November 30

Ein Jahr vor der Bundestagswahl – Der Wahlkampf hat begonnen


Ein Jahr vor der eigentlichen Wahl hat er schon begonnen. Der Wahlkampf. Noch diffus und doch für Beobachter schon merklich. Die SPD entfernt sich von Merkel und kritisiert sie auch öffentlich, vor allem wegen ihrer Flüchtlingspolitik. Schon zum Ende des Sommers kam es zu ersten Kritiken. Die Union habe die Aufgabe unterschätzt und ein lapidarer Satz wie »Das schaffen wir« sei einfach zu wenig. So der SPD–Vorsitzende Gabriel. Ralf Stegner, SPD-Vize Chef erklärte, nach der katastrophalen Niederlage in Mecklenburg-Vorpommern,  Merkel hätte ihren Zenit überschritten. War die SPD bis dato nicht beteiligt an der Regierung? Meines Erachtens sind es bis heute. Die SPD aber dreht hart bei.

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff

Erinnert irgendwie ein wenig an Fußball. Da wissen einige sofort nach einem verlorenen Spiel, oft sind es auch Mitglieder des eigenen Teams, was der Trainer falsch gemacht hat und geben kluge Ratschläge. Vorher finden viele alles was der Teamleiter sagt richtig. Verliert die Mannschaft wussten genau diese Jasager schon immer, das es so kommen würde. Hinterher sind alle schlauer. Für mich sind das sogenannte Schönwetter Freunde. Im Fußball und in der Politik. Nach dem Motto. Was schert mich mein dummes Gerede von gestern? Und noch ein Spruch fällt mir dazu ein: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde. Doch genau wie beim Fußball jedes Teammitglied seinen Anteil an Sieg oder Niederlage hat, ist es auch in der Politik.

Wahlkämpfe hatten von jeher eine Eigendynamik und waren selten durch übertriebene Freundlichkeit oder Zimperlichkeit zwischen den Parteien gekennzeichnet. Das liegt aber wohl an der Materie an sich. Da prallen verschiedene Meinungen aufeinander und erzeugen Reibungspunkte. Bis zu einem gewissen Punkt ist das auch wichtig.  Allerdings, ist  ein neuer Spieler aufgetaucht. Die AfD. Durch sie werden wir wohl eine neue Dimension des Wahlkampfes erleben. Wir sollten uns auf ein verbales Blutbad einstellen.

Sieht man sich an, was in den sozialen Medien wie Facebook oder Twitter in den vergangenen Wochen und Monaten abgegangen ist, weiß man, dass dieser Wahlkampf anders geführt wird als die vorherigen. Haben wir beim Beobachten des amerikanischen Wahlkampfes, verwundert, teilweise entsetzt kaum unseren Ohren getraut, dürfen wir auf eine deutsche Fortsetzung gespannt sein.

Denkwürdige oder wohl eher peinliche Auftritte der AfD Spitze lassen Raum für Spekulationen?

Björn Höcke, AfD Vorsitzender im thüringischen Landtag.

Da holt er während einer Talkshow am 19.10.16 mit Günter Jauch, eine Deutschlandfahne aus der Tasche seines Sakkos und legt sie über die Lehne seines Sessels.

Zitat:

„Ich will damit zeigen, dass die AfD die Stimme des Volkes spricht, gegen eine verrückt gewordene Altparteien Politik.“

Bei Reden von Björn Höcke fühlt man sich unwillkürlich an Goebbels erinnert. Sieht man sich Videos im direkten Vergleich an, ist die Rhetorik, die Gestik und die Lautstärke der Redner und selbst die Wahl der Aussagen erstaunlich ähnlich. Der Rassismus kaum bis gar nicht verhohlen. Ein Beispiel der Ausländerfeindlichkeit des AfD Politikers.

Zitat:

„Im 21. Jahrhundert trifft der lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp auf den selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp.“ (Björn Höcke über Asylbewerber aus Afrika)

Frauke Petry. Nach einem Monate andauernden Machtkampf innerhalb der Partei wurde sie 2015 erneut (gemeinsam mit Jörg Meuthen) zur Bundessprecherin gewählt.

Sie, schimpft auf die Presse, das diese sich die Fakten zurechtbiegt und betitelt sie als Pinocchio-Presse. Mittlerweile gilt sie selbst als Pinocchio unter den Talkshowgästen. Auch sie hat ihre verbalen Entgleisungen. Bei ihrer Rede zum Tag der Deutschen Einheit soll sie, Laut FAZ, prophezeit haben sie sähe einen Konflikt zwischen in Europa ansässigen „Transferempfängern“ und dem eingewanderten „Lumpenproletariat der afro-arabischen Welt“. Außerdem fragte sie: „Was soll man denn von diesen ganzen ›Deutschland-ist-bunt‹-Kampagnen halten? […] Bunt ist auch ein Komposthaufen.“

Nun ist die Sprache unter Politikern, gerade im Wahlkampf, schon immer etwas deftiger gewesen als im täglichen Politikgeschäft. Aber solche extrem beleidigenden und diskriminierenden Auswüchse, sind neu. Für eine Partei, die uns regieren will, einfach nicht akzeptabel.

Wie haltet ihr von dieser Art des Wahlkampfes? Ich würde mich über eure Kommentare zu meinem Beitrag sehr freuen.

 




Veröffentlicht30. November 2016 von Mija in Kategorie "Was zum diskutieren", "Was zum nachdenken

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