Oktober 13

Eine Stadt wächst über sich hinaus

Es war am Morgen des 22. Juli 2015 als völlig unerwartet die Nachricht kam das Flüchtlinge in Witten untergebracht werden sollten. Soweit so gut. Dass sie Flüchtlinge schon am Abend desselben Tages eintreffen sollten machte eine schnelle aber effektive Organisation von Nöten.

Nach einer Krisensitzung im Rathaus wurde eine Turnhalle bestimmt, die hergerichtet werden sollte um die ersten Flüchtlinge zu beherbergen.

Mit Hilfe des DRK Witten, dem ASB, der Feuerwehr und des THW wurde die Jahnhalle in eine Notunterkunft umgebaut. Die Zusammenarbeit der Organisationen sollte sich in den nächsten Monaten vertiefen.

Viele Menschen, auch und besonders aus der Wittener Bevölkerung, sollten sich in der folgenden Zeit einfinden um ihre Hilfe anzubieten. Es war überwältigend. Eine Welle der Hilfsbereitschaft zog quer durch die kleine Stadt. Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entstand wo vor kurzem noch jeder seine eigenen Weg ging und kaum einer den anderen kannte. Wie es eben so ist in unseren Städten.

Am ersten Tag meldeten sich bereits 130 Freiwillige beim DRK die helfen wollten.Und diese Hilfsbereitschaft sollte sich in den nächsten Wochen und Monaten fortsetzen. Am Ende sollten es an die 700 Freiwillige jeden Alters sein die sich in den Dienst der guten Sache stellten.

So fuhren nun also am Abend des 22 Juli 2015  Busse mit ersten Flüchtlingen an der Jahnhalle vor.

Die Menschen in den Bussen schauten mit erschöpften Gesichtern auf die Menschen mit zuversichtlichen Gesichtern die zum Empfang bereit standen.

Ein erstes zaghaftes Lächeln bei den Kindern als sie unter dem Empfangskomitee einen Clown entdeckten.

Ein Slogan wurde bald gefunden und über die Stadtgrenzen hinaus bekannt,

„Witten engagiert sich“ und „Hand in Hand“ 

Großer Beliebtheit erfreute sich das sogenannte

PICNIC INTERNATIONAL

picnic Quelle des Fotos DRK Witten

 

Das erste Zusammentreffen der Wittener Bevölkerung  mit den Flüchtlingen war ein weiterer Meilenstein und wurde, auf Grund seines riesigen Erfolges und auf Wunsch der Bürger, immer gefeiert wenn Neue Flüchtlinge eintrafen. Es wurden Salate, Kuchen, Suppen und viele andere Köstlichkeiten mitgebracht. In der Unterkunft wurde ebenfalls, mit Hilfe der Flüchtlinge, gekocht und gebacken.

Am Schluss bogen sich die Tische unter der Vielfalt der Speisen die von allen gerne angenommen wurde. Unter einem strahlend blauen Himmel traf man sich später auf der großen Rasenfläche hinter der Halle. Viele hatten Decken mitgebracht und es war köstlich mit anzusehen wie sich Menschen die kein Wort des anderen verstehen konnten mit Händen und Füssen verständigten.

Kinder aller Nationen spielten miteinander als würden sie sich schon ewig kennen. Es ist doch eigentlich so einfach.

picnic2Quelle des Fotos DRK Witten

Fazit: Auch wenn es hin und wieder zu Spannungen kam, was völlig normal ist wenn viele Menschen auf engstem Raum zusammen leben und arbeiten, war diese Unterkunft ein Vorzeigemodell wie es gehen kann.

Mit der Hilfe vieler kann vielen geholfen werden.

Die folgenden Monate waren gleichsam ereignisreich und spannend und zeigten wie hilfsbereit die Menschen in Witten, einer Stadt an der Ruhr, mitten im Pott sind.

 

 

 

 




Veröffentlicht13. Oktober 2016 von Mija in Kategorie "Was zum diskutieren", "Was zum nachdenken

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