Dezember 17

Teure Schule

Dieser Tage waren meine Enkeltöchter bei mir und wir unterhielten uns über die Schule. Die eine ist in ihrem letzten Jahr an der Schule, die andere macht ihr Abitur. So weit so gut. Was ich aber im Laufe dieses Gespräches zu hören bekam, verschlug mir fast den Atem.

Das fängt an beim Kauf eines Blockes oder Heftes. Eigentlich eine einfache Sache meinen Sie?!?! Weit gefehlt. Allein über die Art dieser Blöcke ist sich der Lehrkörper nicht einig. Der eine will unliniert ohne Rand, der andere rautiert mit Rand und wieder ein anderer liniert ohne Rand aber gelocht. Außerdem verbieten viele Lehrkräfte mittlerweile, dass auf vorder- und Rückseite geschrieben werden darf. Aus reinen Schönheitszwecken wohlgemerkt. In der nächsten Stunde wird dann wahrscheinlich über den Klimawandel gesprochen, und dass man mit den Rohstoffen der Welt sorgsamer umgehen sollte.

Das gleiche gilt für Schulbücher. Ich kenne es noch, dass Schulbücher weitergegeben wurden. Eigentlich doch nicht verkehrt. Schließlich ändert sich in der Mathematik ja nichts daran, dass 1 + 1 = 2 ist oder hat sich da seid meiner Schulzeit was geändert? Auch das Datum der Schlacht von Waterloo war und bleibt der 18. Juni 1815. Egal in welchem Buch man nachliest. Die jüngeren Geschwister haben früher die Bücher der älteren Geschwister bekommen und, man glaubt es kaum, daraus gelernt. Heute wird teilweise in Schulbüchern geschrieben und anstatt mit ihnen, in ihnen gearbeitet.

Was noch schlimmer ist, dass Bücher gekauft werden müssen, die dann nicht einmal benutzt werden. Das ist nicht nur aus ökonomischen und ökologischen Gründen unhaltbar sondern auch eine Frechheit gegenüber den Eltern die diese Bücher bezahlen müssen. Die meist sehr teuren Bücher werden nicht selten am Ende des Schuljahres völlig ungenutzt in einen Karton auf den Speicher oder den Keller verbracht. Eigentlich kann man sie auch gleich entsorgen. Für das jüngere Geschwisterkind werden sie nicht gebraucht, da dessen Lehrkörper wieder andere Bücher favorisiert. Dass von Bundesland zu Bundesland verschiedene Bücher benutzt werden, kann man mit viel gutem Willen ja noch akzeptieren. Dass diese Praxis innerhalb einer Stadt und ein und derselben Schulform Anwendung findet, erinnert allerdings stark an einen Schildbürgerstreich.

Meine Enkelin, die das Abitur macht, braucht einen speziellen Taschenrechner. Dieser ist ein Hightech Computer und hat mit den Taschenrechnern, die einige von uns kennen, so viel gemein wie ein Smartphone mit einem Telegrafen. Dementsprechend ist auch der Preis. Bekommt man einen Taschenrechner schon für ein paar Euro, kostet dieses gute Stück satte 120 Euro. Bei mehr als einem Kind das zur Schule geht kommen so schnell einige hundert Euro zusammen.

Dem Schulbuch gebührt ist im Zeitalter des Internets generell nicht mehr so viel Aufmerksamkeit wie früher. Vielmehr sollten die Schulen heutzutage besser mit Modernen Computern ausgestattet werden. Und zwar so, dass nicht ein halbes Dutzend ausrangierter PC’s  für die ganze Schule reichen müssen das jeder Schüler über einen eigenen verfügt. Es ist längst an der Zeit, dass an den Schulen der richtige Umgang mit dem Produkt, Computer sowie mit dem Medium Internet gelehrt wird. Zumal von den Schülern oft verlangt wird, ihre Hausaufgaben per E-Mail zu erledigen und zu versenden.

Natürlich plädiere ich nicht dafür, dass die Kinder und Jugendlichen aufhören sollen handschriftlich zu arbeiten. Ganz im Gegenteil, ich finde es wichtig dass die Kultur des Schreibens wieder mehr in den Fokus geholt wird. Auch ich schreibe gerne noch Briefe oder Karten an meine Lieben. Am liebsten mit einem Füller der meinen Anforderungen entspricht. Auch ein richtiges Buch zum Feierabend ziehe ich dem Lesen eines EBooks vor. Das ist allerdings Geschmacksache. Und im Urlaub am Strand ist ein EBook sogar die bessere Variante.

Für mich ist die Umsetzung zum Modernen Unterricht an deutschen Schulen entweder halbherzig oder gar nicht umgesetzt worden. Am fehlenden Geld sollte es in einem der reichsten Länder der Welt doch wohl nicht scheitern. Investieren wir nicht letztlich auch in die Zukunft unserer Kinder damit.

Dezember 17

Schlechtes Gewissen weil wir Weihnachten feiern?

imagesQuelle Bild: Colourbox

In den letzten Tagen und Wochen hört man immer mal wieder Sprüche wie:

  • Hier trinken wir auf den Weihnachtsmärkten Glühwein und hören Weihnachtslieder. Woanders fliehen Menschen vor Krieg und Terror.
  • In Syrien sterben Menschen und in Deutschland freuen sich alle auf das Weihnachtsfest. Damit das Gewissen beruhigt wird spendet man noch schnell 10 Euro. In was für einer verkehrten Welt leben wir eigentlich?

Klingt wie:

  • In Afrika verhungern Menschen und du maulst weil du das Essen nicht magst und schmeißt den Joghurt weg nur weil er verschimmelt ist.

Das vorweg. Ich bin absolut und uneingeschränkt pro Flüchtlinge und finde den Krieg in Syrien, wie übrigens alle Kriege, abscheulich. Aber, kein Krieg wird dadurch beendet dass wir keine Weihnachtmärkte mehr besuchen oder gar auf Weihnachten verzichten. Und kein einziger Mensch in Afrika hungert weniger wenn wir etwas essen was wir nicht mögen oder mal einen verschimmelten Joghurt aufbewahren. Übrigens spenden die meisten Menschen nicht weil sie ihr schlechtes Gewissen beruhigen wollen sondern weil sie keine andere Möglichkeit haben zu helfen. Was am spenden schlecht sein soll entzieht sich generell meiner Kenntnis. Der eine spendet Geld für einen guten Zweck, ein anderer Essen für Obdachlose und wieder ein anderer spendet seine Zeit um zu helfen. Wer sind wir, zu entscheiden wer von denen nun der bessere Mensch ist?

Wenn wir uns nur dadurch identifizieren ein guter Mensch zu sein indem wir auf alle fröhlichen Feste verzichten dann sollten wir vielleicht ein bisschen weniger gut sein. Wo bitte sollen wir die Kraft hernehmen uns um die Flüchtlinge zu kümmern und für eine friedlichere, gerechtere Welt zu kämpfen wenn wir nicht auch mal Abstand nehmen dürfen von dem Grauen? Einfach mal nur wir sind?

In der Flüchtlingsunterkunft in der ich sechs Monate Ehrenamtlich gearbeitet habe gab es einen Seelsorger. Dieser sagte uns Helfern einmal folgendes:

„Helft wenn ihr hier seid. Aber wenn ihr nach Hause geht kümmert euch um eure Familien um eure Freunde und vor allem um E U C H selbst. Lebt euer Leben, geht aus, feiert und lacht. Nur so könnt ihr diese Arbeit hier bewältigen. Es braucht eine gewisse Distanz um zu helfen. Keinem ist geholfen wenn ihr unter der Last zerbrecht.“ 

Diese Worte habe ich mir zu Herzen genommen. Er hatte damals Recht und er hat es heute noch. Da gibt es so unendlich viele Geschichten die mir Flüchtlinge erzählt haben, von denen ich gehört oder gelesen habe. Geschichten die mich weinen ließen, die mir mehr als nur eine schlaflose Nacht beschert haben.  Mit vielen, vielen anderen Freiwilligen kümmerte ich mich hauptsächlich um die Verpflegung der Flüchtlinge. Teilweise waren es täglich 12 Stunden und mehr.

Diese sechs Monate dort haben mich verändert. Wie sollten sie auch nicht. Man wächst über sich hinaus, man schafft Dinge die vorher unbezwingbar schienen. Man lernt Menschen kennen die kommen um zu helfen. Einfach so. Und doch haben all diese Menschen auch noch ihr eigenes Leben, ihre eigenen Familien. Das ist etwas, das man nie vergessen sollte, ja, nicht vergessen darf.

Mir fallen in diesem Zusammenhang immer Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und Rettungskräfte ein. Was diese Menschen an Leid sehen ist mehr als sie aushalten würden Wie sollten sie ihrer Arbeit noch nachgehen können, würden sie sich nicht irgendwo auch ein stück weit distanzieren. Nur und ausschließlich so kann man wirksam helfen ohne selbst zusammenzubrechen. Jeder sollte seine eigenen Grenzen ausloten. Aber bitte versucht nicht euch ein schlechtes Gewissen einzureden und lasst auch nicht zu, dass andere es tun. Das hat niemand verdient nur weil ihr/sie auch noch feiern und lachen. Sei es nun Geburtstag, Hochzeit oder Weihnachten. Das schlechte Gewissen sollten wir denen überlassen, die Bomben werfen, Waffen verkaufen, über Flüchtlinge und Minderheiten hetzen, Rassisten und Nazis. Denen fehlt ein solches allerdings völlig.

Ich wünsche Ihnen allen ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest. Genießen Sie diese Tage

 

Dezember 15

Die Abschiebung

34 Flüchtlinge wurden abgeschoben. In einem Flugzeug wurden sie von Deutschland zurück in ihre Heimat Kabul geflogen. Einige hundert Menschen waren zum Flughafen gekommen um gegen die Abschiebung zu demonstrieren. Natürlich ist es schlimm, Menschen zwangsweise in ein Land zurückzuschicken das ihnen wohl keine Heimat mehr ist. Die Gründe dafür sind wahrscheinlich so vielfältig wie die Menschen selbst. Die einen fliehen vor Krieg, Terror und Folter, die anderen vor Hunger und wieder andere fliehen um ein besseres Leben führen zu können. Alles verständliche Gründe die für jeden nachvollziehbar sind oder wenigstens sein sollten. Es steht für mich außer Frage, dass Menschen, die vor Krieg, Terror und Folter fliehen aufgenommen werden müssen. Sie brauchen unsere Hilfe. Sofort, ohne Wenn und Aber.

Hier bekommen sie Unterkunft, Verpflegung und Mittel für den täglichen Bedarf. Das ist humanitäre Hilfe und so muss es auch sein.

Nun gibt es leider auch Flüchtlinge, die diese Sicherheit die sie hier erleben dürfen nicht achten. Die unsere Gesetze nicht befolgen und die straffällig werden. So sind ein Drittel der jetzt abgeschobenen Flüchtlinge Straftäter die direkt aus der Haft abgeschoben wurden. Das sind ca. 11 Personen. Es geht um Raub, Diebstahl, Drogendelikte, Vergewaltigung und Totschlag. Keiner von ihnen wurde wegen des Diebstahls eines Kaugummis verurteilt.

In diesen Fällen sehe ich die Abschiebung als absolut gerechtfertigt an. Man kann nicht aus seiner Heimat fliehen, weil es dort nicht sicher ist und hier selbst Gewalttaten begehen. Nicht nur die Deutschen Bundesbürger sondern auch die Flüchtlinge, die sich nichts zuschulden lassen kommen, geraten durch diese Straftäter in Gefahr. Lieber zehn Flüchtlinge mehr einreisen lassen, die sich an die Gesetze halten und in Frieden leben wollen als einen der andere beraubt, vergewaltigt oder gar tötet. Warum die anderen Flüchtlinge abgeschoben wurden entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Wir sollten und müssen die Menschen aufnehmen, die zu uns fliehen weil sie um Leib und Leben fürchten müssen. Aber genau aus diesem Grund müssen wir auch diejenigen ablehnen oder ausweisen die ihrerseits Gewalt ausüben. In Deutschland haben wir 800.000 Asylbewerber. Das sind bei einer Einwohnerzahl von 80.000.000 gerade mal 1 Prozent. Eigentlich lächerlich für ein so reiches Land. Die Flüchtlingspolitik gehört auf den Prüfstand. Es muss noch besser kontrolliert werden. Zur Sicherheit unseres Landes aber auch für die Sicherheit der Flüchtlinge die leider oft unter Generalverdacht stehen.

Helfen wir denen die Hilfe dringend benötigen. Die zusammen mit uns in Frieden und Freiheit leben wollen. Integrieren wir sie und  lernen wir voneinander. Dazu müssen wir aber diejenigen, die das nicht wollen wieder zurückschicken. Es gibt keine Alternative.

Dezember 14

Moe. Ein Leben mit dem Autismus II

Am 21.11 dieses Jahres habe ich einen Beitrag über meinen 8-jährigen Enkelsohn Maurice, genannt Moe geschrieben. Heute möchte mein Sohn Dennis, der Papa von Moe etwas dazu erzählen. Hier nun sein Beitrag.

 

autismus2Quelle Bild: Pinterest

Ja, mein Sohn Moe. Er ist mein Sonnenschein und es gibt nichts was ich nicht für dieses kleine Energiebündel machen würde. Darin unterscheidet sich die Beziehung zwischen ihm und mir wohl nicht von anderen Vater/Sohn Beziehungen. Einer meiner glücklichsten Tage war der Tag seiner Geburt vor nunmehr fast neun Jahren. Kein einziges dieser Jahre möchte ich missen. Sie haben mich verändert. Wie sehr konnte ich am Tag seiner Geburt allerdings nicht wissen. Heute möchte ich einige Geschichten aus meinem Leben mit Moe erzählen.

Meine Oma also Moe’s Uroma war die erste die meinte, dass irgendetwas nicht stimmt. Sie selbst hat fünf Kinder, 9 Enkel und 10 Urenkel. Sie bemerkte das Moe sich nicht so bewegte wie die anderen, er zog sich nicht an Gegenstände hoch, er krabbelte nur  und machte erst Recht  keine Anstalten zu laufen. Nun sind ja alle Kinder verschieden. Das eine lernt eben schneller laufen und sprechen, das andere später. Also kein Grund zur Besorgnis. Zumal er dann an Weihnachten, kurz vor seinem ersten Geburtstag tatsächlich die heiß ersehnten ersten Schritte machte. Also alles in Ordnung.

Das folgende Jahr verlief ruhig außer das Moe nicht sprechen wollte. Wie alle Eltern warteten wir auf das erste Wort. Endlich Mama oder Papa hören. Aber es kam nicht. Die ersten Diagnosen waren, dass er beim Sprechen wohl einfach ein Spätentwickler sei. Aber man wolle auf jeden Fall mal sein Gehör testen. Die Tests waren aber dadurch, dass Moe nicht mitspielen wollte nicht durchführbar und so wollte man warten bis er etwas älter war.

Was mir genau so viel Sorgen machte, das er nur aus einer Nuckelflasche trank. Er verweigerte die Lerntasse ebenso wie einen normalen Becher. Zu einem riesigen Problem wurde es Weihnachten 2010. Wir waren bei seiner Oma in Bayern zu Besuch. Im Gepäck natürlich etliche Sauger für seine Trinkflaschen. Moe hatte sich nämlich angewöhnt, diese Sauger dutzendweise zu zerbeißen. Das Ergebnis war, dass bald alle kaputt waren. Selbst die Notreserve war bald verbraucht.  Nun ist es so, egal in welchem Bundesland, Weihnachten haben alle Geschäfte geschlossen. Wie sollten wir unseren kleinen jetzt mit Getränke versorgen. Schließlich wussten wir, dass Flüssigkeit sehr wichtig ist für Kleinkinder und bis die ersten Geschäfte wieder aufmachten, würden noch noch drei Tage vergehen. Wir wandten sämtliche Tricks. Wir nahmen ihn auf den Schoss hielten seinen Kopf und versuchten ihm mit einem Becher  Saft zu geben. Etliche Pullover wurden durchnässt aber Moe hatte noch keinen Schluck getrunken. Nichts half er wollte einfach nicht aus einem Becher trinken. Dabei hatte er Durst. Er trank immer viel.  So kam es, dass er in der Nacht so lange weinte, bis er vor Erschöpfung einschlief. Nur wer selbst Kinder hat wie entsetzlich das auch für die Eltern ist, die ihrem Kind nicht helfen können. Nach und nach schafften wir es aus dieser Not heraus, dass er nach zwei Tagen tatsächlich aus einem Becher trank. Bis er dieses Kunststück ganz alleine bewältigte dauerte es dann nur wenige Tage.

Ein Ereignis, das ich wohl nie mehr vergessen werde, ist die Geschichte mit dem Fenster. Da Moe es sich angewöhnt hatte diese immer wieder zu öffnen und Gegenstände auf den Bürgersteig zu werfen, versahen wir die Fenster mit Sicherheitsschlösser. Eines Nachts wurde ich aus einem unerklärlichen Grund wach. Als ich in das Zimmer meines Sohnes blickte, stockte mir der Atem. Nie werde ich diesen Anblick vergessen. Da stand mein kleiner auf der Fensterbank des weit geöffneten Fensters. Dazu muss ich noch sagen, das wir damals im dritten Stock wohnten. Ich musste mich beherrschen nicht hektisch zu laufen oder gar zu schreien, was ich in diesem Moment am liebsten getan hätte. Aber auch bloß nicht zu langsam sein. Vorsichtig ging ich auf ihn zu und hoffte nur, dass er sich nicht gerade jetzt umdrehen würde. Nach gefühlten endlosen Stunden erreichte ich ihn, zog ihn vom Fensterbrett und ließ mich mit ihm auf den Boden fallen. Ich hielt ihn so fest ich konnte, wie erstarrt durch meine Angst.

Am nächste Tag überprüfte ich die Sicherheitsschlösser. Sie waren unbeschädigt und ich  musste mir eingestehen, dass ich wohl vergessen hatte sie abzuschließen. Ich konnte mir das allerdings nicht erklären, da ich es jeden Abend überprüfte. Dann sah ich eines Tages, dass Moe am Schloss herumspielte und er es vor meinen Augen öffnete. Ohne Schlüssel. Ähnliche Aktionen erlebte ich immer wieder aber keine war so dramatisch.

Viel lieber erinnere ich mich da an Geschichten wie die folgende.

Wir waren bei meiner Mutter zu Besuch. Seid einiger Zeit hatte Moe seinen Spaß daran etwas in den Müll zu werfen. Er freute sich über jeden noch so kleinen Papierschnipsel den er fand um ihn in den Mülleimer zu befördern. So war es fast schon natürlich das sein erstes Wort seiner Leidenschaft galt: „Mühhl“ Bei diesem besagten Besuch kam es, dass meine Mutter niesen musste. Moe lief zum Wohnzimmerschrank, öffnete eine Schublade, holte eine Packung Papiertaschentücher heraus. Mit einem der Tücher wischte er ihr über die Nase, brabbelte sein „Mühhl“ und warf  das Tuch in den Mülleimer. Danach kam er zurück und forderte Applaus. Er bekam natürlich Standing Ovations,

Vor fast fünf Jahren dann eine Entscheidung die mir fast das Herz brach. Wir bekamen die Empfehlung Moe in eine Einrichtung unterzubringen die sich speziell mit autistischen Kindern und deren Förderung beschäftigt. Es war nicht möglich Moe auch nur für eine Sekunde unbeaufsichtigt zu lassen, da er gerne an Schaltern spielte. Er machte den Herd an und in dem Moment in dem man diesen wieder ausschaltete, setzte er die Waschmaschine in Betrieb oder öffnete sämtliche Wasserhähne. Natürlich wusste ich vom Verstand her, dass es für Moe das beste wäre. Aber meinen kleinen nicht mehr jeden Tag bei mir zu haben war damals unvorstellbar für mich. Nach schlaflosen Nächten und endlosen Debatten um das für und wider trafen wir die Entscheidung es mit der Einrichtung zu versuchen. Wir durften ihn jederzeit sehen und an den Wochenenden nach Hause holen. Falls wir es wollten, könnten wir ihn auch jederzeit wieder ganz zu uns holen. Das hat uns die Entscheidung etwas erleichtert.

Heute nach fünf Jahren habe ich die Gewissheit, dass es für Moe die beste Entscheidung war. Denn selbst mit all meiner Liebe hätte ich ihm niemals diese Förderung zukommen lassen können die er dort erhält. Jetzt geht er seid zwei Jahren in die Schule die in dieser Einrichtung liegt und macht enorme Fortschritte. Die Wochenenden und Schulferien verbringt er zu Hause. Diese gemeinsame Zeit genießen wir nun umso mehr.

Dezember 9

Mitgefühl und Menschlichkeit gegen Häme und Gefühlskälte

Oh du schöne, besinnliche Vorweihnachtszeit. Da wird gebacken und gekocht. Da werden Geschenke liebevoll verpackt und Lichterketten strahlen mit Kinderaugen um die Wette. Weihnachtsmärkte sorgen für Vorfreude auf das Fest. Weihnachtslieder erklingen. Herzen werden aufgemacht und alle Menschen sind friedlich und freundlich gestimmt.

Soweit die Geschichte wie sie in vielen Filmen und Geschichten erzählt wird. Ja, es brennen Kerzen. Ja, da hört man Weihnachtslieder und ja, es wird gebacken, gekocht und Geschenke werden liebevoll verpackt. Nur das Gefühl, dass die Menschen friedlich und freundlich gestimmt sind, will sich bei mir dieses Jahr einfach nicht einstellen.

Woran mag das liegen?

Ein Grund sind sicherlich die Nachrichten, in denen wir über Hunger, Katastrophen und Kriege informiert werden. Schlechte Nachrichten erreichen uns aber doch täglich. Und auch die Weihnachtszeit hat nie etwas daran ändern können. Was also ist dieses Jahr anders?

Der Krieg in Syrien.

Die grauenvollen Bilder von zerstörten Städten, allen voran Aleppo. Das Leid der Menschen, die vor dem Krieg zu uns flüchten. Dadurch sind wir Deutschen so nah am Weltgeschehen wie lange nicht mehr. Wir spüren die Auswirkungen direkt. Wir werden aufgefordert persönlich Stellung zu beziehen. Irgendwie.

Der Umgang mit diesen schrecklichen Nachrichten ist dadurch ein anderer geworden. Viele Menschen sind  gegenüber dem Leid der Flüchtlinge unglaublich zynisch und kaltherzig. Gott sei Dank, hat sich die Mehrheit der Deutschen Mitgefühl und Hilfsbereitschaft erhalten. Es sind die Zyniker und die Kaltherzigen die mir Angst machen. Die Rassisten, die AfD, Pegida, die Nazis. Die, von denen wir wohl alle hofften, dass sie in ihrer Kloake bleiben würden. Weit gefehlt. Sie kommen aus ihren Löchern zurück in unser aller Leben. Auf welch niederträchtige, widerliche Art und Weise müssen wir dieser Tage wieder erfahren.

Da sterben zwei junge Männer. Flüchtlinge, die nach Deutschland wollten, sind in einem Güterzug erfroren. Natürlich, sie waren  in Italien schon in Sicherheit vor dem Krieg. Dennoch, es waren verängstigte Menschen die da starben. Etwas, das einige gerne mal vergessen. Keiner von uns wird je erfahren, warum sie sich dieser Gefahr ausgesetzt haben und es ist Angesichts der Tragödie auch völlig egal. Nicht so für die AfD, der Pegida und deren Anhängerschaft. Deren Kommentare lassen mich erschauern. Sind dass noch Menschen? Urteilt selbst.

Hier ein kleiner Auszug:

  • Mein Mitleid hält sich stark in Grenzen!!! Wären sie in ihrer Heimat geblieben hätten sie es schön warm gehabt, aber nein man muss ja in Deutschland schmarotzen!!!
  • Traurig..Nein ich kenne diese Personen nicht aber selbst Schuld. Wer sich in Gefahr begibt kommt darin um…So kann es passieren und es interessiert mich nicht im geringsten
  • Selber schuld mit denen habe ich kein Mitleid das wäre nämlich nicht passiert wo sie hergekommen sind. Hoffentlich werden die anderen davonabgeschreckt.
  • Wenn ich versuche, illegal in ein Land zu kommen, dann laufe ich sogar Gefahr, erschossen zu werden. Was soll diese große Mitleidstour? Diese Menschen sind allein selbst Schuld.
  • ach, gehen die nun freiwillig in die güterzüge??? das ist ja ein ding.
  • Pech gehabt da sieht man doch das die nicht denken können die sogenanntem Fachkräfte.
  • Ihr müsst oben an das Seil über den Gleisen fassen, daran könnt ihr Euch festhalten. Das hilft. Dann wirds warm
  • Endlich was zum Lachen an diesem regnerischen Samstag 😁

Mich persönlich haben diese Aussagen einfach nur entsetzt. Liegt es an deren Erziehung, an fehlendem Mitgefühl? Spricht da Angst? Was bringt Menschen dazu, so auf den Tod anderer Menschen zu reagieren? Mich würde  interessieren wie Ihr darüber denkt. Schreibt mir Eure Meinung .

Doch ich will nicht verschweigen, dass es auch andere Kommentare gibt

Solche, die zeigen, dass  Mitgefühl, Menschlichkeit und Anstand, noch nicht ausgestorben sind. Im Gegenteil. Die Mehrheit der Deutschen haben sich diese Eigenschaften bewahrt. Auch hier ein kleiner Auszug aus den Kommentaren.

  • abartige Kommentare zum Tod zweier Menschen
  • Mögen die Opfer ihren Frieden finden. Viele Kommentare spiegeln den schlechten Charakter ihrer Verfasser wieder.
  • Diejenigen die den lach smily gedrückt haben, ich schäme mich für euch.
  • Über 100 Mal HAHA.?Ihr seid echt krank. Auch wenn man kein Fan der Flüchtlingspolitik ist handelt es sich immer noch um Menschen. Schäme mich mal wieder fremd…
  • Hier haben wirklich Leute bei diesem Bericht das lachende Smiley angeklickt.Ihr seid einfach kranke Gestalten und von ganzem Herzen wünsche ich euch das ihr derbe auf die Fresse fliegt und all das zurück bekommt was ihr mit eurem blinden und primitiven Hass und euren niedersten Gefühlen anderen wünscht. Ihr seid erbärmlich und ekelhaft zugleich.Wie krank muss man sein um den Tod von Menschen lustig zu finden? Euch hilft auch kein Psychiater mehr und kein Medikament!

Und dann ist da noch die 19 jährige Maria L. Die junge Frau wurde überfallen, missbraucht und ermordet. Sie war, wie viele Deutsche, aktiv in der Flüchtlingshilfe tätig.  Sie engagierte sich für die Notleidenden und war damit ein Vorbild.  Die Frage nach der Herkunft des Täters sollte eigentlich irrelevant sein.  Nun ist in diesem Fall ein Flüchtling wegen dringendem Tatverdachts verhaftet worden. Dieser Punkt macht die schreckliche Tat weder ungeschehen noch weniger oder mehr grausam. Die AfD und Konsorten allerdings, stürzen sich wie die Geier auf diese, aus deren Sicht anscheinend >Gute Nachricht< und nutzen sie für ihre Zwecke aus.

Auf einigen Internetseite der Afd, unter anderem der aus Bamberg und Heidelberg, wird die junge Frau noch einmal missbraucht. Für die Propaganda. Da wird Kanzlerin Merkel bezichtigt,  Schuld am Tod Marias zu haben, da sie die Grenzen geöffnet hat. Da wirft man Maria vor, das sie ja  in der Flüchtlingshilfe tätig war.  Der Satz  > Hat sie doch selbst Schuld < erinnert an > Warum tragen die jungen Frauen auch so kurze Röcke? Selbst Schuld wenn sie vergewaltigt werden<   Jeder der sich also um Flüchtlinge kümmert hat es verdient umgebracht zu werden? Und dann werden sogar noch die Eltern auf das Übelste angegriffen, weil sie hinter dem Engagement ihrer Tochter standen und immer noch stehen. Die Eltern wagten sogar, statt Blumen zur Beerdigung, eine Spende für eine Flüchtlingsorganisation zu erbitten. Darüber war die gefühlskalte AfD und andere rechte, nahezu empört. Ich weiß nicht, ob ich auch so reagieren könnte wie es diese Eltern taten.  Allerdings kann ich mir auch nicht, nicht mal ansatzweise, vorstellen, wie entsetzt sie über die Ermordung ihrer Tochter sein müssen. Mein Mitgefühl und meinen Respekt haben sie auf jeden Fall.

Zu diesem Drama noch ein widerlicher Kommentar. Von Lutz Bachmann. Mehrfach vorbestrafter Initiator der fremden- und islamfeindlichen Organisation Pegida.

Zitat:

Auch diese, einfach nur kranke, Reaktion der Eltern habe ich voraus gesehen!
Wieviel gab es wohl für die Eltern, diese Ungeheuerlichkeit durchzuziehen und das eigen Fleisch und Blut derart zu verraten und verkaufen?Vielleicht auch alles halb so wild für den Vater, der wohl für die EU arbeitet und für den Großvater, der „Anwalt“ ist?

Einfach nur widerlich und ekelerregend.

Was wäre geschehen, wenn sich Maria statt um Flüchtlinge um deutsche Obdachlose oder Hartz IV Empfänger gekümmert hätte? Den Menschen also, die vor den Flüchtlingen als Sandsack  für die Rechten herhalten mussten. Zur Zeit  liegen sie denen ja so Medienwirksam am Herzen.Was also wäre geschehen, hätte ein deutscher Obdachloser Maria ermordet? Hätte es auch dann einen Aufschrei der Entrüstung gegeben? Wäre es diese rechten Unmenschen überhaupt einer Erwähnung wert gewesen?

Ich weiß es nicht und es auch müßig darüber nachzudenken.

Fakt ist, es gibt in jeder Kultur, in jeder Religion und in jeder Gesellschaftsschicht Verbrecher. Gegen diese gilt es vorzugehen und sie hart zu bestrafen. Ja, ich persönlich plädiere sogar dafür, dass Asylbewerber die eines Gewaltverbrechens überführt sind, abgeschoben werden sollten. Gleichzeitig fände ich es aber auch an der Zeit, dass Gewaltverbrechen generell härter bestraft,  bzw. das Strafmaß voll ausgeschöpft werden sollte. Aber zu diesem Thema an anderer Stelle mehr.

Jetzt gilt es Kante zu zeigen gegenüber der von Hass zerfressenden braunen Bande. Schicken wir sie gemeinsam dorthin, wo sie hingehören. Zurück in die Kloake.

 

 

 

Dezember 5

Weihnachten … Das habe ich mir schon immer gewünscht

Jeder freut sich auf das Fest der Feste. Weihnachten.  Nun ja, fast jeder. Da ist der Stress den man sich, trotz gegenseitiger Versprechungen vom Vorjahr, immer wieder macht. Das beginnt schon mit den Terminen. Wer besucht an welchem Tag wen? Die ewige Frage, was wünschen sich die liebsten? Und wenn die Familie zu mir kommt, was koche ich? Das soll das Fest der Freude sein?

Während ich durch die Stadt gehe, versuche ich mich zu erinnern was meine Kinder, Enkel, Schwiegereltern, Eltern und Freunde im Laufe der letzten Zeit in puncto Wünsche geäußert haben. Ganz subtil geäußert natürlich. Ab einem bestimmten Alter werden Wünsche, zumindest von Erwachsenen, nicht mehr offen ausgesprochen. Die Gespräche darüber,  könnten sich so oder ähnlich in vielen Familien gestalten.

Kinder: „Mama was wünschst du dir eigentlich zu Weihnachten?

Mama: „Ach, ihr braucht mir doch nichts schenken. Ich wünsche mir nur liebe Kinder.“

Kinder: „Ja ne, is klar Mama. Jetzt noch einen falls es mit diesem wider Erwarten nicht klappen sollte.“

Mama: „Gesundheit. Ja, Gesundheit ist doch dass wichtigste.“

Kinder: „Vielleicht ne Flasche Doppelherz? Gesundheit kann man nicht schenken Mama. Wir wollen dir was richtiges schenken.“

Mama: >Wieso ist Gesundheit kein richtiges Geschenk? Ok, vielleicht doch ein bisschen blöd immer das gleiche zu sagen. Aber wie kommen die auf Doppelherz? So alt bin ich ja nun auch noch nicht. Eigentlich wünsche ich mir ja auch einen neuen Laptop oder ein Wellness Wochenende. Aber ich kann mir von meinen Kindern schließlich keine so teuren Geschenke wünschen.

Heiligabend gibt es dann ein Foto der Enkelkinder in einem neuen Rahmen.
 Mama: > Sehr verändert haben sich die Kids ja nicht gerade seid dem Foto aus dem letzten Jahr. Aber natürlich freue ich mich <

Ein Gespräch über Geschenke mit dem Liebsten könnte wie folgt ablaufen:

Er: Schatzi?“

Sie: „Ja Liebling?“

(Die Anrede Schatzi und Liebling sind natürlich individuell.)

Er: „Es ist ja bald Weihnachten und da wollte ich mal langsam nachfragen was du dir so wünschst.“

Sie: >Klar, bald ist Weihnachten. Wir haben den 22. Dezember. Also noch sooo viel Zeit.<

Sie: “ Ach Liebling, mir gefallen deine Geschenke für mich doch immer.“ >Gut, der Schnellkochtopf im letzten Jahr war jetzt nicht mein favorisierter Wunsch, aber, er hat sich Mühe gegeben. Wo ist der Topf eigentlich abgeblieben? Ach ja, den hab ich Mutter zum Geburtstag geschenkt den hat sie sich doch immer gewünscht… Glaub ich. Obwohl, ich hab noch nie gesehen, dass sie ihn benutzt hätte. Komisch<

Er: „Kannst du mir nicht einen kleinen Tipp geben. Die Küche ist ja mittlerweile voll ausgestattet und mir fällt gerade wirklich nichts ein.“

Sie: > Ich muss ihm was sagen sonst wird in den nächsten Jahren das Schlafzimmer erneuert< „Also, wenn du mich so fragst, etwas für die Hände würde mir gefallen. Vielleicht etwas mit Glitzer.“ > Das war doch eindeutig oder?<

Er, mit dem Aufblitzen der Erkenntnis in den Augen: „Danke Schatz. Da hätte ich wirklich von selbst drauf kommen können.“

Als sie dann unter dem Weihnachtsbaum ein paar Topflappen, mit Glitzerblumen in verschieden Farben, auspackte, konnte sie ihre Freudentränen kaum zurückhalten. Oder waren es Tränen vom unterdrückten Lachen?

Umgekehrt ist es allerdings nicht viel einfacher. Ein, natürlich wieder nur fiktives, Gespräch könnte wie folgt ablaufen.

Sie, im Oktober: „Du Hasi, was wünschst du dir zu Weihnachten?“

Er: „Aber ich hab doch schon alles was ich mir wünsche. DICH.“ > Gut gemacht, das gibt Punkte<

Sie: „Ja, natürlich, das sehe ich auch so. Aber eine Kleinigkeit vielleicht noch dazu.“

Er: > Ganz schön selbstsicher die Frau. Wie erkläre ich ihr, ohne zu direkt zu werden, dass ich gerne mal ein Weihnachtsfest nur mit ihr in der Karibik verbringen würde?<  „Du weißt doch, dass ich Kälte nicht so mag und da würde ich Weihnachten gerne mal an einem warmen Ort verbringen. Falls du mir ein Geschenk in dieser Richtung…“

Sie haut sich mit der flachen Hand an die Stirn. „Aber ja. Warum kommt man eigentlich nie auf das naheliegendste?“

Der Heiligabend kam und seine Liebste überreichte ihm einen Briefumschlag mit einer dicken Schleife.

Mit vor Freude zittrigen Händen öffnete er den Umschlag.

 Er: > Ob mir  die alte Badehose wohl noch passt? Sonnenmilch mit Lichtschutzfaktor 50 und Badelatschen brauche ich auch noch<
Übrigens waren die ersten Termine auf der Monatskarte für die Sauna  bereits eingetragen.
Was lehrt uns das?
Wünsche nur zu umschreiben anstatt sie klar zu äußern, führt nicht wirklich zum Ziel.
Tipp:

Sprecht mit Eurer Familie über die jeweiligen Wünsche. Seid kreativ und einfühlsam. Und nächstes Jahr macht Ihr es bestimmt…wieder genau so wie jedes Jahr. Aber das ist eben Weihnachten.

Mit einem Gedicht des fantastischen Heinz Erhardt wünsche ich Euch allen ein schönes Weihnachtsfest

Der Karpfen kocht, der Truthahn brät,
man sitzt im engsten Kreise
und singt vereint den ersten Vers
manch wohlvertrauter Weise.

Zum Beispiel “O, du fröhliche”,
vom “Baum mit grünen Blättern” –
und aus so manchem Augenpaar
sieht man die Tränen klettern.

Die Traurigkeit am Weihnachtsbaum
ist völlig unverständlich;
man sollte lachen, fröhlich sein,
denn ER erschien doch endlich!

Zu Ostern – da wird jubiliert,
manch buntes Ei erworben!
Da lacht man gern – dabei ist er
erst vorgestern gestorben.
 

November 30

Ein Jahr vor der Bundestagswahl – Der Wahlkampf hat begonnen


Ein Jahr vor der eigentlichen Wahl hat er schon begonnen. Der Wahlkampf. Noch diffus und doch für Beobachter schon merklich. Die SPD entfernt sich von Merkel und kritisiert sie auch öffentlich, vor allem wegen ihrer Flüchtlingspolitik. Schon zum Ende des Sommers kam es zu ersten Kritiken. Die Union habe die Aufgabe unterschätzt und ein lapidarer Satz wie »Das schaffen wir« sei einfach zu wenig. So der SPD–Vorsitzende Gabriel. Ralf Stegner, SPD-Vize Chef erklärte, nach der katastrophalen Niederlage in Mecklenburg-Vorpommern,  Merkel hätte ihren Zenit überschritten. War die SPD bis dato nicht beteiligt an der Regierung? Meines Erachtens sind es bis heute. Die SPD aber dreht hart bei.

Die Ratten verlassen das sinkende Schiff

Erinnert irgendwie ein wenig an Fußball. Da wissen einige sofort nach einem verlorenen Spiel, oft sind es auch Mitglieder des eigenen Teams, was der Trainer falsch gemacht hat und geben kluge Ratschläge. Vorher finden viele alles was der Teamleiter sagt richtig. Verliert die Mannschaft wussten genau diese Jasager schon immer, das es so kommen würde. Hinterher sind alle schlauer. Für mich sind das sogenannte Schönwetter Freunde. Im Fußball und in der Politik. Nach dem Motto. Was schert mich mein dummes Gerede von gestern? Und noch ein Spruch fällt mir dazu ein: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde. Doch genau wie beim Fußball jedes Teammitglied seinen Anteil an Sieg oder Niederlage hat, ist es auch in der Politik.

Wahlkämpfe hatten von jeher eine Eigendynamik und waren selten durch übertriebene Freundlichkeit oder Zimperlichkeit zwischen den Parteien gekennzeichnet. Das liegt aber wohl an der Materie an sich. Da prallen verschiedene Meinungen aufeinander und erzeugen Reibungspunkte. Bis zu einem gewissen Punkt ist das auch wichtig.  Allerdings, ist  ein neuer Spieler aufgetaucht. Die AfD. Durch sie werden wir wohl eine neue Dimension des Wahlkampfes erleben. Wir sollten uns auf ein verbales Blutbad einstellen.

Sieht man sich an, was in den sozialen Medien wie Facebook oder Twitter in den vergangenen Wochen und Monaten abgegangen ist, weiß man, dass dieser Wahlkampf anders geführt wird als die vorherigen. Haben wir beim Beobachten des amerikanischen Wahlkampfes, verwundert, teilweise entsetzt kaum unseren Ohren getraut, dürfen wir auf eine deutsche Fortsetzung gespannt sein.

Denkwürdige oder wohl eher peinliche Auftritte der AfD Spitze lassen Raum für Spekulationen?

Björn Höcke, AfD Vorsitzender im thüringischen Landtag.

Da holt er während einer Talkshow am 19.10.16 mit Günter Jauch, eine Deutschlandfahne aus der Tasche seines Sakkos und legt sie über die Lehne seines Sessels.

Zitat:

„Ich will damit zeigen, dass die AfD die Stimme des Volkes spricht, gegen eine verrückt gewordene Altparteien Politik.“

Bei Reden von Björn Höcke fühlt man sich unwillkürlich an Goebbels erinnert. Sieht man sich Videos im direkten Vergleich an, ist die Rhetorik, die Gestik und die Lautstärke der Redner und selbst die Wahl der Aussagen erstaunlich ähnlich. Der Rassismus kaum bis gar nicht verhohlen. Ein Beispiel der Ausländerfeindlichkeit des AfD Politikers.

Zitat:

„Im 21. Jahrhundert trifft der lebensbejahende afrikanische Ausbreitungstyp auf den selbstverneinenden europäischen Platzhaltertyp.“ (Björn Höcke über Asylbewerber aus Afrika)

Frauke Petry. Nach einem Monate andauernden Machtkampf innerhalb der Partei wurde sie 2015 erneut (gemeinsam mit Jörg Meuthen) zur Bundessprecherin gewählt.

Sie, schimpft auf die Presse, das diese sich die Fakten zurechtbiegt und betitelt sie als Pinocchio-Presse. Mittlerweile gilt sie selbst als Pinocchio unter den Talkshowgästen. Auch sie hat ihre verbalen Entgleisungen. Bei ihrer Rede zum Tag der Deutschen Einheit soll sie, Laut FAZ, prophezeit haben sie sähe einen Konflikt zwischen in Europa ansässigen „Transferempfängern“ und dem eingewanderten „Lumpenproletariat der afro-arabischen Welt“. Außerdem fragte sie: „Was soll man denn von diesen ganzen ›Deutschland-ist-bunt‹-Kampagnen halten? […] Bunt ist auch ein Komposthaufen.“

Nun ist die Sprache unter Politikern, gerade im Wahlkampf, schon immer etwas deftiger gewesen als im täglichen Politikgeschäft. Aber solche extrem beleidigenden und diskriminierenden Auswüchse, sind neu. Für eine Partei, die uns regieren will, einfach nicht akzeptabel.

Wie haltet ihr von dieser Art des Wahlkampfes? Ich würde mich über eure Kommentare zu meinem Beitrag sehr freuen.

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November 28

Zwischen Plätzchen backen und Hasskommentaren

 

 

Wir wollen unsere Kinder und Enkel schützen. Das ist auch die Pflicht von Eltern und Großeltern. Das wovor und wie ist dabei allerdings eine maßgebliche und nicht ganz unwichtige Voraussetzung.

Schützen vor Gewalt, vor Raser auf den Straßen, vor Hunger und Kälte. Zu diesem Schutz gehört unbedingt und unersetzbar die Aufklärung. Die Aufklärung warum man vor dem Überqueren einer Straße nach links und rechts schaut, dass man an einer Ampel wartet, bis sie für Fußgänger grün zeigt. Dass man auf gar keinen Fall mit Fremden geht, sondern nur mit denen, die ihre Eltern ihnen vorher genannt haben. Und auch die sexuelle Aufklärung gehört dazu. Das geschieht vorzugsweise in einer Kindgerechten Umgebung und einem Kindgerechten Ton. Ob den Verfassern einiger Kommentare auf Facebook das klar war oder sie überhaupt interessierte, ist zumindest in Frage zu stellen.

Nun kann man auf den Vorschlag der Grünen, Kindern im KITA-Alter von Transvestiten die Homosexualität erklären zu lassen, verschiedener Meinung sein. Das ist durchaus eine Diskussion wert. Ich verstehe nicht, warum es unbedingt ein Transvestit sein muss, statt der Kindergärtner oder Kindergärtnerin. Da es um Homosexualität geht, wäre ein Homosexueller meines Erachtens vielleicht die bessere Wahl. Die äußere Erscheinung eines Transvestiten könnte die Kinder eher von dem eigentlichen Thema ablenken. Persönlich bin ich der Meinung, dass man Kindern, Fragen die von sich aus über Sex stellen, beantworten sollte. Das allerdings altersgemäß. Aber wie gesagt, das ist nur meine Meinung.

Nun gab es nach bekannt werden des Grünen Plans auch diese Diskussion. So manche Beiträge   – besorgter – Eltern und Großeltern, sind wohl alles andere als Kindgerecht und etwas, das Kinder nie hören sollten.

  • Das ganze Jammern und diskutieren nutzt doch nichts. Die sind so tumb und abgebrüht. Da hilft nur so lange in die Fresse hauen, bis sie sich selbst ankotzen.
  • Die gehören aufgehängt, diese grünen Vollzeitidioten.
  • Ich bin froh, dass meine Söhne aus dem Schulalter heraus sind. Ich hätte sonst nicht für die Unversehrtheit der Lehrer garantieren können.
  • Wollt ihr wirklich Ar…….f….r auf die Kinder loslassen??
  • Wenn man davon ausgeht, dass hier eine Krankheit vorliegt, was bewiesen ist, kann man diese Pädagogik als Verbrechen an den Kindern bezeichnen
  • Geht gar nicht! Und wenn ich wüsste dass „Olivia Jones“ einen Besuch in der Schule meiner Enkelkinder plant, …ich würde es persönlich mit ’nem nassen Feudel vor die Tür jagen…und ja, 1,80 bin ich auch und nicht eben schwächlich!
    soll nur mal vorbeikommen…die/das piss ich vor allen an
  • dan schneide ich euch alles ab versprochen ihr drecks grrrrrrrrrrrrrrrrrrr
  • vor vielen jahren wurde man für schwul sein noch verhaftet und jetzt bald wird es pflicht werden dank der grünen
  • Dieses ???? was sich Olivia Jones nennt, kann sich freuen, wenn ES mal den Musel in die Hände fällt und die, wo sie eine Mumu vermuten, einen Pipi finden – dann machen sie ES aber einen Kopf kürzer !
  • ES WIRD IMMER SCHLIMMER BEI UNS;;WURDE DER BEI MEINEN KINDER NICHT MACHEN;;;SEI DEN;;ER MOCHTE GERNE INS KH
  • Wenn das kommen sollte…werde ich ein viele von diesen Pädos plattmachen u glaubt mir das ist nicht nur so gesagt u ich hoffe das Volk erschlägt diese perversen Pädoschweine.

Dies ist nur ein kleiner, nicht geänderter Auszug aus der Diskussion. Nun verstehe ich die Besorgnis einiger Erziehungsberechtigten durchaus. Was ich mich allerdings frage, was erzählen die ihren Kindern, sollten diese die sogenannten Argumente ihrer Eltern mitbekommen? Und da können wir uns alle sicher sein, Kinder bekommen mehr mit als wir Erwachsenen uns vorstellen. Wie also werden sie ihren Kindern erklären, warum sie jemanden – anpissen- wollen, warum und was sie jemanden abschneiden wollen, warum da jemand einen Kopf kürzer gemacht werden soll? Wie und wann erklären sie ihren Kindern, dass man andere Menschen verletzten oder gar töten darf, nur weil dieser anders aussieht oder anders denkt? Vielleicht sogar während des backen von Plätzchen? Ist das wirklich die Botschaft die für Kinder besser sein soll, als etwas über die verschiedenen sexuellen Veranlagungen von Menschen zu lernen? Gewalt ausüben? Ich denke nicht.

Erklären wir unseren Kindern doch lieber, dass sie nichts machen müssen nur, weil es ein Erwachsener verlangt. Sagen und zeigen wir ihnen, dass sie mit ALLEN Problemen zu uns kommen dürfen. Wenn ihnen die sexuelle Aufklärung in der Kita oder der Schule peinlich oder unangenehm sein sollte, sind wir Eltern und Großeltern gefragt. Wir müssen ihnen die Welt erklären sollten sie diese nicht verstehen. Aber sie werden sie auf gar keinen Fall besser verstehen, wenn wir ihnen vorleben, dass man andere auf Grund ihrer Hautfarbe, Religion oder Sexualität, die nicht der ihrigen entspricht, körperliche Gewalt antut oder mit verbalen Entgleisungen belegt. Das ist die falsche Botschaft und sorgt nur für mehr Hass auf dieser Welt, die eigentlich eine friedliche sein sollte. Wir haben nur diese eine, hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln eine, auf die es sich für alle zu leben lohnt.

PS:

Was sagen besorgte Eltern eigentlich ihren Kindern, sollten sie irgendwann feststellen, dass diese Homosexuell sind? Werden sie ihre Kinder verstoßen oder werden sie ihre Arme um sie legen und sagen, dass sie immer ihr Kind bleiben werden und dass sie geliebt werden egal welche sexuelle Orientierung sie haben. Lehren wir sie, dass sie niemals Angst haben müssen, weil sie – anders – sind.

 

 

November 26

Keiner will Socken zu Weihnachten

Sie ist wieder da, die Adventszeit. Für manche endlich. Für andere schon wieder. Was bedeutet das eigentlich „Advent?“

Der Ursprung des Wortes kommt aus dem lateinischen, von adventus = Ankunft. Es ist die Vorbereitung der Christen auf die Geburt Christi. Bis zum Konzil (Rat, Zusammenkunft) im Jahre 524 dauerte die Adventszeit noch fünf bis sechs Wochen. Die dann erlassene vierwöchige Adventszeit ergab sich daraus, dass man glaubte die Welt sei 4000 Jahre vor der Geburt Christi erschaffen worden. So sollte jede Adventswoche ein Jahrhundert symbolisieren.

Eigentlich sollte diese Zeit einstimmen auf Weihnachten. Friedvoll soll sie sein und voller Vorfreude. Leider ist das Friedvolle,  irgendwann verloren gegangen.

Aber warum und wodurch?

Ein Grund dafür sind sicher auch  die schrecklichen Nachrichten die uns alle, vor allem in den letzten Jahren, täglich durch die Medien frei Haus geliefert werden. Viele Menschen leidet unter Hungersnot, Tausende sterben in fürchterlichen Kriegen, Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Magie verloren gegangen ist. Wir haben sie gegen den immer stärker werdenden Konsumwahn eingetauscht. Es zählt in den Familien längst nicht mehr das Zusammen kommen, nicht mehr die kleinen Geschenke.  Nein. Die Gemeinsamkeit ist auf der Strecke geblieben und bei vielen sind Besuche bei Eltern oder Großeltern nur noch ein muss. Geschenke werden nur noch an nach deren Preis beurteilt. Freut man sich bei einem Vorschulkind noch über ein selbst gemaltes Bild, erwarten viele von älteren schon das sie ihr Taschengeld sparen und davon Geschenke kaufen. Die Geschenke werden immer größer, ihre Anzahl immer höher. Das suchen nach DEM einen Geschenk, ist den meisten zu aufwändig geworden. Hauptsache viele dann wird man die fehlende Liebe nicht bemerken.

Das soll hier kein Beitrag über den Sinn oder Unsinn von Geschenken werden. Im Gegenteil. Schenken und beschenkt werden ist etwas wunderschönes. Ich liebe es Geschenke zu besorgen, liebevoll zu verpacken und zu sehen wie sich der Beschenkte darüber freut. Genauso gerne bekomme ich auch selbst Geschenke und merke dass in mir ein kindliches Gefühl aufkommt während ich es öffne.

Schaue ich mir aber die Werbung an, die uns Vorschläge macht was für Geschenke die richtigen sind, verfliegt dieses wohlige Gefühl in mir sofort wieder. Da wird uns gesagt:

„Keiner will Socken zu Weihnachten“

Ja warum denn nicht? Ein paar Kuschelsocken liebevoll selbst verpackt zeigt mir mehr über den der schenkt als ein sündhaft teures Parfüm das nebenbei ohne Überlegung gekauft wird. Ein Buch oder eine CD  ist mehr Wert als ein Gutschein aus irgendeinem Geschäft das gerade auf dem Weg lag.  Natürlich ist ein liebevoll ausgesuchtes, zum Beschenkten passendes Parfüm ein schönes Geschenk, sind Gutscheine völlig legitim und toll, falls das Buch oder die CD, die man jemanden schenken möchte weil man weiß es gefällt demjenigen, ausverkauft sein sollten. Zeigt es doch, das jemand zugehört hat als man mal darüber sprach.  Wer möchte nicht spüren das sich das Gegenüber Gedanken gemacht hat. Das diese Person zum Zeitpunkt, als sie das Geschenk aussuchte, mit seinen Gedanken bei einem war und nicht bei etwas anderem.

Die Werbung macht uns da einen, eigentlich, sehr schönen Vorschlag für ein Geschenk.

„Schenken sie Zeit“

Das hört sich auch erst mal sehr schön an. Aber schaut man genauer hin, kostet diese Art der geschenkten  Zeit,  die in der Werbung angepriesen wird, sehr viel Geld.  Aber was bitte hat Zeit verschenken eigentlich mit viel Geld zu tun? Nun, sieht man die Werbung an, wird einem das schnell klar. Da schenkt man ein Wochenende auf einer einsamen Hütte. Die ist, natürlich, mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet und… kostet ein kleines Vermögen. Also Zeit kann man nur verschenken wenn man viel Geld hat?

Nein. Zeit schenken sollte bedeuten:

„Ich verbringe das Wochenende mit dir. Nur wir zwei, gemütlich zuhause, mit einem schönen Film und einem Glas Wein oder Bier und, ja meine Herren, auch ein bisschen kuscheln darf dabei sein.“ Oder. „Wir verbringen die Zeit zusammen als Familie. Wir unternehmen was mit den Kindern. Backen Plätzchen, basteln ein Knusperhäuschen. Gehen Schlitten fahren oder machen einen Wandertag mit anschließendem Spieleabend und Popcorn .“

Es sollte nicht darum gehen wer die größte Geldsumme ausgegeben hat um jemanden zu beschenken. Es soll passen, es soll mit Bedacht und Liebe ausgesucht oder gemacht werden. Verlassen wir uns wieder mehr auf unser Gefühl und nicht darauf das die Werbung uns schon sagen wird was das richtige Geschenk ist.

Die Möglichkeiten sind so vielfältig wie wir Menschen.

Ich wünsche allen eine wundervolle, friedliche  Adventszeit.

 

November 24

Leave our kids alone (Pink Floyd) zu deutsch, Lasst unsere Kinder in Ruhe !!!!!

Marcus Horst Hubertus Pretzell. Seid 2014 Afd Landesvorsitzender  von NRW, hat sich schon oft Sprüche und Reden geleistet, die pietätlos waren. Man erinnere sich nur daran, dass er den Schusswaffengebrauch auf Flüchtlinge als gerechtfertigt als „Ultima Ratio“ ansieht. Als er damit eine Welle der Empörung auslöste, wollte er wohl besänftigen als er sagte:

Zitat

„Kein vernünftiger Mensch sollte daran denken auf Flüchtlinge zu schießen weil sie die Grenze übertreten. Ultima Ratio heißt, es gibt keine andere Möglichkeit, das zu stoppen. Andere Möglichkeiten gibt es ja auch, so wie Wasserwerfer oder Tränengas. Sollten diese Mittel nicht helfen dann…

Ach so. Ja klar, das ist ja was völlig anderes. Sie müssen uns das nur richtig erklären, die Herrenmenschen der AfD.

Also erstmal die von der teilweise monatelangen Flucht ausgelaugten Menschen. Männer, Frauen UND Kinder mit Wasserwerfern bearbeiten. Falls die dann immer noch nicht in ihr Land zurückkehren noch ein bisschen Pfefferspray hinterher. Falls auch  das noch nicht hilft…erschießen wir sie. Ja, jetzt verstehe ich das auch und muss mal eben eine Runde kotzen gehen.

Das war also schon mal harter Tobak und jenseits jeder Menschlichkeit. Doch es gibt  immer noch Menschen in unserem Land die sowas billigen und tolerieren. Aber hier und jetzt geht es um UNSERE Kinder. Womit ich nicht sagen will dass deutsche Kinder mehr wert sind als nicht deutsche. Aber vielen Menschen ist es schlicht egal was mit anderen wird, solange man die ihrigen, deutschen Kinder in Ruhe lässt.

Ok nun, jetzt geht es  um die ihrigen. Unsere Kinder, und vor allem die, die nicht in das Weltbild der AfD passen, werden angegriffen. Kinder mit Behinderungen sollen aussortiert werden. Die AfD sieht eine Gefahr für die „normalen“ Kinder, wenn diese mit „behinderten“

Kindern gemeinsam eine Kita oder Schule besuchen. Das Wertesystem der AfD orientiert sich an den Preußischen Tugenden: Arbeit, Gehorsam, Disziplin und Pünktlichkeit die durch Kinder mit einer Behinderung ja gestört würden.

Dabei lernen Kinder  gerade in den Kitas und den Schulen mehr über Sozialkompetenz als manche in ihrem ganzen Leben.

Das ist bei weitem nicht alles was die AfD von uns und unseren Familien verlangt.

Deutsche Familien,wobei nur die klassische Familienform, sprich Vater, Mutter, Kinder,  in den Augen der AfD, die einzig wahre, akzeptable ist, sollen mindestens drei  Kinder bekommen. Diese müssen natürlich gesund und ohne Makel sein. Regenbogen- und Patchwork Familien sind abzulehnen. Diese vermitteln den Kindern falsche Werte. Nämlich die, dass Andersartig nicht unnormal ist. Fertig ! Was andersartig und somit nicht normal ist entscheidet natürlich die AfD.

Sieht man sich die Führungsriege der AfD an, merkt man gleich, wie ernst sie ihre hochtrabenden Familien Forderungen nehmen wenn es um ihre eigenen Familien, geht.

Frauke Petry verließ Mann und ihre vier Kinder wegen oben genannten Marcus Pretzell

Marcus Pretzell lebt von seiner Frau und seinen ebenfalls vier Kinder getrennt

Beatrix von Storch hat…ähmmm… keine Kinder

Alexander Gauland lebt in wilder Ehe mit seiner Lebensgefährtin. Er hat eine Tochter aus einer früheren Ehe, die sich von ihm distanziert hat.

Volker Olenicak, ebenfalls Mitglied der AfD äußerte sich nach einem Video das er sah, in dem ein Lehrer einem Schüler mit einem Stock auf die Hand schlug,  lakonisch:

„Sieht hart aus aber ermöglicht in Zukunft sicher einen erträglichen Schulalltag. PS: intelligenten Schülern passiert das wohl nicht jeden Tag.“

Nach dem Motto, Mehr Haue, mehr Hirn oder schlauer durch Aua.

Demnach haben wohl die meisten AfDler zuwenig Prügel bezogen.

Solche Leute wollen uns also regieren. Sie wollen uns vorschreiben wie viele Kinder wir zu zeugen haben. Außer sie heißen Beatrix von Storch, dann brauchen sie kein einziges. Die Kinder müssen natürlich gesund sein. Als würde es Eltern geben die freiwillig und vorsätzlich lieber ein krankes als ein gesundes Kind bekommen. Vielleicht sogar aus Trotz gegen die AfD.

Sie wollen uns vorschreiben, dass Kinder einen Preußischen Drill brauchen um den Wertevorstellungen der Partei zu genügen.

Sie wollen Frauen das hart erkämpfte Recht wieder nehmen in einem Beruf zu arbeiten UND Kinder zu bekommen. Das gilt natürlich nicht für den Vorstand der AfD .

Wenn jetzt nicht ALLE Eltern und Großeltern aufschreien und die AfD zum Teufel jagen, mit den legalen Mitteln der Demokratie natürlich, spätestens bei der Wahl im Herbst 2017, dann weiß ich auch nicht mehr.

Es geht um UNSERE Kinder und Enkel. Sie sind das beste an uns. Lassen wir sie nicht im Stich. Nicht die „NORMALEN“ und nicht die mit einer Behinderung. Nehmen wir sie in unsere Mitte und beschützen sie vor den Machenschaften einer Partei wie die AfD.