November 22

Merkel. Ihre erneute Kandidatur 2017

Quelle: Awaya Legends Flickr

Zitat

„Ich brauche lange und die Entscheidungen fallen spät – dann stehe ich aber auch dazu.“

Angela Merkel zu ihrer Kandidatur

Nach endlosen Wochen der Unsicherheit und des Rätselratens ist es jetzt offiziell. Angela Merkel wird sich auch 2017 wieder zur Wahl der Bundeskanzlerin stellen.

Die erste Hürde auf diesem Weg wird der Parteitag am 6. Dezember sein auf dem sie sich der Wiederwahl zur Parteivorsitzenden stellen will, den sie seid dem 10. April 2000 inne hat.

Angela Dorothea Merkel wurde am 17. Juli 1954 in Hamburg geboren. Aufgewachsen ist sie in der ehemaligen DDR. Dort war sie als Physikerin tätig. 1990 CDU-Beitritt als stellvertretende Sprecherin der ersten frei gewählten Regierung der DDR

2005 kam es zur vorgezogenen Bundestagswahl bei der sie den amtierenden Bundeskanzler Gerhard Schröder von der SPD ablöste und damit zur ersten Kanzlerin der Bundesrepublik wurde.  Bis 2009 führte sie eine große Koalition zwischen CDU/CSU und der SPD an.

Nach der Bundestagswahl 2009 ging sie eine schwarz/gelbe Koalition mit der FDP ein und 2013 wieder eine große mit der SPD.

Im Jahr 2015 formulierte sie ihren wohl bekanntesten und Geschichtsträchtigsten Satz:

„Wir schaffen das“

…und 51% der Bundesbürger standen hinter ihr.

Als sie nur zwei Wochen später anfing diesem Satz Taten folgen zu lassen, in dem sie 4000 gestrandete Flüchtlinge aus Ungarn aufnahm, kippte die Stimmung. Zuerst im Osten der Republik. Obwohl dort die wenigsten Flüchtlinge Bundesweit aufgenommen wurden, kam es dort immer wieder zu heftigen Protesten und Ausschreitungen.

Dieser Satz und die daraufhin erfolgte Aufnahme von Flüchtlingen spaltete dass Land und die Parteien tief.

Dabei hatten wir schon einmal  eine ähnliche Situation.

1992 – 440.000 Asylanträge

2015 – 470.000 Asylanträge

Die Anträge im Jahr 1992 gab es durch die Aufnahme von Flüchtlingen wegen der Öffnung früherer Ostblockländer und dem Krieg in Jugoslawien.

Die Anträge aus 2015 hauptsächlich durch den Krieg in Syrien.

Gab es 1992 auch diese Attaken wie sie heute tagtäglich zu hören und zu lesen sind? Nun, es gab sie auch. Flüchtlingsheime wurden angezündet. Solingen, Rostock und Hoyerswerda sind einige der bekanntesten Städte aus dieser Zeit, die dadurch traurige Berühmtheit erlangten. Dort wurden Flüchtlingsheime angezündet. In Rostock-Lichtenhagen beteiligten sich hunderte, teilweise rechtsextremistische Randalierer an den Ausschreitungen. 3000 applaudierende Zuschauer behinderten die Einsatzkräfte an ihrer Arbeit.

Damals wie heute handelte es sich um Menschen die vor einem Krieg flüchteten und um Menschen die einfach ein besseres Leben wollten, für sich und ihre Familien.

Diese verbalen Angriffe wie sie heute erfolgen, können nur entstehen, weil es die sogenannten Sozialen Medien wie Facebook und Twitter gibt. Diese sind über Computer und Smartphones bequem erreich- und nutzbar.

Das ausgerechnet die Menschen im Osten unseres Landes so feindselig reagieren ist völlig unverständlich, da sie durch die heutige Flüchtlingswelle am wenigsten betroffen sind. Zumindest was die Aufnahme von Flüchtlingen angeht. Die Welt ist Gefühlsärmer, kälter geworden. Nein nicht die Welt, die Menschen die auf ihr leben.

Nun will die „Flüchtlingskanzlerin“ Merkel also wieder antreten und bewirbt sich erneut um das Amt der Bundeskanzlerin. Soweit so gut. Oder so schlecht? Das soll und muss jeder für sich selbst entscheiden und bei der Wahl im Herbst 2017 durch ein Kreuz auf dem Wahlzettel kund tun. Was allerdings seid Merkels Ankündigung abgeht ist ungeheuerlich und in dieser Form, zumindest in Deutschland ein- und erstmalig.

Nie zuvor wurde so viel Hass und Gewalt gegen einen(r) Politiker(in) öffentlich ausgesprochen.

„Ich will sie ja gar nicht schlagen, ich will sie als Volksverräterin unter die Guillotine legen“

„Soll sich verpissen am besten raus aus Deutschland“

„Hoffentlich stirbt DIE vorher noch eines natürlichen Todes“

„Wir bringen die vorher um / Tötet die / Tod der Alten / Bringt sie um“

Das ist nur ein sehr kleiner Auszug aus dem was in den Sozialen Medien an Anfeindungen geschrieben wurde.

Nun mag man von der Kanzlerin halten was man will. Aber derartige Angriffe, auch auf ihr Leben, sind unter der Gürtellinie und haben mit Meinungsfreiheit so überhaupt nichts zu tun. Es ist meines Erachtens sogar ein Fall für die Justiz.

Seine Meinung kann man jederzeit äußern. Sachlich und vor allem mit Anstand und Respekt dem Menschlichen Leben gegenüber. Wer seine Meinung äußern will soll sich der gängigen Mittel einer Demokratie bedienen. Als da wären, unter anderem, die Wahlzettel. Das und nur das kann man dann Meinungsfreiheit ausleben nennen. Nur so geht und funktioniert Demokratie. Mit all ihren Fehlern und Irrwegen.

 

 

Quelle Titelbild: Awaya Legends, Flickr




Veröffentlicht22. November 2016 von Mija in Kategorie "Was zum diskutieren", "Was zum nachdenken

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