Dezember 29

Ein Jahr geht

Das Jahr 2016 geht. Ein sehr emotionales Jahr. Kaum jemand wird ihm hinterher weinen. Zu viel Trauriges hat es uns gebracht.

Zu viel Krieg

Zu viel Terror

Zu viel Gewalt

Zu viel Hass

Zu viel Gleichgültigkeit

Zu viel Gefühllosigkeit

Zu viel Trauer

Zu viel von all jenen Gefühlen, die ein Leere hinterlassen im Magen und im Herzen.

Hunderte starben durch Terror, Tausende starben im Bombenhagel, abertausende an Hunger. Eines haben diese Toten gemein, sie starben alle durch Gefühlskälte, Hass und Gleichgültigkeit. Und noch eins haben sie gemein, ihr Tod war so unendlich sinnlos. Auch diejenigen die Bomben schickten gehören, obwohl sie noch leben, zu den Toten. Sie haben ihre Herzen abgegeben. Für Macht und für Geld. Nun haben sie dort, wo einst ihr Herz war, ein Loch. Ein Loch, das niemand jemals wieder zu füllen in der Lage sein wird. Und ohne Herz kann man nun mal nicht leben.

Was haben die Eroberer nun von einer Stadt die sie eingenommen haben?

Die Stadt ist zerstört und ihre Bewohner, die diese Stadt zum Leben erweckt haben, sind tot oder geflohen. Was nutzen den Eroberern ihre Paläste aus Gold und Marmor? Auch noch so viele Kamine werden diese Räume jemals erwärmen. Die Kälte, die dort herrscht, kommt aus dem inneren der Menschen die hier wohnen. Sie kommt direkt aus dem Loch in dem einmal ihr Herz seinen Platz hatte.

Was haben die Menschen noch, nun da sie über das Jahr Hass, Angst und Zwietracht gesät haben?

Mehr als eine Leere kann doch nicht ihnen sein. So viel Hass und Angst wurde verbreitet. Was ist ihnen geblieben, außer die zweifelhafte Genugtuung Menschen verunsichert, verängstigt und entzweit zu haben? Sie haben den Hass, der vorher im Untergrund vor sich hin köchelte, entfacht. Es ist (noch) kein Flächenbrand aber es sind viele Feuerlohen entstanden.

Doch eines hat dieses Jahr 2016 auch gebracht.

Viel Zusammenhalt

Viel Menschlichkeit

Viel Hilfsbereitschaft

Viel Solidarität

Viel Herzlichkeit

Viel Miteinander

Viel jetzt erst Recht

Doch was haben die Menschen, die diese Gefühle mit anderen geteilt haben nun davon?

Sie spüren dieses beglückende Gefühl, das jeder kennt, der anderen Menschen schon einmal, auf welche Weise auch immer, geholfen hat. Es kann ihre Einsamkeit auslöschen und lässt sie Neues erfahren. Sie spüren eine tiefe Wärme in sich, wie sie eine Tasse Tee verursachen kann an kalten Tagen. Nur diese Art Wärme hält an. Sie vergeht nicht.

Bewahren wir uns also die Gedanken an dass, was das Jahr uns an schönes gebracht hat. Vergessen wir aber auch nicht, was bedrückend war und hässlich. Denn nur wenn wir das Böse nicht vergessen, werden wir weiter darum kämpfen können das Gute zu erhalten.

Kommen Sie gut ins Jahr 2017. Helfen wir ALLE mit, das es ein schönes Jahr wird. Versuchen wir gemeinsam unsere Welt ein bisschen besser zu machen.

Dezember 23

Frohe Weihnachten

 

 

 

 

 

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Quelle: Pixaba

 

Vor drei Monaten begann ich mit diesem Blog und schrieb schon einige Beiträge. Es sind Beiträge die ich aus dem Bauch heraus schreibe. Ob es die Themen anbelangt oder den Inhalt. Man sagte mir zu Anfang, dass man sich normalerweise auf ein bestimmtes Thema konzentrieren sollte. Nun, genau das ist nicht mein Ding. Ich wollte und will schreiben was mich gerade bewegt, was mir wichtig ist. Es sind Dinge, die jeden von uns wohl irgendwann mal durch den Kopf gingen, am Herzen oder auf der Seele lagen. Wenn ich damit einige Menschen erreiche, denen gefällt was ich schreibe oder die sich mit dem ein oder anderen Beitrag sogar identifizieren können, ist es umso schöner für mich.

Bestimmt ist mein Schreibstil nicht der eines Journalisten oder gar Buchautors. Aber das bin ich auch nicht und es liegt auch nicht in meinem Interesse einer zu werden. Meinen Blog soll jeder lesen können ohne nach jedem zweiten Satz erstmal Google zu befragen was der ein oder andere Begriff bedeutet. So ergeht es mir nämlich oft, wenn ich etwas lese. Dann verliere schnell die Lust, den Bericht oder das Buch bis zum Ende zu lesen. Aus diesem Grund verzichte ich beim Schreiben meiner Beiträge nach Möglichkeit auf Fremdwörter.

Das ich nun nach dieser relativ kurzer Zeit schon so viele Besucher habe, von denen einige meinen Blog sogar regelmäßig lesen, macht mich schon etwas stolz. Gut, den Pulitzerpreis werde ich wohl nie erhalten was aber nur daran liegt, dass dieser Preis in Deutschland nicht verliehen wird. 😉

Heute schreibe ich nun meinen letzten Beitrag vor Weihnachten. Mit diesem möchte ich mich bei Ihnen allen ganz herzlich bedanken und hoffe, dass Sie meinen Blog auch weiterhin besuchen werden. Ich würde mich freuen, dass ein oder andere Feedback von Ihnen zu bekommen. Nutzen Sie dazu die Kommentar Funktion. Sie finden diese direkt unter den Beiträgen. Sie können sich auch registrieren, so dass sie per E-Mail informiert werden wenn ein neuer Beitrag online gestellt wird.

Nun wünsche ich Ihnen allen ein Frohes und besinnliches Weihnachtsfest im Kreise ihrer Lieben. Lassen Sie es sich gut gehen und bleiben oder werden Sie gesund.

Liebe Grüße und vielen Dank Ihre

Gaby Worien

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Quelle: Pixabay

 

 

Dezember 22

Die Medien von Funk, TV, Zeitung und Internet

 

Jeden Tag berichten darüber sie darüber, was in der Welt und in unserem Land vorgeht. Die Medien. Wir hören und lesen Nachrichten, die sie uns übermitteln. Manche von uns lesen die Schlagzeilen und gestalten sich den Bericht darunter wie er ihrem Weltbild entspricht. Wieder andere lesen den Beitrag teilweise und formulieren den Rest selbst. Nur wenige lesen die Artikel bis zum Ende und versuchen zu verstehen was sie bedeuten. Genau so verfahren wir mit den Nachrichten aus Funk und Fernsehen.

Um das gleich klar zu stellen, es gibt durchaus Medien, die nach bestem Wissen und Gewissen berichten. Doch leider gibt es davon nur noch wenige. Die meisten berichten Sensationslüstern. Je dramatischer und blutrünstiger die Überschrift, umso mehr Leser oder Zuhörer. Da werden Videos, die von Laien bei einer Tragödie aufgenommen wurden, ungeschnitten ins Netz gestellt oder im TV verbreitet. Auch die Mitarbeiter einiger Sender, die vor Ort sind, scheuen sich nicht, ihre Kameras ein ums andere Mal auf Opfer zu richten. Dramatisch wird auch noch gezoomt was die Kamera hergibt.

Was bei dieser Art der Berichterstattung meist zu kurz kommt, sind die Fakten.

Die sogenannten Online Zeitungen sind besonders reißerisch, und als wäre das nicht schon schlimm genug, besitzen sie eine Doppelmoral die ihresgleichen sucht.

Erst wird eine fette Überschrift geschrieben, die gelesen und sofort von vielen kommentiert wird. Wen interessieren schon Fakten. Die Kommentare die unter diesen Schlagzeilen stehen, lassen meist sofort erkennen was für eine Klientel da ihre „Meinung“ kundtut. Mit so viel Hass und Brutalität geschrieben, dass einem die Haare zu Berge stehen. Oft fehlen einem einfach die Worte. Doch dann geschieht das, was ich mit der Doppelmoral meine. Dieselbe Zeitung, die gerade noch diese Überschrift gedruckt hat, empört sich nun über die Schreiber der Kommentare und wirft ihnen vor Unmenschlich und Gefühllos zu sein. Das ist dann wieder eine neue Schlagzeile. Letztendlich schreiben sich derartige Zeitungen fast von selbst. Es braucht nur eine einzige Überschrift, die nächste ergibt sich aus den Kommentaren der Leser.

Nun ist es natürlich nicht die Aufgabe der Medien, Menschen zu erziehen, und jeder ist letztlich selbst verantwortlich für das, was er sagt oder schreibt. Aber, die Medien dürfen nicht die sein, die immer und immer wieder Öl ins Feuer gießen nur um ihre Auflagen zu steigern. Das grenzt meiner Meinung nach an Fahrlässigkeit. Die Wahrheitsfindung scheint nicht mehr so wichtig.

Das Mediengeschäft ist sicher hart, der Konkurrenzkampf teilweise gnadenlos. Doch das darf kein Argument sein für die Art wie die Medien mit ihren Konsumenten spielen. Mit ihren Ängsten und ihrer Verunsicherung. Guter Journalismus wird nur noch selten praktiziert und geht in der Masse leider oft unter. Das was wir Leben nennen dreht sich immer schneller. Kurzinfos sind das, was die Fakten ersetzen soll. Was dabei auf der Strecke bleibt ist die Möglichkeit hinter die Ereignisse zu blicken und damit auch auf die Wahrheit. Was zuletzt verloren geht ist die Pietät, der Anstand und das Mitgefühl.

Dezember 20

Der Anschlag in Berlin

Quelle: https://springorumkunst.wordpress.com/2013/07/23/gegenlicht/
Quelle: Silvia Springorum

Betet für Berlin

Wir wussten alle, dass es auch in Deutschland geschehen würde. Irgendwann, irgendwo. Dann, wenn wir es nicht vermuten wird der Terror auch bei uns seine hässliche Fratze zeigen. Nun ist es tatsächlich passiert. Er hat sie gezeigt seine Fratze. In einem Moment in dem Menschen sich einstellten auf ein paar schöne Stunden. Mit der Familie, mit Freunden. Auf einem Weihnachtsmarkt in unserer Hauptstadt Berlin.

Nun sind viele getötet und sehr viele, teilweise schwer, verletzt worden. Durch einen LKW, gefahren von jemanden ohne Gewissen und ohne Achtung vor dem Leben anderer.

Der 19. Dezember 2016 wird für immer mit diesem schrecklichen Ereignis in Verbindung stehen und die Vorweihnachtszeit für viele Menschen verändern.

Niemand wusste bis dahin ob es sich um einen Anschlag oder einen tragischen Unfall handelte. Selbst die Polizei die direkt vor Ort war wusste noch nichts. Nur ein „Herr“ Pretzell, Chef der AfD NRW wusste schon alles und hatte auch gleich Schuldige parat. Es war natürlich ein Flüchtling und dadurch gingen diese Toten und Verletzten, nach seiner „Meinung“ letztlich auf das Konto von Kanzlerin Merkel. Bei dieser Sorte Politiker sind wir keine anderen Reaktionen gewohnt. Die Sorte, die aus dem Unglück anderer Menschen Kapital für ihre eigene Karriere schlagen wollen. Die selbst in solch traurigen Stunden nicht davon ablassen Angst und Hass zu schüren.

Doch auch manche Fragen der Journalisten sind, trotz erforderlicher Informatiosneugier, unverständlich. Immer wieder werden verantwortliche gefragt:

Warum? Wer? Wie?

Selbst wenn die Antworten lauten, wir wissen noch nichts, die Ermittlungen fangen grad erst an, wird nachgehakt. Teilweise sind Fragen mit Informationen gespickt die sie irgendwo aufgeschnappt haben. Ich sage:

„Lasst die zuständigen Behörden ihre Arbeit machen. Gebt ihnen Zeit dieses Unglück aufzuklären. Gebt uns allen die Zeit es zu verarbeiten. Vor allem aber, gebt den Familien und Freunden der Opfer Zeit dieses Unfassbare zu begreifen. Es ist ihnen im Moment wahrscheinlich völlig egal wer der Fahrer war. Was für eine Nationalität er hat oder was für einen Glauben. Die Opfer und ihre Familien haben jetzt bestimmt andere Prioritäten. Stellen wir keine Mutmaßungen über die Täter auf. Dadurch bekommen sie mehr Aufmerksamkeit als die Opfer. Das dürfen wir nicht zulassen.“

Dezember 17

Teure Schule

Dieser Tage waren meine Enkeltöchter bei mir und wir unterhielten uns über die Schule. Die eine ist in ihrem letzten Jahr an der Schule, die andere macht ihr Abitur. So weit so gut. Was ich aber im Laufe dieses Gespräches zu hören bekam, verschlug mir fast den Atem.

Das fängt an beim Kauf eines Blockes oder Heftes. Eigentlich eine einfache Sache meinen Sie?!?! Weit gefehlt. Allein über die Art dieser Blöcke ist sich der Lehrkörper nicht einig. Der eine will unliniert ohne Rand, der andere rautiert mit Rand und wieder ein anderer liniert ohne Rand aber gelocht. Außerdem verbieten viele Lehrkräfte mittlerweile, dass auf vorder- und Rückseite geschrieben werden darf. Aus reinen Schönheitszwecken wohlgemerkt. In der nächsten Stunde wird dann wahrscheinlich über den Klimawandel gesprochen, und dass man mit den Rohstoffen der Welt sorgsamer umgehen sollte.

Das gleiche gilt für Schulbücher. Ich kenne es noch, dass Schulbücher weitergegeben wurden. Eigentlich doch nicht verkehrt. Schließlich ändert sich in der Mathematik ja nichts daran, dass 1 + 1 = 2 ist oder hat sich da seid meiner Schulzeit was geändert? Auch das Datum der Schlacht von Waterloo war und bleibt der 18. Juni 1815. Egal in welchem Buch man nachliest. Die jüngeren Geschwister haben früher die Bücher der älteren Geschwister bekommen und, man glaubt es kaum, daraus gelernt. Heute wird teilweise in Schulbüchern geschrieben und anstatt mit ihnen, in ihnen gearbeitet.

Was noch schlimmer ist, dass Bücher gekauft werden müssen, die dann nicht einmal benutzt werden. Das ist nicht nur aus ökonomischen und ökologischen Gründen unhaltbar sondern auch eine Frechheit gegenüber den Eltern die diese Bücher bezahlen müssen. Die meist sehr teuren Bücher werden nicht selten am Ende des Schuljahres völlig ungenutzt in einen Karton auf den Speicher oder den Keller verbracht. Eigentlich kann man sie auch gleich entsorgen. Für das jüngere Geschwisterkind werden sie nicht gebraucht, da dessen Lehrkörper wieder andere Bücher favorisiert. Dass von Bundesland zu Bundesland verschiedene Bücher benutzt werden, kann man mit viel gutem Willen ja noch akzeptieren. Dass diese Praxis innerhalb einer Stadt und ein und derselben Schulform Anwendung findet, erinnert allerdings stark an einen Schildbürgerstreich.

Meine Enkelin, die das Abitur macht, braucht einen speziellen Taschenrechner. Dieser ist ein Hightech Computer und hat mit den Taschenrechnern, die einige von uns kennen, so viel gemein wie ein Smartphone mit einem Telegrafen. Dementsprechend ist auch der Preis. Bekommt man einen Taschenrechner schon für ein paar Euro, kostet dieses gute Stück satte 120 Euro. Bei mehr als einem Kind das zur Schule geht kommen so schnell einige hundert Euro zusammen.

Dem Schulbuch gebührt ist im Zeitalter des Internets generell nicht mehr so viel Aufmerksamkeit wie früher. Vielmehr sollten die Schulen heutzutage besser mit Modernen Computern ausgestattet werden. Und zwar so, dass nicht ein halbes Dutzend ausrangierter PC’s  für die ganze Schule reichen müssen das jeder Schüler über einen eigenen verfügt. Es ist längst an der Zeit, dass an den Schulen der richtige Umgang mit dem Produkt, Computer sowie mit dem Medium Internet gelehrt wird. Zumal von den Schülern oft verlangt wird, ihre Hausaufgaben per E-Mail zu erledigen und zu versenden.

Natürlich plädiere ich nicht dafür, dass die Kinder und Jugendlichen aufhören sollen handschriftlich zu arbeiten. Ganz im Gegenteil, ich finde es wichtig dass die Kultur des Schreibens wieder mehr in den Fokus geholt wird. Auch ich schreibe gerne noch Briefe oder Karten an meine Lieben. Am liebsten mit einem Füller der meinen Anforderungen entspricht. Auch ein richtiges Buch zum Feierabend ziehe ich dem Lesen eines EBooks vor. Das ist allerdings Geschmacksache. Und im Urlaub am Strand ist ein EBook sogar die bessere Variante.

Für mich ist die Umsetzung zum Modernen Unterricht an deutschen Schulen entweder halbherzig oder gar nicht umgesetzt worden. Am fehlenden Geld sollte es in einem der reichsten Länder der Welt doch wohl nicht scheitern. Investieren wir nicht letztlich auch in die Zukunft unserer Kinder damit.

Dezember 17

Schlechtes Gewissen weil wir Weihnachten feiern?

imagesQuelle Bild: Colourbox

In den letzten Tagen und Wochen hört man immer mal wieder Sprüche wie:

  • Hier trinken wir auf den Weihnachtsmärkten Glühwein und hören Weihnachtslieder. Woanders fliehen Menschen vor Krieg und Terror.
  • In Syrien sterben Menschen und in Deutschland freuen sich alle auf das Weihnachtsfest. Damit das Gewissen beruhigt wird spendet man noch schnell 10 Euro. In was für einer verkehrten Welt leben wir eigentlich?

Klingt wie:

  • In Afrika verhungern Menschen und du maulst weil du das Essen nicht magst und schmeißt den Joghurt weg nur weil er verschimmelt ist.

Das vorweg. Ich bin absolut und uneingeschränkt pro Flüchtlinge und finde den Krieg in Syrien, wie übrigens alle Kriege, abscheulich. Aber, kein Krieg wird dadurch beendet dass wir keine Weihnachtmärkte mehr besuchen oder gar auf Weihnachten verzichten. Und kein einziger Mensch in Afrika hungert weniger wenn wir etwas essen was wir nicht mögen oder mal einen verschimmelten Joghurt aufbewahren. Übrigens spenden die meisten Menschen nicht weil sie ihr schlechtes Gewissen beruhigen wollen sondern weil sie keine andere Möglichkeit haben zu helfen. Was am spenden schlecht sein soll entzieht sich generell meiner Kenntnis. Der eine spendet Geld für einen guten Zweck, ein anderer Essen für Obdachlose und wieder ein anderer spendet seine Zeit um zu helfen. Wer sind wir, zu entscheiden wer von denen nun der bessere Mensch ist?

Wenn wir uns nur dadurch identifizieren ein guter Mensch zu sein indem wir auf alle fröhlichen Feste verzichten dann sollten wir vielleicht ein bisschen weniger gut sein. Wo bitte sollen wir die Kraft hernehmen uns um die Flüchtlinge zu kümmern und für eine friedlichere, gerechtere Welt zu kämpfen wenn wir nicht auch mal Abstand nehmen dürfen von dem Grauen? Einfach mal nur wir sind?

In der Flüchtlingsunterkunft in der ich sechs Monate Ehrenamtlich gearbeitet habe gab es einen Seelsorger. Dieser sagte uns Helfern einmal folgendes:

„Helft wenn ihr hier seid. Aber wenn ihr nach Hause geht kümmert euch um eure Familien um eure Freunde und vor allem um E U C H selbst. Lebt euer Leben, geht aus, feiert und lacht. Nur so könnt ihr diese Arbeit hier bewältigen. Es braucht eine gewisse Distanz um zu helfen. Keinem ist geholfen wenn ihr unter der Last zerbrecht.“ 

Diese Worte habe ich mir zu Herzen genommen. Er hatte damals Recht und er hat es heute noch. Da gibt es so unendlich viele Geschichten die mir Flüchtlinge erzählt haben, von denen ich gehört oder gelesen habe. Geschichten die mich weinen ließen, die mir mehr als nur eine schlaflose Nacht beschert haben.  Mit vielen, vielen anderen Freiwilligen kümmerte ich mich hauptsächlich um die Verpflegung der Flüchtlinge. Teilweise waren es täglich 12 Stunden und mehr.

Diese sechs Monate dort haben mich verändert. Wie sollten sie auch nicht. Man wächst über sich hinaus, man schafft Dinge die vorher unbezwingbar schienen. Man lernt Menschen kennen die kommen um zu helfen. Einfach so. Und doch haben all diese Menschen auch noch ihr eigenes Leben, ihre eigenen Familien. Das ist etwas, das man nie vergessen sollte, ja, nicht vergessen darf.

Mir fallen in diesem Zusammenhang immer Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und Rettungskräfte ein. Was diese Menschen an Leid sehen ist mehr als sie aushalten würden Wie sollten sie ihrer Arbeit noch nachgehen können, würden sie sich nicht irgendwo auch ein stück weit distanzieren. Nur und ausschließlich so kann man wirksam helfen ohne selbst zusammenzubrechen. Jeder sollte seine eigenen Grenzen ausloten. Aber bitte versucht nicht euch ein schlechtes Gewissen einzureden und lasst auch nicht zu, dass andere es tun. Das hat niemand verdient nur weil ihr/sie auch noch feiern und lachen. Sei es nun Geburtstag, Hochzeit oder Weihnachten. Das schlechte Gewissen sollten wir denen überlassen, die Bomben werfen, Waffen verkaufen, über Flüchtlinge und Minderheiten hetzen, Rassisten und Nazis. Denen fehlt ein solches allerdings völlig.

Ich wünsche Ihnen allen ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest. Genießen Sie diese Tage

 

Dezember 15

Die Abschiebung

34 Flüchtlinge wurden abgeschoben. In einem Flugzeug wurden sie von Deutschland zurück in ihre Heimat Kabul geflogen. Einige hundert Menschen waren zum Flughafen gekommen um gegen die Abschiebung zu demonstrieren. Natürlich ist es schlimm, Menschen zwangsweise in ein Land zurückzuschicken das ihnen wohl keine Heimat mehr ist. Die Gründe dafür sind wahrscheinlich so vielfältig wie die Menschen selbst. Die einen fliehen vor Krieg, Terror und Folter, die anderen vor Hunger und wieder andere fliehen um ein besseres Leben führen zu können. Alles verständliche Gründe die für jeden nachvollziehbar sind oder wenigstens sein sollten. Es steht für mich außer Frage, dass Menschen, die vor Krieg, Terror und Folter fliehen aufgenommen werden müssen. Sie brauchen unsere Hilfe. Sofort, ohne Wenn und Aber.

Hier bekommen sie Unterkunft, Verpflegung und Mittel für den täglichen Bedarf. Das ist humanitäre Hilfe und so muss es auch sein.

Nun gibt es leider auch Flüchtlinge, die diese Sicherheit die sie hier erleben dürfen nicht achten. Die unsere Gesetze nicht befolgen und die straffällig werden. So sind ein Drittel der jetzt abgeschobenen Flüchtlinge Straftäter die direkt aus der Haft abgeschoben wurden. Das sind ca. 11 Personen. Es geht um Raub, Diebstahl, Drogendelikte, Vergewaltigung und Totschlag. Keiner von ihnen wurde wegen des Diebstahls eines Kaugummis verurteilt.

In diesen Fällen sehe ich die Abschiebung als absolut gerechtfertigt an. Man kann nicht aus seiner Heimat fliehen, weil es dort nicht sicher ist und hier selbst Gewalttaten begehen. Nicht nur die Deutschen Bundesbürger sondern auch die Flüchtlinge, die sich nichts zuschulden lassen kommen, geraten durch diese Straftäter in Gefahr. Lieber zehn Flüchtlinge mehr einreisen lassen, die sich an die Gesetze halten und in Frieden leben wollen als einen der andere beraubt, vergewaltigt oder gar tötet. Warum die anderen Flüchtlinge abgeschoben wurden entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Wir sollten und müssen die Menschen aufnehmen, die zu uns fliehen weil sie um Leib und Leben fürchten müssen. Aber genau aus diesem Grund müssen wir auch diejenigen ablehnen oder ausweisen die ihrerseits Gewalt ausüben. In Deutschland haben wir 800.000 Asylbewerber. Das sind bei einer Einwohnerzahl von 80.000.000 gerade mal 1 Prozent. Eigentlich lächerlich für ein so reiches Land. Die Flüchtlingspolitik gehört auf den Prüfstand. Es muss noch besser kontrolliert werden. Zur Sicherheit unseres Landes aber auch für die Sicherheit der Flüchtlinge die leider oft unter Generalverdacht stehen.

Helfen wir denen die Hilfe dringend benötigen. Die zusammen mit uns in Frieden und Freiheit leben wollen. Integrieren wir sie und  lernen wir voneinander. Dazu müssen wir aber diejenigen, die das nicht wollen wieder zurückschicken. Es gibt keine Alternative.

Dezember 14

Moe. Ein Leben mit dem Autismus II

Am 21.11 dieses Jahres habe ich einen Beitrag über meinen 8-jährigen Enkelsohn Maurice, genannt Moe geschrieben. Heute möchte mein Sohn Dennis, der Papa von Moe etwas dazu erzählen. Hier nun sein Beitrag.

 

autismus2Quelle Bild: Pinterest

Ja, mein Sohn Moe. Er ist mein Sonnenschein und es gibt nichts was ich nicht für dieses kleine Energiebündel machen würde. Darin unterscheidet sich die Beziehung zwischen ihm und mir wohl nicht von anderen Vater/Sohn Beziehungen. Einer meiner glücklichsten Tage war der Tag seiner Geburt vor nunmehr fast neun Jahren. Kein einziges dieser Jahre möchte ich missen. Sie haben mich verändert. Wie sehr konnte ich am Tag seiner Geburt allerdings nicht wissen. Heute möchte ich einige Geschichten aus meinem Leben mit Moe erzählen.

Meine Oma also Moe’s Uroma war die erste die meinte, dass irgendetwas nicht stimmt. Sie selbst hat fünf Kinder, 9 Enkel und 10 Urenkel. Sie bemerkte das Moe sich nicht so bewegte wie die anderen, er zog sich nicht an Gegenstände hoch, er krabbelte nur  und machte erst Recht  keine Anstalten zu laufen. Nun sind ja alle Kinder verschieden. Das eine lernt eben schneller laufen und sprechen, das andere später. Also kein Grund zur Besorgnis. Zumal er dann an Weihnachten, kurz vor seinem ersten Geburtstag tatsächlich die heiß ersehnten ersten Schritte machte. Also alles in Ordnung.

Das folgende Jahr verlief ruhig außer das Moe nicht sprechen wollte. Wie alle Eltern warteten wir auf das erste Wort. Endlich Mama oder Papa hören. Aber es kam nicht. Die ersten Diagnosen waren, dass er beim Sprechen wohl einfach ein Spätentwickler sei. Aber man wolle auf jeden Fall mal sein Gehör testen. Die Tests waren aber dadurch, dass Moe nicht mitspielen wollte nicht durchführbar und so wollte man warten bis er etwas älter war.

Was mir genau so viel Sorgen machte, das er nur aus einer Nuckelflasche trank. Er verweigerte die Lerntasse ebenso wie einen normalen Becher. Zu einem riesigen Problem wurde es Weihnachten 2010. Wir waren bei seiner Oma in Bayern zu Besuch. Im Gepäck natürlich etliche Sauger für seine Trinkflaschen. Moe hatte sich nämlich angewöhnt, diese Sauger dutzendweise zu zerbeißen. Das Ergebnis war, dass bald alle kaputt waren. Selbst die Notreserve war bald verbraucht.  Nun ist es so, egal in welchem Bundesland, Weihnachten haben alle Geschäfte geschlossen. Wie sollten wir unseren kleinen jetzt mit Getränke versorgen. Schließlich wussten wir, dass Flüssigkeit sehr wichtig ist für Kleinkinder und bis die ersten Geschäfte wieder aufmachten, würden noch noch drei Tage vergehen. Wir wandten sämtliche Tricks. Wir nahmen ihn auf den Schoss hielten seinen Kopf und versuchten ihm mit einem Becher  Saft zu geben. Etliche Pullover wurden durchnässt aber Moe hatte noch keinen Schluck getrunken. Nichts half er wollte einfach nicht aus einem Becher trinken. Dabei hatte er Durst. Er trank immer viel.  So kam es, dass er in der Nacht so lange weinte, bis er vor Erschöpfung einschlief. Nur wer selbst Kinder hat wie entsetzlich das auch für die Eltern ist, die ihrem Kind nicht helfen können. Nach und nach schafften wir es aus dieser Not heraus, dass er nach zwei Tagen tatsächlich aus einem Becher trank. Bis er dieses Kunststück ganz alleine bewältigte dauerte es dann nur wenige Tage.

Ein Ereignis, das ich wohl nie mehr vergessen werde, ist die Geschichte mit dem Fenster. Da Moe es sich angewöhnt hatte diese immer wieder zu öffnen und Gegenstände auf den Bürgersteig zu werfen, versahen wir die Fenster mit Sicherheitsschlösser. Eines Nachts wurde ich aus einem unerklärlichen Grund wach. Als ich in das Zimmer meines Sohnes blickte, stockte mir der Atem. Nie werde ich diesen Anblick vergessen. Da stand mein kleiner auf der Fensterbank des weit geöffneten Fensters. Dazu muss ich noch sagen, das wir damals im dritten Stock wohnten. Ich musste mich beherrschen nicht hektisch zu laufen oder gar zu schreien, was ich in diesem Moment am liebsten getan hätte. Aber auch bloß nicht zu langsam sein. Vorsichtig ging ich auf ihn zu und hoffte nur, dass er sich nicht gerade jetzt umdrehen würde. Nach gefühlten endlosen Stunden erreichte ich ihn, zog ihn vom Fensterbrett und ließ mich mit ihm auf den Boden fallen. Ich hielt ihn so fest ich konnte, wie erstarrt durch meine Angst.

Am nächste Tag überprüfte ich die Sicherheitsschlösser. Sie waren unbeschädigt und ich  musste mir eingestehen, dass ich wohl vergessen hatte sie abzuschließen. Ich konnte mir das allerdings nicht erklären, da ich es jeden Abend überprüfte. Dann sah ich eines Tages, dass Moe am Schloss herumspielte und er es vor meinen Augen öffnete. Ohne Schlüssel. Ähnliche Aktionen erlebte ich immer wieder aber keine war so dramatisch.

Viel lieber erinnere ich mich da an Geschichten wie die folgende.

Wir waren bei meiner Mutter zu Besuch. Seid einiger Zeit hatte Moe seinen Spaß daran etwas in den Müll zu werfen. Er freute sich über jeden noch so kleinen Papierschnipsel den er fand um ihn in den Mülleimer zu befördern. So war es fast schon natürlich das sein erstes Wort seiner Leidenschaft galt: „Mühhl“ Bei diesem besagten Besuch kam es, dass meine Mutter niesen musste. Moe lief zum Wohnzimmerschrank, öffnete eine Schublade, holte eine Packung Papiertaschentücher heraus. Mit einem der Tücher wischte er ihr über die Nase, brabbelte sein „Mühhl“ und warf  das Tuch in den Mülleimer. Danach kam er zurück und forderte Applaus. Er bekam natürlich Standing Ovations,

Vor fast fünf Jahren dann eine Entscheidung die mir fast das Herz brach. Wir bekamen die Empfehlung Moe in eine Einrichtung unterzubringen die sich speziell mit autistischen Kindern und deren Förderung beschäftigt. Es war nicht möglich Moe auch nur für eine Sekunde unbeaufsichtigt zu lassen, da er gerne an Schaltern spielte. Er machte den Herd an und in dem Moment in dem man diesen wieder ausschaltete, setzte er die Waschmaschine in Betrieb oder öffnete sämtliche Wasserhähne. Natürlich wusste ich vom Verstand her, dass es für Moe das beste wäre. Aber meinen kleinen nicht mehr jeden Tag bei mir zu haben war damals unvorstellbar für mich. Nach schlaflosen Nächten und endlosen Debatten um das für und wider trafen wir die Entscheidung es mit der Einrichtung zu versuchen. Wir durften ihn jederzeit sehen und an den Wochenenden nach Hause holen. Falls wir es wollten, könnten wir ihn auch jederzeit wieder ganz zu uns holen. Das hat uns die Entscheidung etwas erleichtert.

Heute nach fünf Jahren habe ich die Gewissheit, dass es für Moe die beste Entscheidung war. Denn selbst mit all meiner Liebe hätte ich ihm niemals diese Förderung zukommen lassen können die er dort erhält. Jetzt geht er seid zwei Jahren in die Schule die in dieser Einrichtung liegt und macht enorme Fortschritte. Die Wochenenden und Schulferien verbringt er zu Hause. Diese gemeinsame Zeit genießen wir nun umso mehr.

Dezember 9

Mitgefühl und Menschlichkeit gegen Häme und Gefühlskälte

Oh du schöne, besinnliche Vorweihnachtszeit. Da wird gebacken und gekocht. Da werden Geschenke liebevoll verpackt und Lichterketten strahlen mit Kinderaugen um die Wette. Weihnachtsmärkte sorgen für Vorfreude auf das Fest. Weihnachtslieder erklingen. Herzen werden aufgemacht und alle Menschen sind friedlich und freundlich gestimmt.

Soweit die Geschichte wie sie in vielen Filmen und Geschichten erzählt wird. Ja, es brennen Kerzen. Ja, da hört man Weihnachtslieder und ja, es wird gebacken, gekocht und Geschenke werden liebevoll verpackt. Nur das Gefühl, dass die Menschen friedlich und freundlich gestimmt sind, will sich bei mir dieses Jahr einfach nicht einstellen.

Woran mag das liegen?

Ein Grund sind sicherlich die Nachrichten, in denen wir über Hunger, Katastrophen und Kriege informiert werden. Schlechte Nachrichten erreichen uns aber doch täglich. Und auch die Weihnachtszeit hat nie etwas daran ändern können. Was also ist dieses Jahr anders?

Der Krieg in Syrien.

Die grauenvollen Bilder von zerstörten Städten, allen voran Aleppo. Das Leid der Menschen, die vor dem Krieg zu uns flüchten. Dadurch sind wir Deutschen so nah am Weltgeschehen wie lange nicht mehr. Wir spüren die Auswirkungen direkt. Wir werden aufgefordert persönlich Stellung zu beziehen. Irgendwie.

Der Umgang mit diesen schrecklichen Nachrichten ist dadurch ein anderer geworden. Viele Menschen sind  gegenüber dem Leid der Flüchtlinge unglaublich zynisch und kaltherzig. Gott sei Dank, hat sich die Mehrheit der Deutschen Mitgefühl und Hilfsbereitschaft erhalten. Es sind die Zyniker und die Kaltherzigen die mir Angst machen. Die Rassisten, die AfD, Pegida, die Nazis. Die, von denen wir wohl alle hofften, dass sie in ihrer Kloake bleiben würden. Weit gefehlt. Sie kommen aus ihren Löchern zurück in unser aller Leben. Auf welch niederträchtige, widerliche Art und Weise müssen wir dieser Tage wieder erfahren.

Da sterben zwei junge Männer. Flüchtlinge, die nach Deutschland wollten, sind in einem Güterzug erfroren. Natürlich, sie waren  in Italien schon in Sicherheit vor dem Krieg. Dennoch, es waren verängstigte Menschen die da starben. Etwas, das einige gerne mal vergessen. Keiner von uns wird je erfahren, warum sie sich dieser Gefahr ausgesetzt haben und es ist Angesichts der Tragödie auch völlig egal. Nicht so für die AfD, der Pegida und deren Anhängerschaft. Deren Kommentare lassen mich erschauern. Sind dass noch Menschen? Urteilt selbst.

Hier ein kleiner Auszug:

  • Mein Mitleid hält sich stark in Grenzen!!! Wären sie in ihrer Heimat geblieben hätten sie es schön warm gehabt, aber nein man muss ja in Deutschland schmarotzen!!!
  • Traurig..Nein ich kenne diese Personen nicht aber selbst Schuld. Wer sich in Gefahr begibt kommt darin um…So kann es passieren und es interessiert mich nicht im geringsten
  • Selber schuld mit denen habe ich kein Mitleid das wäre nämlich nicht passiert wo sie hergekommen sind. Hoffentlich werden die anderen davonabgeschreckt.
  • Wenn ich versuche, illegal in ein Land zu kommen, dann laufe ich sogar Gefahr, erschossen zu werden. Was soll diese große Mitleidstour? Diese Menschen sind allein selbst Schuld.
  • ach, gehen die nun freiwillig in die güterzüge??? das ist ja ein ding.
  • Pech gehabt da sieht man doch das die nicht denken können die sogenanntem Fachkräfte.
  • Ihr müsst oben an das Seil über den Gleisen fassen, daran könnt ihr Euch festhalten. Das hilft. Dann wirds warm
  • Endlich was zum Lachen an diesem regnerischen Samstag 😁

Mich persönlich haben diese Aussagen einfach nur entsetzt. Liegt es an deren Erziehung, an fehlendem Mitgefühl? Spricht da Angst? Was bringt Menschen dazu, so auf den Tod anderer Menschen zu reagieren? Mich würde  interessieren wie Ihr darüber denkt. Schreibt mir Eure Meinung .

Doch ich will nicht verschweigen, dass es auch andere Kommentare gibt

Solche, die zeigen, dass  Mitgefühl, Menschlichkeit und Anstand, noch nicht ausgestorben sind. Im Gegenteil. Die Mehrheit der Deutschen haben sich diese Eigenschaften bewahrt. Auch hier ein kleiner Auszug aus den Kommentaren.

  • abartige Kommentare zum Tod zweier Menschen
  • Mögen die Opfer ihren Frieden finden. Viele Kommentare spiegeln den schlechten Charakter ihrer Verfasser wieder.
  • Diejenigen die den lach smily gedrückt haben, ich schäme mich für euch.
  • Über 100 Mal HAHA.?Ihr seid echt krank. Auch wenn man kein Fan der Flüchtlingspolitik ist handelt es sich immer noch um Menschen. Schäme mich mal wieder fremd…
  • Hier haben wirklich Leute bei diesem Bericht das lachende Smiley angeklickt.Ihr seid einfach kranke Gestalten und von ganzem Herzen wünsche ich euch das ihr derbe auf die Fresse fliegt und all das zurück bekommt was ihr mit eurem blinden und primitiven Hass und euren niedersten Gefühlen anderen wünscht. Ihr seid erbärmlich und ekelhaft zugleich.Wie krank muss man sein um den Tod von Menschen lustig zu finden? Euch hilft auch kein Psychiater mehr und kein Medikament!

Und dann ist da noch die 19 jährige Maria L. Die junge Frau wurde überfallen, missbraucht und ermordet. Sie war, wie viele Deutsche, aktiv in der Flüchtlingshilfe tätig.  Sie engagierte sich für die Notleidenden und war damit ein Vorbild.  Die Frage nach der Herkunft des Täters sollte eigentlich irrelevant sein.  Nun ist in diesem Fall ein Flüchtling wegen dringendem Tatverdachts verhaftet worden. Dieser Punkt macht die schreckliche Tat weder ungeschehen noch weniger oder mehr grausam. Die AfD und Konsorten allerdings, stürzen sich wie die Geier auf diese, aus deren Sicht anscheinend >Gute Nachricht< und nutzen sie für ihre Zwecke aus.

Auf einigen Internetseite der Afd, unter anderem der aus Bamberg und Heidelberg, wird die junge Frau noch einmal missbraucht. Für die Propaganda. Da wird Kanzlerin Merkel bezichtigt,  Schuld am Tod Marias zu haben, da sie die Grenzen geöffnet hat. Da wirft man Maria vor, das sie ja  in der Flüchtlingshilfe tätig war.  Der Satz  > Hat sie doch selbst Schuld < erinnert an > Warum tragen die jungen Frauen auch so kurze Röcke? Selbst Schuld wenn sie vergewaltigt werden<   Jeder der sich also um Flüchtlinge kümmert hat es verdient umgebracht zu werden? Und dann werden sogar noch die Eltern auf das Übelste angegriffen, weil sie hinter dem Engagement ihrer Tochter standen und immer noch stehen. Die Eltern wagten sogar, statt Blumen zur Beerdigung, eine Spende für eine Flüchtlingsorganisation zu erbitten. Darüber war die gefühlskalte AfD und andere rechte, nahezu empört. Ich weiß nicht, ob ich auch so reagieren könnte wie es diese Eltern taten.  Allerdings kann ich mir auch nicht, nicht mal ansatzweise, vorstellen, wie entsetzt sie über die Ermordung ihrer Tochter sein müssen. Mein Mitgefühl und meinen Respekt haben sie auf jeden Fall.

Zu diesem Drama noch ein widerlicher Kommentar. Von Lutz Bachmann. Mehrfach vorbestrafter Initiator der fremden- und islamfeindlichen Organisation Pegida.

Zitat:

Auch diese, einfach nur kranke, Reaktion der Eltern habe ich voraus gesehen!
Wieviel gab es wohl für die Eltern, diese Ungeheuerlichkeit durchzuziehen und das eigen Fleisch und Blut derart zu verraten und verkaufen?Vielleicht auch alles halb so wild für den Vater, der wohl für die EU arbeitet und für den Großvater, der „Anwalt“ ist?

Einfach nur widerlich und ekelerregend.

Was wäre geschehen, wenn sich Maria statt um Flüchtlinge um deutsche Obdachlose oder Hartz IV Empfänger gekümmert hätte? Den Menschen also, die vor den Flüchtlingen als Sandsack  für die Rechten herhalten mussten. Zur Zeit  liegen sie denen ja so Medienwirksam am Herzen.Was also wäre geschehen, hätte ein deutscher Obdachloser Maria ermordet? Hätte es auch dann einen Aufschrei der Entrüstung gegeben? Wäre es diese rechten Unmenschen überhaupt einer Erwähnung wert gewesen?

Ich weiß es nicht und es auch müßig darüber nachzudenken.

Fakt ist, es gibt in jeder Kultur, in jeder Religion und in jeder Gesellschaftsschicht Verbrecher. Gegen diese gilt es vorzugehen und sie hart zu bestrafen. Ja, ich persönlich plädiere sogar dafür, dass Asylbewerber die eines Gewaltverbrechens überführt sind, abgeschoben werden sollten. Gleichzeitig fände ich es aber auch an der Zeit, dass Gewaltverbrechen generell härter bestraft,  bzw. das Strafmaß voll ausgeschöpft werden sollte. Aber zu diesem Thema an anderer Stelle mehr.

Jetzt gilt es Kante zu zeigen gegenüber der von Hass zerfressenden braunen Bande. Schicken wir sie gemeinsam dorthin, wo sie hingehören. Zurück in die Kloake.

 

 

 

Dezember 5

Weihnachten … Das habe ich mir schon immer gewünscht

Jeder freut sich auf das Fest der Feste. Weihnachten.  Nun ja, fast jeder. Da ist der Stress den man sich, trotz gegenseitiger Versprechungen vom Vorjahr, immer wieder macht. Das beginnt schon mit den Terminen. Wer besucht an welchem Tag wen? Die ewige Frage, was wünschen sich die liebsten? Und wenn die Familie zu mir kommt, was koche ich? Das soll das Fest der Freude sein?

Während ich durch die Stadt gehe, versuche ich mich zu erinnern was meine Kinder, Enkel, Schwiegereltern, Eltern und Freunde im Laufe der letzten Zeit in puncto Wünsche geäußert haben. Ganz subtil geäußert natürlich. Ab einem bestimmten Alter werden Wünsche, zumindest von Erwachsenen, nicht mehr offen ausgesprochen. Die Gespräche darüber,  könnten sich so oder ähnlich in vielen Familien gestalten.

Kinder: „Mama was wünschst du dir eigentlich zu Weihnachten?

Mama: „Ach, ihr braucht mir doch nichts schenken. Ich wünsche mir nur liebe Kinder.“

Kinder: „Ja ne, is klar Mama. Jetzt noch einen falls es mit diesem wider Erwarten nicht klappen sollte.“

Mama: „Gesundheit. Ja, Gesundheit ist doch dass wichtigste.“

Kinder: „Vielleicht ne Flasche Doppelherz? Gesundheit kann man nicht schenken Mama. Wir wollen dir was richtiges schenken.“

Mama: >Wieso ist Gesundheit kein richtiges Geschenk? Ok, vielleicht doch ein bisschen blöd immer das gleiche zu sagen. Aber wie kommen die auf Doppelherz? So alt bin ich ja nun auch noch nicht. Eigentlich wünsche ich mir ja auch einen neuen Laptop oder ein Wellness Wochenende. Aber ich kann mir von meinen Kindern schließlich keine so teuren Geschenke wünschen.

Heiligabend gibt es dann ein Foto der Enkelkinder in einem neuen Rahmen.
 Mama: > Sehr verändert haben sich die Kids ja nicht gerade seid dem Foto aus dem letzten Jahr. Aber natürlich freue ich mich <

Ein Gespräch über Geschenke mit dem Liebsten könnte wie folgt ablaufen:

Er: Schatzi?“

Sie: „Ja Liebling?“

(Die Anrede Schatzi und Liebling sind natürlich individuell.)

Er: „Es ist ja bald Weihnachten und da wollte ich mal langsam nachfragen was du dir so wünschst.“

Sie: >Klar, bald ist Weihnachten. Wir haben den 22. Dezember. Also noch sooo viel Zeit.<

Sie: “ Ach Liebling, mir gefallen deine Geschenke für mich doch immer.“ >Gut, der Schnellkochtopf im letzten Jahr war jetzt nicht mein favorisierter Wunsch, aber, er hat sich Mühe gegeben. Wo ist der Topf eigentlich abgeblieben? Ach ja, den hab ich Mutter zum Geburtstag geschenkt den hat sie sich doch immer gewünscht… Glaub ich. Obwohl, ich hab noch nie gesehen, dass sie ihn benutzt hätte. Komisch<

Er: „Kannst du mir nicht einen kleinen Tipp geben. Die Küche ist ja mittlerweile voll ausgestattet und mir fällt gerade wirklich nichts ein.“

Sie: > Ich muss ihm was sagen sonst wird in den nächsten Jahren das Schlafzimmer erneuert< „Also, wenn du mich so fragst, etwas für die Hände würde mir gefallen. Vielleicht etwas mit Glitzer.“ > Das war doch eindeutig oder?<

Er, mit dem Aufblitzen der Erkenntnis in den Augen: „Danke Schatz. Da hätte ich wirklich von selbst drauf kommen können.“

Als sie dann unter dem Weihnachtsbaum ein paar Topflappen, mit Glitzerblumen in verschieden Farben, auspackte, konnte sie ihre Freudentränen kaum zurückhalten. Oder waren es Tränen vom unterdrückten Lachen?

Umgekehrt ist es allerdings nicht viel einfacher. Ein, natürlich wieder nur fiktives, Gespräch könnte wie folgt ablaufen.

Sie, im Oktober: „Du Hasi, was wünschst du dir zu Weihnachten?“

Er: „Aber ich hab doch schon alles was ich mir wünsche. DICH.“ > Gut gemacht, das gibt Punkte<

Sie: „Ja, natürlich, das sehe ich auch so. Aber eine Kleinigkeit vielleicht noch dazu.“

Er: > Ganz schön selbstsicher die Frau. Wie erkläre ich ihr, ohne zu direkt zu werden, dass ich gerne mal ein Weihnachtsfest nur mit ihr in der Karibik verbringen würde?<  „Du weißt doch, dass ich Kälte nicht so mag und da würde ich Weihnachten gerne mal an einem warmen Ort verbringen. Falls du mir ein Geschenk in dieser Richtung…“

Sie haut sich mit der flachen Hand an die Stirn. „Aber ja. Warum kommt man eigentlich nie auf das naheliegendste?“

Der Heiligabend kam und seine Liebste überreichte ihm einen Briefumschlag mit einer dicken Schleife.

Mit vor Freude zittrigen Händen öffnete er den Umschlag.

 Er: > Ob mir  die alte Badehose wohl noch passt? Sonnenmilch mit Lichtschutzfaktor 50 und Badelatschen brauche ich auch noch<
Übrigens waren die ersten Termine auf der Monatskarte für die Sauna  bereits eingetragen.
Was lehrt uns das?
Wünsche nur zu umschreiben anstatt sie klar zu äußern, führt nicht wirklich zum Ziel.
Tipp:

Sprecht mit Eurer Familie über die jeweiligen Wünsche. Seid kreativ und einfühlsam. Und nächstes Jahr macht Ihr es bestimmt…wieder genau so wie jedes Jahr. Aber das ist eben Weihnachten.

Mit einem Gedicht des fantastischen Heinz Erhardt wünsche ich Euch allen ein schönes Weihnachtsfest

Der Karpfen kocht, der Truthahn brät,
man sitzt im engsten Kreise
und singt vereint den ersten Vers
manch wohlvertrauter Weise.

Zum Beispiel “O, du fröhliche”,
vom “Baum mit grünen Blättern” –
und aus so manchem Augenpaar
sieht man die Tränen klettern.

Die Traurigkeit am Weihnachtsbaum
ist völlig unverständlich;
man sollte lachen, fröhlich sein,
denn ER erschien doch endlich!

Zu Ostern – da wird jubiliert,
manch buntes Ei erworben!
Da lacht man gern – dabei ist er
erst vorgestern gestorben.