende in statt finden. Den Teilnehmern wurde die Aufgabe gestellt,  in vier verschiedenen Kursen, Big Data + Netzpolitik; Verbaucherschutz; Datenschutz + Datensicherheit und Medienkompetenz + Medienbildung, Forderungen an die Bundesregierung zu erarbeiten. Außerdem sollten sie gemeinsam mit Politikern und Größen der Sozial Medien  diskutieren. Man erwartete unter anderem den Minister für Justiz und Verbraucherschutz Heiko Maas, und den YouTuber, Rayk Anders.

 

Projektpartner waren:

klicksafe.de, die Verbraucherzentrale NRW, iRigths lab, die bpb, Think Big, Chaos macht Schule, die Servicestelle Jugendbeteiligung und Juuuport.

Finanziert wurde die Veranstaltung durch das Bundesministerium für Justiz und für Verbraucherschutz.

 

Mein persönlicher Bericht 

Vor einigen Wochen bekam ich von meinem Pfadfinderleiter einen Link, der mich zum Anmeldeformular der WebDays 2016 führte. Er erzählte mir von den WebDays und ich meldete mich direkt an. Große Chancen rechnete ich mir nicht aus, da sich wahrscheinlich viele Jugendliche für diese Veranstaltung interessieren würden.

Einige Tage später kam jedoch bekam ich eine E-Mail, in der meine Anmeldung bestätigt wurde. Es war also offiziell, ich würde für ein ganzes Wochenende nach Berlin fahren. Die Vorfreude wuchs mit jeder  E-Mail, die vom Veranstalter kam und Details zur Veranstaltung beinhaltete. Unter anderem wurde mir das Programm der Veranstaltung gemailt. Auch der Spaß sollte natürlich nicht fehlen, so kam auch eine Email, in der man mich bat einige meiner Lieblingssongs in eine Spotifyplaylist einzufügen damit diese auf der Abschlussparty gespielt werden können. Außerdem wurde eine Facebookgruppe und ein Snapchataccount erstellt. Ich war mir sicher, dass es ein geniales Wochenende werden würde.

Tag 1

Am Freitag den 14.10.2016 ging es also los.

Schon um 7:03 Uhr fuhr mein Zug. Glücklicherweise musste ich nicht alleine fahren, ein Freund von mir wurde auch angenommen und wir haben uns zuvor mit anderen Teilnehmern abgesprochen, welche den gleichen Zug nehmen wollten. So waren wir dann ein fröhliches Quartett das in Berlin ankam . Dort trafen wir am Hauptbahnhof auf zwei weitere Teilnehmer. Zusammen fuhren wir nun zum Hostel. Dass dabei eine eine Rundfahrt durch Berlin raus kam lag mehr daran, das wir uns verfahren haben.

Bei der Anmeldung bekam jeder einen Jutebeutel mit Goodies und ein Namensschild. Außerdem erhielt ich die Nachricht, dass der Kurs Urheberrecht + Cybermobbing, für den ich gemeldet war, leider nicht stattfinden konnte, da die für den Kurs zuständige Leiterin erkrankt war. Als Alternative trug ich mich in den Kurs Medienkompetenz + Medienbildung ein.
Zunächst aber ging es zum Mittagessen. Danach zu einer Begrüßungsveranstaltung, bei der wir von den einzelnen Organisationen begrüßt wurden. Weitere Details wurden verkündet. Der CCC und live zeigte uns, wie leicht man unsere Handys und PC´s  hacken kann.

Anschließend spielten wir zum kennen lernen und Auflockerung ein kleines Spiel. Danach verteilten wir uns in die verschiedene Kurse.

Wir sollten als erstes gemeinsam unsere Meinungen zu den einzelnen Themen unserer Kurse erarbeiten. Dabei lernten wir uns alle noch besser kennen. Gegen 18:30 Uhr gab es Abendbrot und anschließend ging es weiter mit den Kursen. Um 20:30 Uhr war der offizielle Teil dann vorbei und es gab eine Cryptoparty sowie die Möglichkeit, Berlin auf eigene Faust zu erforschen.

Tag 2
Der Samstag startete um 8:00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Danach besuchten wir unsere Kurse. Hier sollten wir unsere Forderungen, gemäß unseren Kursen, an die Bundesregierung und Heiko Maas formulieren. Um 10:00 Uhr begaben wir uns mit hohen Erwartungen in den großen Konferenzsaal um mit unserem Bundesjustizminister,Heiko Maas zu diskutieren. Leider erreichte uns nach einer viertel Stunde die Nachricht, dass Herr Maas nicht erscheinen könne, da sein Flug gecancelt worden sei. So mussten wir uns damit zufriedengeben, ohne ihn über unsere Themen zu diskutieren. Bis zum Mittagessen arbeiteten wir weiter in unseren jeweiligen Kursen.

Es folgte eine Informationsveranstaltung zum IT-Gipfel, an dem acht von uns teilnehmen dürfen.

Der nächste Punkt bestand aus zwei Impulsvorträgen. Einer zum Thema Cybermobbing, der andere zum Thema Online-Partizipation. Anschließend durften wir uns selbst in Gruppen einteilen, in denen wir am nächsten Tag ein eigenes Projekt planen sollten.
Zur Auflockerung und zur Freude aller, spielten wir danach  „Auf der Jagd nach Mr. X“, bei dem es quer durch Berlin ging. Nach unserer Rückkehr zum Hostel gab es Abendbrot und anschließend eine Abschlussparty mit verschiedenen Aktionen. Unter anderem eine Fotobox und das Ausprobieren von Makey-Makey, das es auch gleich zu gewinnen gab.

Tag 3
Der letzte Tag begann wie der Samstag.

8 Uhr Frühstück, anschließend ging es in die Projektgruppen. In meiner Gruppe sollten wir einen YouTube-Channel und einen Blog planen.  Beim Namen des Blogs einigten wir uns auf  „You(th)can“. Hier soll Jugendlichen und Interessierten die Möglichkeit geboten werden zu diskutieren und ihre Meinung zu aktuellen Themen zu äußern. 

Nach dem Mittagessen stellten wir unsere Projekte vor und stimmten anschließend ab, welches Projekt gewonnen hatte.

Der letzte Programmpunkt des Wochenendes war eine Podiumsdiskusion mit Saskia Esken (SPD), Dagmar Hartge (Datenschutzbeauftragte Brandenburg), Falk Grabsch (nexus & CCC), einem Vertreter des Referats für Verbraucherschutz und dem YouTuber Rayk Anders.

Nach der Verabschiedung fuhren wir zu viert wieder nach Hause. Es war ein lohnendes Wochenende, an dem wir viel Neues erfahren haben und sogar die ein oder andere Freundschaft geschlossen wurde. Einige von uns werden über Social Media in Kontakt bleiben.
Ich hoffe, dass dieses Projekt auch im nächsten Jahr fortgesetzt wird. Denn ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass dieses Wochenende eine super Erfahrung für mich war, die ich nicht missen möchte. Im Gegenteil, ich wünsche mir mehr davon und bin dankbar dabei gewesen zu sein.

Auch die WAZ berichtet über dieses Wochenende.

 

 

Oktober 17

Alle(ine) gegen Nazis

Bottrop gegen Nazis. Das ist der Name einer Gruppe Mutiger, die sich am 25. August 2015 gegründet hat um sich den Rechten in unserem Land entgegenzustellen. Eine Gruppe unter unendlich vielen.

Nun steht sie vor dem Aus. Nicht etwa weil die Gefahr von Rechts gebannt wäre oder sie einfach keine Lust mehr hätten. Nein, es ist so viel schlimmer. Die Gruppe wird wohl aufgeben um das Leben ihrer Betreiber und deren Familien zu schützen. Beleidigungen und Hasskommentare  haben sie für ihr Engagement ertragen müssen. Aber sie gaben nicht auf. Doch nun geht es um ihr Leben und das ihrer Familien. Es ist eine Schande, dass wir in Deutschland wieder Angst vor der rechten Nazibrut haben müssen. Das wir nicht mehr unsere Meinung sagen und schreiben dürfen ohne Repressalien von Verbrechern zu befürchten.

Zivilcourage fordert die Regierung von den Bürgern. Sich auflehnen gegen Fremdenhass, Intoleranz, Rassismus und Extremismus. Das hört sich auch erstmal gut und richtig an. Ist es eigentlich auch. Aber eben nur eigentlich. Denn so sehr wir Menschen in Deutschland uns zusammenschließen, so sehr wir uns organisieren, am Ende werden wir von der Regierung im Stich gelassen. Man lässt zu, dass man uns beleidigt, diffamiert. Sogar vor Morddrohungen schreckt das braune Pack nicht zurück. Die Polizei oder zumindest ein großer Teil, macht es Demonstranten gegen Pegida, AfD und anderen Naziaufmärschen sehr schwer. Sie werden eingekesselt oder von Gegendemonstrationen abgehalten. Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die deutsche Justiz eingreifen muss. Zeichen setzen und das deutlich, schnell und unbürokratisch. Mit einem Klaps auf die Finger und dem Hinweis wieder lieb zu sein, ist es nicht länger getan.

Morddrohungen können laut §241 Absatz 1 StGB mit bis zu einem Jahr Gefängnis oder einer Geldstrafe bestraft werden.

Es ist an der Zeit, dass die Gesetze vollends ausgeschöpft werden. Sprich ein Exempel zu statuieren, dass den Bedrohern zeigt, dass sie mit sowas nicht durchkommen und dass die Menschen in unserem Land geschützt werden vor solchen Verbrechern.  Das gleiche gilt im übrigen für jede Gewalttat.

Die große Mehrheit der Bevölkerung ist bereit sich gegen die Extremisten in unserem Land zu stellen.

Ich fordere von der Regierung und der Justiz,  dass sie dabei an und auf unserer Seite sind. Und das nicht nur mit Worten sondern mit Taten.

Oktober 13

Eine Stadt wächst über sich hinaus

Es war am Morgen des 22. Juli 2015 als völlig unerwartet die Nachricht kam das Flüchtlinge in Witten untergebracht werden sollten. Soweit so gut. Dass sie Flüchtlinge schon am Abend desselben Tages eintreffen sollten machte eine schnelle aber effektive Organisation von Nöten.

Nach einer Krisensitzung im Rathaus wurde eine Turnhalle bestimmt, die hergerichtet werden sollte um die ersten Flüchtlinge zu beherbergen.

Mit Hilfe des DRK Witten, dem ASB, der Feuerwehr und des THW wurde die Jahnhalle in eine Notunterkunft umgebaut. Die Zusammenarbeit der Organisationen sollte sich in den nächsten Monaten vertiefen.

Viele Menschen, auch und besonders aus der Wittener Bevölkerung, sollten sich in der folgenden Zeit einfinden um ihre Hilfe anzubieten. Es war überwältigend. Eine Welle der Hilfsbereitschaft zog quer durch die kleine Stadt. Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entstand wo vor kurzem noch jeder seine eigenen Weg ging und kaum einer den anderen kannte. Wie es eben so ist in unseren Städten.

Am ersten Tag meldeten sich bereits 130 Freiwillige beim DRK die helfen wollten.Und diese Hilfsbereitschaft sollte sich in den nächsten Wochen und Monaten fortsetzen. Am Ende sollten es an die 700 Freiwillige jeden Alters sein die sich in den Dienst der guten Sache stellten.

So fuhren nun also am Abend des 22 Juli 2015  Busse mit ersten Flüchtlingen an der Jahnhalle vor.

Die Menschen in den Bussen schauten mit erschöpften Gesichtern auf die Menschen mit zuversichtlichen Gesichtern die zum Empfang bereit standen.

Ein erstes zaghaftes Lächeln bei den Kindern als sie unter dem Empfangskomitee einen Clown entdeckten.

Ein Slogan wurde bald gefunden und über die Stadtgrenzen hinaus bekannt,

„Witten engagiert sich“ und „Hand in Hand“ 

Großer Beliebtheit erfreute sich das sogenannte

PICNIC INTERNATIONAL

picnic Quelle des Fotos DRK Witten

 

Das erste Zusammentreffen der Wittener Bevölkerung  mit den Flüchtlingen war ein weiterer Meilenstein und wurde, auf Grund seines riesigen Erfolges und auf Wunsch der Bürger, immer gefeiert wenn Neue Flüchtlinge eintrafen. Es wurden Salate, Kuchen, Suppen und viele andere Köstlichkeiten mitgebracht. In der Unterkunft wurde ebenfalls, mit Hilfe der Flüchtlinge, gekocht und gebacken.

Am Schluss bogen sich die Tische unter der Vielfalt der Speisen die von allen gerne angenommen wurde. Unter einem strahlend blauen Himmel traf man sich später auf der großen Rasenfläche hinter der Halle. Viele hatten Decken mitgebracht und es war köstlich mit anzusehen wie sich Menschen die kein Wort des anderen verstehen konnten mit Händen und Füssen verständigten.

Kinder aller Nationen spielten miteinander als würden sie sich schon ewig kennen. Es ist doch eigentlich so einfach.

picnic2Quelle des Fotos DRK Witten

Fazit: Auch wenn es hin und wieder zu Spannungen kam, was völlig normal ist wenn viele Menschen auf engstem Raum zusammen leben und arbeiten, war diese Unterkunft ein Vorzeigemodell wie es gehen kann.

Mit der Hilfe vieler kann vielen geholfen werden.

Die folgenden Monate waren gleichsam ereignisreich und spannend und zeigten wie hilfsbereit die Menschen in Witten, einer Stadt an der Ruhr, mitten im Pott sind.

 

 

 

 

Oktober 10

Der amerikanisch/russische Krieg IN und UM Syrien ?!?

Das Morden hört einfach nicht auf. Inzwischen ist es für die beiden kriegführenden Nationen nicht einmal mehr relevant, was ihre Bomben dem Erdboden gleich machen. Genfer Konventionen scheinen nicht mehr zu zählen in den neuzeitlichen Kriegen. Da werden Zivilisten, angeblich aus Versehen, getötet um den Druck auf die Gegner zu erhöhen. Krankenhäuser und Wasserreservoirs werden zerstört, Hilfskonvois beschossen.

Dabei wollten die beiden Supermächte doch nur „helfen“in der Auseinandersetzung zwischen Assad Truppen und den Rebellen. Leider waren sie sich nicht einig welche Seite sie unterstützen wollten. Russland entschied sich, logischerweise, für Assad. Die Amerikaner für die Rebellen.

Die Frage stellt sich allerding,s wer hilft den Bürgern in Syrien? Sieht es doch zur Zeit danach aus, dass die Großmächte selbst mehr von diesem Krieg profitieren als Syrien.

Warum sonst werden die sogenannten Friedensgespräche so schnell aufgegeben?

Warum sonst wird nicht mal die kleinste Waffenruhe eingehalten?

Die Menschen in Syrien und allen voran die in Aleppo brauchen Hilfe, dringend und sofort. Diese bekommen sie aber nicht von den Supermächten, insbesondere nicht von Russland, das in Aleppo nur eine Stadt sieht, die einzunehmen strategisch wichtig ist für die Fortsetzung des Krieges.

Humanitäre Hilfe gibt es. Sie wird nur nicht zugelassen. Die Menschen in Aleppo werden als menschliche Schutzschilde missbraucht. Nicht um das eigene Leben zu schützen sondern um die Gegner zu erpressen.

Kriege sind widerwärtig. Dieser ist ein grausiges Beispiel dafür.

 

 

 

Oktober 6

Hartz IV! Leben oder Überleben?

Hier entsteht kein Bericht, der erklärt wie Hartz IV funktioniert. Das könnte ich auch gar nicht. Dazu ist dieses Thema zu komplex und ich zu wenig kompetent.

Das einzige was ich weiß, dass der Regelsatz für eine Person von 404.- Euro auf sagenhafte 409.- Euro angehoben wurde. Soll heißen, die Lebenshaltungskosten einschließlich Strom, Telefon und Versicherungen müssen genauso davon bestritten werden wie Lebensmittel, Hygieneartikel und Kleidung. Der Rest? wird für Luxusartikel wir Rauchen, Kino oder ähnlich „unnützen“ Zeug ausgegeben.

Ich persönlich kenne niemanden der freiwillig lieber Hartz IV bezieht als sein Geld durch Arbeit zu verdienen. Allerdings weiß ich sehr wohl, dass es auch solche gibt. Für Menschen mit kleinen bzw. gar keinen Lebensziel, mag dass Geld vom Amt die richtige Wahl sein.

Die meistens wünschen sich für ihre Familie allerdings mehr. Mal Urlaub am Meer, in den Bergen oder auf dem Bauernhof. Feiertage mit einem schönen Essen und kleinen Geschenken. Keine schlaflosen Nächte weil man seinem Kind, trotz Sparsamkeit an allen Ecken, nicht das heiß ersehnte Geschenk machen kann. Dabei ist hier nicht die Rede von einem Fahrrad oder gar Pony. Es geht um ein Buch, eine CD der Lieblings Band. Kleine Wünsche eben.

Einige werden sagen,  „Das wird man sich doch wohl auch mit Hartz IV erlauben können.“ Im Prinzip schon. Aber eben nur im Prinzip. Wären da nicht all diese „kleinen“ Ausgaben die auch von diesem Regelsatz bezahlt werden müssen.

Da wäre die Schule. Da dürfen die Kinder die Rückseiten der Schulhefte und Blöcke nicht nutzen. Das sieht nicht gepflegt aus. Möchte das Kind sein Abitur machen, muss ein Taschenrechner gekauft werden der 100 Euro und mehr kostet. Das sind kleine Computer in Taschenformat. Ein Laptop kommt zusätzlich. Den hat aber doch heute jeder. Ja, jeder der ihn sich leisten kann von einem zweiten ganz zu schweigen. Kein Schulbuch kann von jüngeren Geschwistern weiter genutzt werden da jede Schule, ja sogar jeder Lehrer seine eigene Vorstellung hat welche Bücher besser sind für den Unterricht.

Aber 1+1 bleibt doch 2, egal in welchem Mathematik Buch. Der zweite Weltkrieg endete im Mai 1945, egal in welchem Geschichtsbuch, Die Kontinente und Länder haben in jedem Geographiebuch die gleichen Namen. Das sind unveränderliche Tatsachen die sich nicht verändern weil das Buch von einem anderen Verlag gedruckt wird.

Diverse Schulausflüge, die heutzutage ein Budget beanspruchen dass man, mit etwas Glück für einen kleinen Urlaub einer dreiköpfigen Familie verwenden kann.

Kleine Kinder brauchen am laufenden Band neue Schuhe bzw. Kleidung, weil die alten ihnen zu klein werden. Von den Dingen die für Kinder und Jugendliche nahezu lebensnotwendig sind wie schicke Klamotten und Handy, will ich gar nicht schreiben, da solche Dinge ja nicht das überleben sichern. Für uns Erwachsenen, zumindest für die meisten, ist das klar. Aber Kinder und Jugendliche leben in einer anderen Welt.

Das haben sie übrigens zu jeder Zeit und das ist auch ihr verdammtes Recht. 

Das, sind Ausgaben die der Regelsatz nicht einkalkuliert. Da wird nur gerechnet was der Mensch zum Überleben benötigt. Überleben und leben haben allerdings nicht viel gemein. Vor allem nicht für unsere Kinder.

Oktober 4

Tag der Deutschen Einheit

Zum 26 mal feierten wir gestern unseren Tag der Deutschen Einheit. Ein Tag der eigentlich Freude bedeutet.

Doch leider gab es Mitbürger die diesen Tag dazu nutzen unsere Regierung als Vaterlandsverräter zu beschimpfen und ausländerfeindliche Parolen zu skandieren.

Es war einfach nur beschämend. Während in der Frauenkirche in Dresden alle Religionen vertreten waren und Gäste aus aller Welt eine stimmungsvolle Feier erlebten, tobte draußen der Mob.

Trillerpfeifen und Hasstiraden, Affenlaute in Richtung der dunkelhäutigen Gäste statt Gebete und Freude.

Immer wieder kam der Ruf,

„Wir sind das Volk“

Dieser Ruf, der im Herbst 1989 noch so viel Hoffnung verbreitete, der Menschen die Freiheit brachte ein Leben führen zu dürfen wie sie es wollten,  ist in letzter Zeit zu einem Ruf des Hasses und falsch verstandenen Demokratie geworden.

Einige hundert, die außer wüste Beschimpfungen keine Aussagen zu machen in der Lage sind.

Nein, ihr seid nicht das Volk.

Denn auch wenn es leiser und friedlicher war, die 450.000 die in Dresden diesen Tag gefeiert haben wie es ihm gebührt. Dass ist das Volk. Die vielen Millionen die in ganz Deutschland gefeiert haben, das ist das Volk.

Sehr  verwunderlich, mutete der letzte Satz der Polizei an, nachdem allgemeine Verhaltensregeln an die Pegidademonstranten ausgegeben wurden.

„Wir wünschen ihnen einen erfolgreichen Tag“

Unfassbar. Da stellt sich doch die Frage, wo steht die Polizei in Sachsen?

Danach gab es zum Dank von den Demonstranten ein kleines Liedchen für die Polizei.

eins, zwei, drei, Danke Polizei.

Auch das Kundgebungen in der Stadt verboten waren hat die Polizei in Dresden wohl vergessen. Es wurde nicht eingegriffen als hunderte riefen

„Merkel muss weg“ und die Politiker als Volksverräter betitelte.

Wie können Menschen, diesen Tag so verunglimpfen? Irgendjemand sollte ihnen mal das Wort Demokratie erklären. Denn es bringt nicht nur Rechte sondern auch Pflichten. Ob diese Leute allerdings daran interessiert sind ist mehr als zweifelhaft.

Liebe Demonstranten. Demokratie geht anders.