November 28

Zwischen Plätzchen backen und Hasskommentaren

 

 

Wir wollen unsere Kinder und Enkel schützen. Das ist auch die Pflicht von Eltern und Großeltern. Das wovor und wie ist dabei allerdings eine maßgebliche und nicht ganz unwichtige Voraussetzung.

Schützen vor Gewalt, vor Raser auf den Straßen, vor Hunger und Kälte. Zu diesem Schutz gehört unbedingt und unersetzbar die Aufklärung. Die Aufklärung warum man vor dem Überqueren einer Straße nach links und rechts schaut, dass man an einer Ampel wartet, bis sie für Fußgänger grün zeigt. Dass man auf gar keinen Fall mit Fremden geht, sondern nur mit denen, die ihre Eltern ihnen vorher genannt haben. Und auch die sexuelle Aufklärung gehört dazu. Das geschieht vorzugsweise in einer Kindgerechten Umgebung und einem Kindgerechten Ton. Ob den Verfassern einiger Kommentare auf Facebook das klar war oder sie überhaupt interessierte, ist zumindest in Frage zu stellen.

Nun kann man auf den Vorschlag der Grünen, Kindern im KITA-Alter von Transvestiten die Homosexualität erklären zu lassen, verschiedener Meinung sein. Das ist durchaus eine Diskussion wert. Ich verstehe nicht, warum es unbedingt ein Transvestit sein muss, statt der Kindergärtner oder Kindergärtnerin. Da es um Homosexualität geht, wäre ein Homosexueller meines Erachtens vielleicht die bessere Wahl. Die äußere Erscheinung eines Transvestiten könnte die Kinder eher von dem eigentlichen Thema ablenken. Persönlich bin ich der Meinung, dass man Kindern, Fragen die von sich aus über Sex stellen, beantworten sollte. Das allerdings altersgemäß. Aber wie gesagt, das ist nur meine Meinung.

Nun gab es nach bekannt werden des Grünen Plans auch diese Diskussion. So manche Beiträge   – besorgter – Eltern und Großeltern, sind wohl alles andere als Kindgerecht und etwas, das Kinder nie hören sollten.

  • Das ganze Jammern und diskutieren nutzt doch nichts. Die sind so tumb und abgebrüht. Da hilft nur so lange in die Fresse hauen, bis sie sich selbst ankotzen.
  • Die gehören aufgehängt, diese grünen Vollzeitidioten.
  • Ich bin froh, dass meine Söhne aus dem Schulalter heraus sind. Ich hätte sonst nicht für die Unversehrtheit der Lehrer garantieren können.
  • Wollt ihr wirklich Ar…….f….r auf die Kinder loslassen??
  • Wenn man davon ausgeht, dass hier eine Krankheit vorliegt, was bewiesen ist, kann man diese Pädagogik als Verbrechen an den Kindern bezeichnen
  • Geht gar nicht! Und wenn ich wüsste dass „Olivia Jones“ einen Besuch in der Schule meiner Enkelkinder plant, …ich würde es persönlich mit ’nem nassen Feudel vor die Tür jagen…und ja, 1,80 bin ich auch und nicht eben schwächlich!
    soll nur mal vorbeikommen…die/das piss ich vor allen an
  • dan schneide ich euch alles ab versprochen ihr drecks grrrrrrrrrrrrrrrrrrr
  • vor vielen jahren wurde man für schwul sein noch verhaftet und jetzt bald wird es pflicht werden dank der grünen
  • Dieses ???? was sich Olivia Jones nennt, kann sich freuen, wenn ES mal den Musel in die Hände fällt und die, wo sie eine Mumu vermuten, einen Pipi finden – dann machen sie ES aber einen Kopf kürzer !
  • ES WIRD IMMER SCHLIMMER BEI UNS;;WURDE DER BEI MEINEN KINDER NICHT MACHEN;;;SEI DEN;;ER MOCHTE GERNE INS KH
  • Wenn das kommen sollte…werde ich ein viele von diesen Pädos plattmachen u glaubt mir das ist nicht nur so gesagt u ich hoffe das Volk erschlägt diese perversen Pädoschweine.

Dies ist nur ein kleiner, nicht geänderter Auszug aus der Diskussion. Nun verstehe ich die Besorgnis einiger Erziehungsberechtigten durchaus. Was ich mich allerdings frage, was erzählen die ihren Kindern, sollten diese die sogenannten Argumente ihrer Eltern mitbekommen? Und da können wir uns alle sicher sein, Kinder bekommen mehr mit als wir Erwachsenen uns vorstellen. Wie also werden sie ihren Kindern erklären, warum sie jemanden – anpissen- wollen, warum und was sie jemanden abschneiden wollen, warum da jemand einen Kopf kürzer gemacht werden soll? Wie und wann erklären sie ihren Kindern, dass man andere Menschen verletzten oder gar töten darf, nur weil dieser anders aussieht oder anders denkt? Vielleicht sogar während des backen von Plätzchen? Ist das wirklich die Botschaft die für Kinder besser sein soll, als etwas über die verschiedenen sexuellen Veranlagungen von Menschen zu lernen? Gewalt ausüben? Ich denke nicht.

Erklären wir unseren Kindern doch lieber, dass sie nichts machen müssen nur, weil es ein Erwachsener verlangt. Sagen und zeigen wir ihnen, dass sie mit ALLEN Problemen zu uns kommen dürfen. Wenn ihnen die sexuelle Aufklärung in der Kita oder der Schule peinlich oder unangenehm sein sollte, sind wir Eltern und Großeltern gefragt. Wir müssen ihnen die Welt erklären sollten sie diese nicht verstehen. Aber sie werden sie auf gar keinen Fall besser verstehen, wenn wir ihnen vorleben, dass man andere auf Grund ihrer Hautfarbe, Religion oder Sexualität, die nicht der ihrigen entspricht, körperliche Gewalt antut oder mit verbalen Entgleisungen belegt. Das ist die falsche Botschaft und sorgt nur für mehr Hass auf dieser Welt, die eigentlich eine friedliche sein sollte. Wir haben nur diese eine, hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln eine, auf die es sich für alle zu leben lohnt.

PS:

Was sagen besorgte Eltern eigentlich ihren Kindern, sollten sie irgendwann feststellen, dass diese Homosexuell sind? Werden sie ihre Kinder verstoßen oder werden sie ihre Arme um sie legen und sagen, dass sie immer ihr Kind bleiben werden und dass sie geliebt werden egal welche sexuelle Orientierung sie haben. Lehren wir sie, dass sie niemals Angst haben müssen, weil sie – anders – sind.

 

 

November 26

Keiner will Socken zu Weihnachten

Sie ist wieder da, die Adventszeit. Für manche endlich. Für andere schon wieder. Was bedeutet das eigentlich „Advent?“

Der Ursprung des Wortes kommt aus dem lateinischen, von adventus = Ankunft. Es ist die Vorbereitung der Christen auf die Geburt Christi. Bis zum Konzil (Rat, Zusammenkunft) im Jahre 524 dauerte die Adventszeit noch fünf bis sechs Wochen. Die dann erlassene vierwöchige Adventszeit ergab sich daraus, dass man glaubte die Welt sei 4000 Jahre vor der Geburt Christi erschaffen worden. So sollte jede Adventswoche ein Jahrhundert symbolisieren.

Eigentlich sollte diese Zeit einstimmen auf Weihnachten. Friedvoll soll sie sein und voller Vorfreude. Leider ist das Friedvolle,  irgendwann verloren gegangen.

Aber warum und wodurch?

Ein Grund dafür sind sicher auch  die schrecklichen Nachrichten die uns alle, vor allem in den letzten Jahren, täglich durch die Medien frei Haus geliefert werden. Viele Menschen leidet unter Hungersnot, Tausende sterben in fürchterlichen Kriegen, Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Magie verloren gegangen ist. Wir haben sie gegen den immer stärker werdenden Konsumwahn eingetauscht. Es zählt in den Familien längst nicht mehr das Zusammen kommen, nicht mehr die kleinen Geschenke.  Nein. Die Gemeinsamkeit ist auf der Strecke geblieben und bei vielen sind Besuche bei Eltern oder Großeltern nur noch ein muss. Geschenke werden nur noch an nach deren Preis beurteilt. Freut man sich bei einem Vorschulkind noch über ein selbst gemaltes Bild, erwarten viele von älteren schon das sie ihr Taschengeld sparen und davon Geschenke kaufen. Die Geschenke werden immer größer, ihre Anzahl immer höher. Das suchen nach DEM einen Geschenk, ist den meisten zu aufwändig geworden. Hauptsache viele dann wird man die fehlende Liebe nicht bemerken.

Das soll hier kein Beitrag über den Sinn oder Unsinn von Geschenken werden. Im Gegenteil. Schenken und beschenkt werden ist etwas wunderschönes. Ich liebe es Geschenke zu besorgen, liebevoll zu verpacken und zu sehen wie sich der Beschenkte darüber freut. Genauso gerne bekomme ich auch selbst Geschenke und merke dass in mir ein kindliches Gefühl aufkommt während ich es öffne.

Schaue ich mir aber die Werbung an, die uns Vorschläge macht was für Geschenke die richtigen sind, verfliegt dieses wohlige Gefühl in mir sofort wieder. Da wird uns gesagt:

„Keiner will Socken zu Weihnachten“

Ja warum denn nicht? Ein paar Kuschelsocken liebevoll selbst verpackt zeigt mir mehr über den der schenkt als ein sündhaft teures Parfüm das nebenbei ohne Überlegung gekauft wird. Ein Buch oder eine CD  ist mehr Wert als ein Gutschein aus irgendeinem Geschäft das gerade auf dem Weg lag.  Natürlich ist ein liebevoll ausgesuchtes, zum Beschenkten passendes Parfüm ein schönes Geschenk, sind Gutscheine völlig legitim und toll, falls das Buch oder die CD, die man jemanden schenken möchte weil man weiß es gefällt demjenigen, ausverkauft sein sollten. Zeigt es doch, das jemand zugehört hat als man mal darüber sprach.  Wer möchte nicht spüren das sich das Gegenüber Gedanken gemacht hat. Das diese Person zum Zeitpunkt, als sie das Geschenk aussuchte, mit seinen Gedanken bei einem war und nicht bei etwas anderem.

Die Werbung macht uns da einen, eigentlich, sehr schönen Vorschlag für ein Geschenk.

„Schenken sie Zeit“

Das hört sich auch erst mal sehr schön an. Aber schaut man genauer hin, kostet diese Art der geschenkten  Zeit,  die in der Werbung angepriesen wird, sehr viel Geld.  Aber was bitte hat Zeit verschenken eigentlich mit viel Geld zu tun? Nun, sieht man die Werbung an, wird einem das schnell klar. Da schenkt man ein Wochenende auf einer einsamen Hütte. Die ist, natürlich, mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet und… kostet ein kleines Vermögen. Also Zeit kann man nur verschenken wenn man viel Geld hat?

Nein. Zeit schenken sollte bedeuten:

„Ich verbringe das Wochenende mit dir. Nur wir zwei, gemütlich zuhause, mit einem schönen Film und einem Glas Wein oder Bier und, ja meine Herren, auch ein bisschen kuscheln darf dabei sein.“ Oder. „Wir verbringen die Zeit zusammen als Familie. Wir unternehmen was mit den Kindern. Backen Plätzchen, basteln ein Knusperhäuschen. Gehen Schlitten fahren oder machen einen Wandertag mit anschließendem Spieleabend und Popcorn .“

Es sollte nicht darum gehen wer die größte Geldsumme ausgegeben hat um jemanden zu beschenken. Es soll passen, es soll mit Bedacht und Liebe ausgesucht oder gemacht werden. Verlassen wir uns wieder mehr auf unser Gefühl und nicht darauf das die Werbung uns schon sagen wird was das richtige Geschenk ist.

Die Möglichkeiten sind so vielfältig wie wir Menschen.

Ich wünsche allen eine wundervolle, friedliche  Adventszeit.

 

November 24

Leave our kids alone (Pink Floyd) zu deutsch, Lasst unsere Kinder in Ruhe !!!!!

Marcus Horst Hubertus Pretzell. Seid 2014 Afd Landesvorsitzender  von NRW, hat sich schon oft Sprüche und Reden geleistet, die pietätlos waren. Man erinnere sich nur daran, dass er den Schusswaffengebrauch auf Flüchtlinge als gerechtfertigt als „Ultima Ratio“ ansieht. Als er damit eine Welle der Empörung auslöste, wollte er wohl besänftigen als er sagte:

Zitat

„Kein vernünftiger Mensch sollte daran denken auf Flüchtlinge zu schießen weil sie die Grenze übertreten. Ultima Ratio heißt, es gibt keine andere Möglichkeit, das zu stoppen. Andere Möglichkeiten gibt es ja auch, so wie Wasserwerfer oder Tränengas. Sollten diese Mittel nicht helfen dann…

Ach so. Ja klar, das ist ja was völlig anderes. Sie müssen uns das nur richtig erklären, die Herrenmenschen der AfD.

Also erstmal die von der teilweise monatelangen Flucht ausgelaugten Menschen. Männer, Frauen UND Kinder mit Wasserwerfern bearbeiten. Falls die dann immer noch nicht in ihr Land zurückkehren noch ein bisschen Pfefferspray hinterher. Falls auch  das noch nicht hilft…erschießen wir sie. Ja, jetzt verstehe ich das auch und muss mal eben eine Runde kotzen gehen.

Das war also schon mal harter Tobak und jenseits jeder Menschlichkeit. Doch es gibt  immer noch Menschen in unserem Land die sowas billigen und tolerieren. Aber hier und jetzt geht es um UNSERE Kinder. Womit ich nicht sagen will dass deutsche Kinder mehr wert sind als nicht deutsche. Aber vielen Menschen ist es schlicht egal was mit anderen wird, solange man die ihrigen, deutschen Kinder in Ruhe lässt.

Ok nun, jetzt geht es  um die ihrigen. Unsere Kinder, und vor allem die, die nicht in das Weltbild der AfD passen, werden angegriffen. Kinder mit Behinderungen sollen aussortiert werden. Die AfD sieht eine Gefahr für die „normalen“ Kinder, wenn diese mit „behinderten“

Kindern gemeinsam eine Kita oder Schule besuchen. Das Wertesystem der AfD orientiert sich an den Preußischen Tugenden: Arbeit, Gehorsam, Disziplin und Pünktlichkeit die durch Kinder mit einer Behinderung ja gestört würden.

Dabei lernen Kinder  gerade in den Kitas und den Schulen mehr über Sozialkompetenz als manche in ihrem ganzen Leben.

Das ist bei weitem nicht alles was die AfD von uns und unseren Familien verlangt.

Deutsche Familien,wobei nur die klassische Familienform, sprich Vater, Mutter, Kinder,  in den Augen der AfD, die einzig wahre, akzeptable ist, sollen mindestens drei  Kinder bekommen. Diese müssen natürlich gesund und ohne Makel sein. Regenbogen- und Patchwork Familien sind abzulehnen. Diese vermitteln den Kindern falsche Werte. Nämlich die, dass Andersartig nicht unnormal ist. Fertig ! Was andersartig und somit nicht normal ist entscheidet natürlich die AfD.

Sieht man sich die Führungsriege der AfD an, merkt man gleich, wie ernst sie ihre hochtrabenden Familien Forderungen nehmen wenn es um ihre eigenen Familien, geht.

Frauke Petry verließ Mann und ihre vier Kinder wegen oben genannten Marcus Pretzell

Marcus Pretzell lebt von seiner Frau und seinen ebenfalls vier Kinder getrennt

Beatrix von Storch hat…ähmmm… keine Kinder

Alexander Gauland lebt in wilder Ehe mit seiner Lebensgefährtin. Er hat eine Tochter aus einer früheren Ehe, die sich von ihm distanziert hat.

Volker Olenicak, ebenfalls Mitglied der AfD äußerte sich nach einem Video das er sah, in dem ein Lehrer einem Schüler mit einem Stock auf die Hand schlug,  lakonisch:

„Sieht hart aus aber ermöglicht in Zukunft sicher einen erträglichen Schulalltag. PS: intelligenten Schülern passiert das wohl nicht jeden Tag.“

Nach dem Motto, Mehr Haue, mehr Hirn oder schlauer durch Aua.

Demnach haben wohl die meisten AfDler zuwenig Prügel bezogen.

Solche Leute wollen uns also regieren. Sie wollen uns vorschreiben wie viele Kinder wir zu zeugen haben. Außer sie heißen Beatrix von Storch, dann brauchen sie kein einziges. Die Kinder müssen natürlich gesund sein. Als würde es Eltern geben die freiwillig und vorsätzlich lieber ein krankes als ein gesundes Kind bekommen. Vielleicht sogar aus Trotz gegen die AfD.

Sie wollen uns vorschreiben, dass Kinder einen Preußischen Drill brauchen um den Wertevorstellungen der Partei zu genügen.

Sie wollen Frauen das hart erkämpfte Recht wieder nehmen in einem Beruf zu arbeiten UND Kinder zu bekommen. Das gilt natürlich nicht für den Vorstand der AfD .

Wenn jetzt nicht ALLE Eltern und Großeltern aufschreien und die AfD zum Teufel jagen, mit den legalen Mitteln der Demokratie natürlich, spätestens bei der Wahl im Herbst 2017, dann weiß ich auch nicht mehr.

Es geht um UNSERE Kinder und Enkel. Sie sind das beste an uns. Lassen wir sie nicht im Stich. Nicht die „NORMALEN“ und nicht die mit einer Behinderung. Nehmen wir sie in unsere Mitte und beschützen sie vor den Machenschaften einer Partei wie die AfD.

November 22

Merkel. Ihre erneute Kandidatur 2017

Quelle: Awaya Legends Flickr

Zitat

„Ich brauche lange und die Entscheidungen fallen spät – dann stehe ich aber auch dazu.“

Angela Merkel zu ihrer Kandidatur

Nach endlosen Wochen der Unsicherheit und des Rätselratens ist es jetzt offiziell. Angela Merkel wird sich auch 2017 wieder zur Wahl der Bundeskanzlerin stellen.

Die erste Hürde auf diesem Weg wird der Parteitag am 6. Dezember sein auf dem sie sich der Wiederwahl zur Parteivorsitzenden stellen will, den sie seid dem 10. April 2000 inne hat.

Angela Dorothea Merkel wurde am 17. Juli 1954 in Hamburg geboren. Aufgewachsen ist sie in der ehemaligen DDR. Dort war sie als Physikerin tätig. 1990 CDU-Beitritt als stellvertretende Sprecherin der ersten frei gewählten Regierung der DDR

2005 kam es zur vorgezogenen Bundestagswahl bei der sie den amtierenden Bundeskanzler Gerhard Schröder von der SPD ablöste und damit zur ersten Kanzlerin der Bundesrepublik wurde.  Bis 2009 führte sie eine große Koalition zwischen CDU/CSU und der SPD an.

Nach der Bundestagswahl 2009 ging sie eine schwarz/gelbe Koalition mit der FDP ein und 2013 wieder eine große mit der SPD.

Im Jahr 2015 formulierte sie ihren wohl bekanntesten und Geschichtsträchtigsten Satz:

„Wir schaffen das“

…und 51% der Bundesbürger standen hinter ihr.

Als sie nur zwei Wochen später anfing diesem Satz Taten folgen zu lassen, in dem sie 4000 gestrandete Flüchtlinge aus Ungarn aufnahm, kippte die Stimmung. Zuerst im Osten der Republik. Obwohl dort die wenigsten Flüchtlinge Bundesweit aufgenommen wurden, kam es dort immer wieder zu heftigen Protesten und Ausschreitungen.

Dieser Satz und die daraufhin erfolgte Aufnahme von Flüchtlingen spaltete dass Land und die Parteien tief.

Dabei hatten wir schon einmal  eine ähnliche Situation.

1992 – 440.000 Asylanträge

2015 – 470.000 Asylanträge

Die Anträge im Jahr 1992 gab es durch die Aufnahme von Flüchtlingen wegen der Öffnung früherer Ostblockländer und dem Krieg in Jugoslawien.

Die Anträge aus 2015 hauptsächlich durch den Krieg in Syrien.

Gab es 1992 auch diese Attaken wie sie heute tagtäglich zu hören und zu lesen sind? Nun, es gab sie auch. Flüchtlingsheime wurden angezündet. Solingen, Rostock und Hoyerswerda sind einige der bekanntesten Städte aus dieser Zeit, die dadurch traurige Berühmtheit erlangten. Dort wurden Flüchtlingsheime angezündet. In Rostock-Lichtenhagen beteiligten sich hunderte, teilweise rechtsextremistische Randalierer an den Ausschreitungen. 3000 applaudierende Zuschauer behinderten die Einsatzkräfte an ihrer Arbeit.

Damals wie heute handelte es sich um Menschen die vor einem Krieg flüchteten und um Menschen die einfach ein besseres Leben wollten, für sich und ihre Familien.

Diese verbalen Angriffe wie sie heute erfolgen, können nur entstehen, weil es die sogenannten Sozialen Medien wie Facebook und Twitter gibt. Diese sind über Computer und Smartphones bequem erreich- und nutzbar.

Das ausgerechnet die Menschen im Osten unseres Landes so feindselig reagieren ist völlig unverständlich, da sie durch die heutige Flüchtlingswelle am wenigsten betroffen sind. Zumindest was die Aufnahme von Flüchtlingen angeht. Die Welt ist Gefühlsärmer, kälter geworden. Nein nicht die Welt, die Menschen die auf ihr leben.

Nun will die „Flüchtlingskanzlerin“ Merkel also wieder antreten und bewirbt sich erneut um das Amt der Bundeskanzlerin. Soweit so gut. Oder so schlecht? Das soll und muss jeder für sich selbst entscheiden und bei der Wahl im Herbst 2017 durch ein Kreuz auf dem Wahlzettel kund tun. Was allerdings seid Merkels Ankündigung abgeht ist ungeheuerlich und in dieser Form, zumindest in Deutschland ein- und erstmalig.

Nie zuvor wurde so viel Hass und Gewalt gegen einen(r) Politiker(in) öffentlich ausgesprochen.

„Ich will sie ja gar nicht schlagen, ich will sie als Volksverräterin unter die Guillotine legen“

„Soll sich verpissen am besten raus aus Deutschland“

„Hoffentlich stirbt DIE vorher noch eines natürlichen Todes“

„Wir bringen die vorher um / Tötet die / Tod der Alten / Bringt sie um“

Das ist nur ein sehr kleiner Auszug aus dem was in den Sozialen Medien an Anfeindungen geschrieben wurde.

Nun mag man von der Kanzlerin halten was man will. Aber derartige Angriffe, auch auf ihr Leben, sind unter der Gürtellinie und haben mit Meinungsfreiheit so überhaupt nichts zu tun. Es ist meines Erachtens sogar ein Fall für die Justiz.

Seine Meinung kann man jederzeit äußern. Sachlich und vor allem mit Anstand und Respekt dem Menschlichen Leben gegenüber. Wer seine Meinung äußern will soll sich der gängigen Mittel einer Demokratie bedienen. Als da wären, unter anderem, die Wahlzettel. Das und nur das kann man dann Meinungsfreiheit ausleben nennen. Nur so geht und funktioniert Demokratie. Mit all ihren Fehlern und Irrwegen.

 

 

Quelle Titelbild: Awaya Legends, Flickr

November 21

Moe. Ein Leben mit dem Autismus I

Dieser Beitrag soll nicht erklären was Autismus ist. Erstens könnte ich das aus medizinischer Sicht gar nicht und außerdem wäre es ein viel zu komplexes Thema.

Aber ich kann von meinem kleinen Enkelsohn berichten. Er ist acht Jahre alt und Autist. Im Laufe der nächsten Zeit wird jeder aus der Familie, aus seinem näheren Umfeld, einen Beitrag schreiben. Denn jeder hat eine andere Sicht der Dinge.

Maurice oder Moe wie wir ihn in der Familie alle liebevoll nennen, außer wenn er was angestellt hat 🙂 Also Moe wurde 2008 geboren. Er war, wie alle Babys, einfach nur süß. Alle Tests, die nach jeder Geburt sofort gemacht werden, bestand er mühelos. Das erste Jahr verging und nichts deutete darauf hin, dass irgendetwas anders war bei ihm. Was auffiel, dass er keine Anstalten machte zu reden. Während andere in diesem Alter mindestens schon mal Mama oder Papa sagen können interessierte er sich so gar nicht dafür etwas zu sagen. Seine Eltern fragten den Kinderarzt der daraufhin eine Untersuchung des Gehörs veranlasste. Leider war diese Untersuchung nicht so einfach, da Moe sich nicht sehr kooperativ zeigte. Nach und nach merkten wir alle, dass etwas nicht so war, wie es sein sollte ohne dass wir es genauer beschreiben konnten bzw. einige von uns es wohl auch nicht wollten.

Die Gewissheit kam um seinen dritten Geburtstag herum. Nach diversen Untersuchungen dann die niederschmetternde Diagnose „Frühkindlicher Autismus“.

Wir waren alle zutiefst erschüttert. Was bedeutete diese Diagnose. Für uns und vor allem für den kleinen? Natürlich hatten wir den Begriff Autismus alle schon gehört und der ein oder andere hatte auch eine vage Vorstellung was er bedeutet. Das diese Vorstellung tatsächlich nur vage war lernten wir in den folgenden Jahren sehr schnell.

Moe wollte außer seiner Flasche mit Säuglingsnahrung nichts essen. Als wir versuchten ihn mit einem Löffel zu füttern und sei es nur mit püriertem Obst, weigerte er sich. Von fester Nahrung ganz zu schweigen. Beim ersten Stück Brot das er einfach schluckte statt zu kauen dachten wir er würde daran ersticken. Auf Nachfrage beim Arzt hörten wir das es keine Medizinischen Probleme gäbe, die es ihm unmöglich machten zu kauen und zu schlucken.

Irgendwann langt es für ein Kleinkind allerdings nicht mehr nur die Säuglingsnahrung aus der Flasche zu sich zu nehmen. Wir fütterten ihn also mit Brei der in die Flasche abgefüllt wurde und ein größerer Sauger ermöglichte ihm diesen Brei quasi zu trinken. Auch das war anfangs sehr schwierig. Immer wieder versuchten wir es mit kleinsten Brotstückchen oder zerdrückter Banane usw. Eines Tages nahm er tatsächlich Nahrung mit einem Löffel zu sich. Widerwillig zwar aber es klappte. Mit dem Brot war das so eine Sache. Er weigerte sich es anzufassen. Also schnitten wir es in kleinste Häppchen und gaben ihm eine Gabel dazu. So aß er sein erstes festes Stück Nahrung mit ca. zwei Jahren. Immer mit der Ermahnung er solle kauen und nicht schlucken. Immer mit angsvollen Blicken, von beiden Seiten. Dann eines Tages nahm ich ein Stück Brot, legte es ihm auf seine Handfläche und es gelang mir seine Hand zu seinem Mund zu führen bis er das Brot in den Mund nahm und aß. Es war wie Weihnachten. So bedeutend wie die ersten Schritte oder die ersten Worte für andere Kinder sind. Wir alle konnten uns vor Freude kaum halten. Von diesem Moment an hatte er keine Probleme mehr feste Nahrung zu sich zu nehmen. Die Zeit der zerbissenen Sauger war vorbei.

 

Bis zu diesem Zeitpunkt wusste noch kein Arzt was ihm fehlte. Erst wie oben schon erwähnt mit drei Jahren kam die Diagnose die unser aller Leben veränderte.

Autismus

Mittlerweile hatten einige innerhalb der Familie aber schon selber diesen Gedanken geäußert. Aber, zumindest ich, wollte es wohl einfach nicht akzeptieren. Es ist nicht einfach mit einem autistischen Kind zu leben. Das Leben wie es vorher war gibt es nicht mehr. Allerdings gibt es dafür etwas anderes für mich. Ein ganz besonderes Kind, das ich liebe und, genau wie meine anderen Enkel, nicht missen will. Aber er ist kein Kind das anders behandelt wurde, außer in seiner Förderung. Machte er Blödsinn bekam und bekommt er auch Ärger wie die anderen Enkel. Es werden nicht mehr Rituale abgehalten als bei ihnen. Ist er über Nacht bei mir muss er sich das Lied „Guten Abend, Guten Nacht“ genauso anhören wie seine drei Cousinen vor ihm, denen ich es vorgesungen habe. Es steht nicht jeden Morgen auf dem Frühstückstisch die gleiche Marmelade an der gleichen Stelle. Er sitzt auch nicht immer auf dem selben Stuhl. Eben einfach wie er grad möchte oder es passt. Bisher haben ihn solche oder ähnliche Veränderungen überhaupt nicht gestört. Er hat es eben auch nicht anders kennen gelernt. Vielleicht, so die Meinung einiger Experten, ist das genau die Ursache dafür, das Moe nicht diese Angst vor Veränderungen hat wie es bei Autisten üblich ist. Wissen können wir es alle nicht, da er bis heute leider kein einziges Wort spricht.

Längerer Blickkontakt fällt ihm schwer aber er kuschelt sehr gerne und jedes Familienmitglied bekommt zur Begrüßung und zum Abschied ein Küsschen. Er macht sich seine Brote meistens selbstständig, isst mit Besteck und trinkt alleine. Die Kommunikation klappt auch ohne Worte und Gesten sehr gut. Und das Highlight, seit einigen Wochen braucht er tagsüber keine Windeln mehr. Das sind Momente voll Freude und unbezahlbar.

Moe wird bald neun Jahre alt.

 

 

 

 

November 14

Verstehen hat nicht immer mit Verstand zu tun

„Ein Individuum wird erst in örtlicher Diskrepanz zum Ursprungsland den Hiatus zwischen dem Eigenen und dem Fremden erfassen können.“

Verstehen Sie diesen Satz? Ich habe ihn im Internet gefunden als ich für diesen Beitrag nachforschte. Nach einigem Suchen fand ich die Übersetzung. Es war ein Student der diesen Satz sagte und ein Kommilitone der ihn nur teilweise verstand. Übersetz in Verständlich heißt er:

„Kulturelle Unterschiede werden uns erst auf Reisen bewusst.“

Warum müssen Sätze gesprochen oder geschrieben werden, die kaum einer versteht? Was macht Sprache dann noch für einen Sinn?

Hier einige Beispiele für gebräuchliche aber dennoch nicht immer aus dem Stand erklärbare Fremdwörter.

  • polarisieren – „Gegensätze schaffen“, „trennen“.
  • Demagoge – „Volksaufhetzer“.
  • designieren – „(für ein noch nicht besetztes Amt) bestimmen“.
  • erratisch – „vereinzelt“ oder „verirrt“, „willkürlich“.
  • Chauvinismus – Einstellung (von Männern), Frauen als minderwertig einzustufen
  • polemisch – „aggressiv“, „überspitzt“ in Bezug auf eine Argumentation, Aussage etc.
  • Despot – „Gewaltherrscher“.
  • Ressentiment – „heimlicher Groll“.
  • konsterniert – „fassungslos“, „verblüfft“ oder „bestürzt“.
  • Xenophobie – „Fremdenangst“, „Fremdenfeindlichkeit“.
  • subtil – „fein strukturiert“, „unterschwellig“, „präzise/bis ins detail geplant“.
  • pragmatisch – „sachbezogen“
  • dekadent – „ausschweifend“, „verschwenderisch“, „im kulturellen Niedergang begriffen“
  • dito – „ebenfalls“, „gleichfalls“
  • rudimentär – „unzureichend“, „unvollkommen“, „nur ansatzweise“
  • obsolet – „veraltet“, „überholt“
  • ambivalent – „zwiespältig“, „doppeldeutig“
  • extrovertiert – „nach außen gerichtet“, „aufgeschlossen“
  • redundant – „mehrfach vorhanden“, „überzählig“
  • per se – „von selbst“, „für sich“
  • kognitiv – „das Denken, Verstehen oder Wissen betreffend“
  • subsidiär – „unterstützend“, „behelfsmäßig“
  • eloquent – „sprachgewandt“
  • Konnotation – „Nebenbedeutung“, „Beiklang

Kein Tag an dem man nicht mit Fremdwörtern konfrontiert wird. Kaum ein Tag an dem nicht ein Neues dazu kommt. Blieb es früher den Behörden vorbehalten, uns mit Worten, die wir erst im Duden nachschlagen mussten zu bombardieren, scheint es heute zum Alltag zu gehören. Da sollte es einen doch nicht wundern das sich Menschen kaum noch verstehen. Ohne Google, das den Duden größtenteils abgelöst hat, versteht kaum ein Normalbürger Briefe, die ihm von Behörden geschickt werden. Ein Formular auszufüllen ohne Rechtsbeistand ist beinahe unmöglich und grenzt nahezu an Fahrlässigkeit.

Erst kürzlich hörte ich von einer Anwältin für Soziales und Arbeitsrecht, dass sie sich drei Wochen mit einem Antrag für Hartz IV auseinandersetzen musste um ihn zu verstehen. Der Antragsteller soll diesen innerhalb kürzester Zeit ausfüllen. Man wird aber „netterweise“ vor der Unterschrift darauf hingewiesen, dass falsche Angaben Sanktionen, sprich Strafe, nach sich ziehen. Ein Schelm der böses dabei denkt.

Da es in solchen Anträgen aber immer auch um ein menschliches Schicksal geht, wäre es meiner Meinung nach Zeit diese, typisch Deutsche Bürokratie, endlich zu überarbeiten.

Aber nicht nur bei Behörden auch im täglichen Gesprächen werden wir mit Worten überschüttet die wir, zumindest nicht sofort, erkennen. Warum müssen immer mehr Fremdwörter benutzt  bzw. deutsche Worte in eine andere Sprache verwandelt werden. Bei Worten wie Computer zum Beispiel ist das noch völlig ok. Aber warum wird ein Lied nicht weiterhin Lied genannt sondern als Song bezeichnet? Warum heißt es  „Servicepoint“ und nicht Auskunft? Warum heißt es „Cash“ und nicht Bargeld? Warum heißt es nicht Gedankenaustausch statt “ Brainstorming“?  „All Age“ heißt es bei Filmen und Büchern und weisen darauf hin, das sie „für alle Altersgruppen“ geeignet sind. „Anti-Aging,“ ein Begriff der in der Kosmetikindustrie geläufig geworden ist und „nicht alternd“ heißt. Was dieses „Anti-Aging“ allerdings im Zusammenhang mit Bier aussagen soll entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht, „Lieber saufen als laufen?“

Die Aufzählung könnte ich endlos fortführen doch ich weiß nicht ob es noch Computer geben wird sollte ich jemals damit fertig werden.

Es sind bei weitem nicht nur unsere älteren Mitbürger die sich mit dieser „SPRACHE“  nicht anfreunden können. Auch immer mehr jüngere haben ihre Schwierigkeiten damit. Selbst Studenten tun sich manchmal schwer , siehe oben.

So schließe ich meinen heutigen Beitrag mit einem Satz aus dem Lied Denglisch der Gruppe Wise Gays, zu Deutsch Klugscheißer oder Besserwisser

Oh Herr gib mir meine Sprache wieder

 

 

November 9

Donald Trump, Präsident der USA.

Sehr zögernd und widerwillig hat die Tastatur meines Laptops reagiert als sie  „Donald Trump, Präsident der USA“ schreiben soll. Doch auch sie musste sich, wie wir alle, fügen. Es ist eingetroffen was kaum einer für möglich gehalten hat. Selbst die Institute lagen noch nie so sehr daneben mit ihren Vorhersagen. Es ist ein Schock und doch unumstößlich.

Donald Trump wird der 45. Präsident der USA sein.

Ende Januar 2017 wird er ins Weisse Haus einziehen.

Ein Präsident der Minderheiten öffentlich beschimpft und im Falle der Latinos gar als Verbrecher und Vergewaltiger betitelt. Einer der eine Mauer zur Grenze Mexikos errichten lassen will. Der am liebsten jedem Kind zur Geburt schon eine Waffe in die Wiege legen würde. Einer der Amerika abschotten will gegen die restliche Welt. Der gegen die Freihandelsabkommen wettert. All das ist so unvorstellbar und doch ist es eingetroffen.

Der 9. November war bisher ein Datum der für Deutschland oft ein Schicksalstag war.

Er markiert den Beginn der ersten deutschen Republik, den Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung und den Fall der Berliner Mauer.

Jetzt auch ein Schicksalstag für die USA?

Was wird jetzt passieren? So wie Trump im Wahlkampf aufgetreten ist, kann er sich als Präsident nicht benehmen, das steht fest. Zumindest nach außen muss er an seinem Betragen ganz dringend arbeiten. Denn so wie er bisher auftrat wird er „SEIN“ Amerika in der Welt blamieren. Als poltender und pöbelnder Rassist und Sexist. Als einer der Minderheiten diskriminiert. Als einer der öffentlich fragt warum die USA noch nicht die Atombombe eingesetzt hat. All das trägt dazu bei, dass sich einem die Nackenhaare aufstellen denkt man an die Zukunft Amerikas und die Zukunft der Welt.

Was geht in Menschen vor die jemanden, der offen seinen Hass auf anders denkende ausspricht zu wählen? Es ist unbegreiflich.

Wir können nur abwarten und hoffen.

Hoffen, dass er an eine unsichtbare Leine genommen wird. Hoffen, dass er nur spielen und nicht beißen will. Hoffen, dass der Hass den er im Wahlkampf verbreitet hat nur Taktik war.

Fest steht, dass der Schock groß ist. In Amerika und in der Welt.

Doch sollten wir uns hier in Deutschland vorsehen zu fragen wie die Amerikaner so wählen konnten. Hier, wo eine Partei wie die AfD in einigen Landtagen eingezogen ist. Teilweise mit bis zu 15%

Fest steht, die Welt erlebt einen Wandel.

Was diese Wahl in den USA für Auswirkungen auf die nächsten Wahlen in Europa, sprich Frankreich, den Niederlanden und Deutschland haben wird, bleibt abzuwarten.

Wir müssen darauf hoffen, dass die Wahlkämpfe nicht so schmutzig, respektlos und hasserfüllt ausgetragen werden wie der letzte in Amerika. Der Boden dafür ist durch die rechten Parteien auf jeden Fall schon bestellt. Die sogenannten etablierten Parteien müssen Sorge dafür tragen, dass es hart aber fair und sauber ablaufen wird. Nicht alles was aus der USA kommt ist gut und muss übernommen werden. Aber vielleicht macht Trump sein Versprechen ja wahr und fechtet die Wahl an. Ach ne, das wollte er ja nur wenn er verliert. Aufschlussreich wie sehr der neue Präsident die Meinung der Wähler respektiert. Natürlich nur solange sie zu seinen Gunsten stimmen.

Besonnen bleiben, Ruhe bewahren und abwarten. Auch wenn es schwer fällt. Mehr bleibt uns im Moment nicht.

 

 

 

Oktober 31

Gaffer, Rücksichtslos und gefährlich

Timmendorfer Strand 2016

Früh an einem Mittwoch Morgen wird die freiwillige Feuerwehr Timmendorfer Strand zu einem Einsatz gerufen. Das Dach eines Einkaufszentrum brennt. Das Gebäude stammt aus den 70er Jahren und ist durch Umbauten dementsprechend verschachtelt, so das sich die Löscharbeiten als schwierig und langwierig erweisen. Mehr als 150 Feuerwehrleute kämpfen Stunde um Stunde gegen die Flammen.

Eine freundliche, ortsansässige Bäckerei stellt den ehrenamtlichen Helfern  kostenlos belegte Brötchen zur Verfügung. Doch statt der Frauen und Männer von der Freiwilligen Feuerwehr greifen einige junge Gaffer beherzt zu und fragen sogar noch ob es auch Tee oder Kaffee gäbe….

 

Eine Eisdiele im Sommer 2015

Eine Autofahrerin rast mit ihrem Auto in eine vollbesetzte Eisdiele. Bei dem Unfall sterben ein 65 jähriger Mann und ein 2 jähriges Kind. Sechs weitere Menschen werden verletzt.

Retter sind dabei die Verletzten und Getöteten zu bergen als sich ein Gaffer durch die Absperrung drängt um zu filmen. Als er aufgefordert wird den Unfallort zu verlassen, holt er sich zwei Brüder zur Verstärkung. Es kommt zum Widerstand gegen Polizeibeamte.

Vor Gericht verteidigen sie sich damit, das sie sich nur um das Wohl der Opfer sorgten…

 

Der Vorraum einer Bank in Essen 2016

Ein 82 jähriger bricht im Vorraum einer Bank zusammen. Nach und nach betreten vier weitere Personen den Raum. KEINER leistet Hilfe. Selbst ein Notruf setzt keiner der vier ab. Sie steigen im Gegenteil über den hilflos am Boden liegenden Mann, tätigen ihre Bankgeschäfte und verlassen die Bank.

Erst nach langen 20 Minuten wird von einem weiteren Passanten der die Bank betritt ein Notruf abgesetzt. Zu spät für den Mann. Er verstirbt einige Tage darauf…

 

Dieses sind nur drei Beispiele über  Gaffer und unterlassener Hilfeleistung. Hier könnte anstelle eines Berichtes auch ein Buch entstehen. Unzählige Geschichten gibt es über das Phänomen GAFFER.

Was ist dass, das  „Menschen“ dazu bringt sich am Leid anderer zu ergötzen und sogar über hilflose Personen zu steigen anstatt zu helfen?

Verrohung, Gefühlskälte, Menschenverachtung, Gleichgültigkeit?

Wie können sie nachts schlafen ohne die Opfer vor sich zu sehen sobald sie die Augen schließen? Vermutlich gut. Sind sie sich doch meist gar nicht im klaren darüber, dass es verwerflich ist was sie da getan, bzw. nicht getan haben.

Vielleicht meinten die jungen Gaffer am Timmendorfer Strand sie hätten ein Anrecht auf die Brötchen. Schließlich wird man hungrig beim stundenlang zusehen müssen wie Freiwillige ein Feuer löschen.

Vielleicht fanden die Männer an der Eisdiele, dass sie ein Recht hätten die Opfer zu filmen. Wahrscheinlich bekommt man viele Klicks im Internet bei einer Veröffentlichung.

Vielleicht dachten die vier Besucher in der Bank, dass sie ja  sowieso keine Ahnung hätten wie man dem Mann hätte helfen können. Dann lässt man ihn eben liegen. Wird schon jemand kommen der hilft.

Solange diese „MITMENSCHEN“ kaum eine härtere Strafe erwarten müssen außer einem Klaps auf die Finger wird sich kaum etwas ändern. Dabei kann so etwas wie ein Unfall oder ein Krankheitsbedingter Notfall jeden von uns und jederzeit treffen. Und jeder von uns wäre froh in so einem Fall sofortige Hilfe zu bekommen und darüber, dass unsere Menschenwürde geachtet wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

Oktober 17

Alle(ine) gegen Nazis

Bottrop gegen Nazis. Das ist der Name einer Gruppe Mutiger, die sich am 25. August 2015 gegründet hat um sich den Rechten in unserem Land entgegenzustellen. Eine Gruppe unter unendlich vielen.

Nun steht sie vor dem Aus. Nicht etwa weil die Gefahr von Rechts gebannt wäre oder sie einfach keine Lust mehr hätten. Nein, es ist so viel schlimmer. Die Gruppe wird wohl aufgeben um das Leben ihrer Betreiber und deren Familien zu schützen. Beleidigungen und Hasskommentare  haben sie für ihr Engagement ertragen müssen. Aber sie gaben nicht auf. Doch nun geht es um ihr Leben und das ihrer Familien. Es ist eine Schande, dass wir in Deutschland wieder Angst vor der rechten Nazibrut haben müssen. Das wir nicht mehr unsere Meinung sagen und schreiben dürfen ohne Repressalien von Verbrechern zu befürchten.

Zivilcourage fordert die Regierung von den Bürgern. Sich auflehnen gegen Fremdenhass, Intoleranz, Rassismus und Extremismus. Das hört sich auch erstmal gut und richtig an. Ist es eigentlich auch. Aber eben nur eigentlich. Denn so sehr wir Menschen in Deutschland uns zusammenschließen, so sehr wir uns organisieren, am Ende werden wir von der Regierung im Stich gelassen. Man lässt zu, dass man uns beleidigt, diffamiert. Sogar vor Morddrohungen schreckt das braune Pack nicht zurück. Die Polizei oder zumindest ein großer Teil, macht es Demonstranten gegen Pegida, AfD und anderen Naziaufmärschen sehr schwer. Sie werden eingekesselt oder von Gegendemonstrationen abgehalten. Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die deutsche Justiz eingreifen muss. Zeichen setzen und das deutlich, schnell und unbürokratisch. Mit einem Klaps auf die Finger und dem Hinweis wieder lieb zu sein, ist es nicht länger getan.

Morddrohungen können laut §241 Absatz 1 StGB mit bis zu einem Jahr Gefängnis oder einer Geldstrafe bestraft werden.

Es ist an der Zeit, dass die Gesetze vollends ausgeschöpft werden. Sprich ein Exempel zu statuieren, dass den Bedrohern zeigt, dass sie mit sowas nicht durchkommen und dass die Menschen in unserem Land geschützt werden vor solchen Verbrechern.  Das gleiche gilt im übrigen für jede Gewalttat.

Die große Mehrheit der Bevölkerung ist bereit sich gegen die Extremisten in unserem Land zu stellen.

Ich fordere von der Regierung und der Justiz,  dass sie dabei an und auf unserer Seite sind. Und das nicht nur mit Worten sondern mit Taten.

Oktober 13

Eine Stadt wächst über sich hinaus

Es war am Morgen des 22. Juli 2015 als völlig unerwartet die Nachricht kam das Flüchtlinge in Witten untergebracht werden sollten. Soweit so gut. Dass sie Flüchtlinge schon am Abend desselben Tages eintreffen sollten machte eine schnelle aber effektive Organisation von Nöten.

Nach einer Krisensitzung im Rathaus wurde eine Turnhalle bestimmt, die hergerichtet werden sollte um die ersten Flüchtlinge zu beherbergen.

Mit Hilfe des DRK Witten, dem ASB, der Feuerwehr und des THW wurde die Jahnhalle in eine Notunterkunft umgebaut. Die Zusammenarbeit der Organisationen sollte sich in den nächsten Monaten vertiefen.

Viele Menschen, auch und besonders aus der Wittener Bevölkerung, sollten sich in der folgenden Zeit einfinden um ihre Hilfe anzubieten. Es war überwältigend. Eine Welle der Hilfsbereitschaft zog quer durch die kleine Stadt. Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entstand wo vor kurzem noch jeder seine eigenen Weg ging und kaum einer den anderen kannte. Wie es eben so ist in unseren Städten.

Am ersten Tag meldeten sich bereits 130 Freiwillige beim DRK die helfen wollten.Und diese Hilfsbereitschaft sollte sich in den nächsten Wochen und Monaten fortsetzen. Am Ende sollten es an die 700 Freiwillige jeden Alters sein die sich in den Dienst der guten Sache stellten.

So fuhren nun also am Abend des 22 Juli 2015  Busse mit ersten Flüchtlingen an der Jahnhalle vor.

Die Menschen in den Bussen schauten mit erschöpften Gesichtern auf die Menschen mit zuversichtlichen Gesichtern die zum Empfang bereit standen.

Ein erstes zaghaftes Lächeln bei den Kindern als sie unter dem Empfangskomitee einen Clown entdeckten.

Ein Slogan wurde bald gefunden und über die Stadtgrenzen hinaus bekannt,

„Witten engagiert sich“ und „Hand in Hand“ 

Großer Beliebtheit erfreute sich das sogenannte

PICNIC INTERNATIONAL

picnic Quelle des Fotos DRK Witten

 

Das erste Zusammentreffen der Wittener Bevölkerung  mit den Flüchtlingen war ein weiterer Meilenstein und wurde, auf Grund seines riesigen Erfolges und auf Wunsch der Bürger, immer gefeiert wenn Neue Flüchtlinge eintrafen. Es wurden Salate, Kuchen, Suppen und viele andere Köstlichkeiten mitgebracht. In der Unterkunft wurde ebenfalls, mit Hilfe der Flüchtlinge, gekocht und gebacken.

Am Schluss bogen sich die Tische unter der Vielfalt der Speisen die von allen gerne angenommen wurde. Unter einem strahlend blauen Himmel traf man sich später auf der großen Rasenfläche hinter der Halle. Viele hatten Decken mitgebracht und es war köstlich mit anzusehen wie sich Menschen die kein Wort des anderen verstehen konnten mit Händen und Füssen verständigten.

Kinder aller Nationen spielten miteinander als würden sie sich schon ewig kennen. Es ist doch eigentlich so einfach.

picnic2Quelle des Fotos DRK Witten

Fazit: Auch wenn es hin und wieder zu Spannungen kam, was völlig normal ist wenn viele Menschen auf engstem Raum zusammen leben und arbeiten, war diese Unterkunft ein Vorzeigemodell wie es gehen kann.

Mit der Hilfe vieler kann vielen geholfen werden.

Die folgenden Monate waren gleichsam ereignisreich und spannend und zeigten wie hilfsbereit die Menschen in Witten, einer Stadt an der Ruhr, mitten im Pott sind.