Dezember 22

Die Medien von Funk, TV, Zeitung und Internet

 

Jeden Tag berichten darüber sie darüber, was in der Welt und in unserem Land vorgeht. Die Medien. Wir hören und lesen Nachrichten, die sie uns übermitteln. Manche von uns lesen die Schlagzeilen und gestalten sich den Bericht darunter wie er ihrem Weltbild entspricht. Wieder andere lesen den Beitrag teilweise und formulieren den Rest selbst. Nur wenige lesen die Artikel bis zum Ende und versuchen zu verstehen was sie bedeuten. Genau so verfahren wir mit den Nachrichten aus Funk und Fernsehen.

Um das gleich klar zu stellen, es gibt durchaus Medien, die nach bestem Wissen und Gewissen berichten. Doch leider gibt es davon nur noch wenige. Die meisten berichten Sensationslüstern. Je dramatischer und blutrünstiger die Überschrift, umso mehr Leser oder Zuhörer. Da werden Videos, die von Laien bei einer Tragödie aufgenommen wurden, ungeschnitten ins Netz gestellt oder im TV verbreitet. Auch die Mitarbeiter einiger Sender, die vor Ort sind, scheuen sich nicht, ihre Kameras ein ums andere Mal auf Opfer zu richten. Dramatisch wird auch noch gezoomt was die Kamera hergibt.

Was bei dieser Art der Berichterstattung meist zu kurz kommt, sind die Fakten.

Die sogenannten Online Zeitungen sind besonders reißerisch, und als wäre das nicht schon schlimm genug, besitzen sie eine Doppelmoral die ihresgleichen sucht.

Erst wird eine fette Überschrift geschrieben, die gelesen und sofort von vielen kommentiert wird. Wen interessieren schon Fakten. Die Kommentare die unter diesen Schlagzeilen stehen, lassen meist sofort erkennen was für eine Klientel da ihre „Meinung“ kundtut. Mit so viel Hass und Brutalität geschrieben, dass einem die Haare zu Berge stehen. Oft fehlen einem einfach die Worte. Doch dann geschieht das, was ich mit der Doppelmoral meine. Dieselbe Zeitung, die gerade noch diese Überschrift gedruckt hat, empört sich nun über die Schreiber der Kommentare und wirft ihnen vor Unmenschlich und Gefühllos zu sein. Das ist dann wieder eine neue Schlagzeile. Letztendlich schreiben sich derartige Zeitungen fast von selbst. Es braucht nur eine einzige Überschrift, die nächste ergibt sich aus den Kommentaren der Leser.

Nun ist es natürlich nicht die Aufgabe der Medien, Menschen zu erziehen, und jeder ist letztlich selbst verantwortlich für das, was er sagt oder schreibt. Aber, die Medien dürfen nicht die sein, die immer und immer wieder Öl ins Feuer gießen nur um ihre Auflagen zu steigern. Das grenzt meiner Meinung nach an Fahrlässigkeit. Die Wahrheitsfindung scheint nicht mehr so wichtig.

Das Mediengeschäft ist sicher hart, der Konkurrenzkampf teilweise gnadenlos. Doch das darf kein Argument sein für die Art wie die Medien mit ihren Konsumenten spielen. Mit ihren Ängsten und ihrer Verunsicherung. Guter Journalismus wird nur noch selten praktiziert und geht in der Masse leider oft unter. Das was wir Leben nennen dreht sich immer schneller. Kurzinfos sind das, was die Fakten ersetzen soll. Was dabei auf der Strecke bleibt ist die Möglichkeit hinter die Ereignisse zu blicken und damit auch auf die Wahrheit. Was zuletzt verloren geht ist die Pietät, der Anstand und das Mitgefühl.




Veröffentlicht22. Dezember 2016 von Mija in Kategorie "Was zum diskutieren", "Was zum nachdenken

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