November 28

Zwischen Plätzchen backen und Hasskommentaren

 

 

Wir wollen unsere Kinder und Enkel schützen. Das ist auch die Pflicht von Eltern und Großeltern. Das wovor und wie ist dabei allerdings eine maßgebliche und nicht ganz unwichtige Voraussetzung.

Schützen vor Gewalt, vor Raser auf den Straßen, vor Hunger und Kälte. Zu diesem Schutz gehört unbedingt und unersetzbar die Aufklärung. Die Aufklärung warum man vor dem Überqueren einer Straße nach links und rechts schaut, dass man an einer Ampel wartet, bis sie für Fußgänger grün zeigt. Dass man auf gar keinen Fall mit Fremden geht, sondern nur mit denen, die ihre Eltern ihnen vorher genannt haben. Und auch die sexuelle Aufklärung gehört dazu. Das geschieht vorzugsweise in einer Kindgerechten Umgebung und einem Kindgerechten Ton. Ob den Verfassern einiger Kommentare auf Facebook das klar war oder sie überhaupt interessierte, ist zumindest in Frage zu stellen.

Nun kann man auf den Vorschlag der Grünen, Kindern im KITA-Alter von Transvestiten die Homosexualität erklären zu lassen, verschiedener Meinung sein. Das ist durchaus eine Diskussion wert. Ich verstehe nicht, warum es unbedingt ein Transvestit sein muss, statt der Kindergärtner oder Kindergärtnerin. Da es um Homosexualität geht, wäre ein Homosexueller meines Erachtens vielleicht die bessere Wahl. Die äußere Erscheinung eines Transvestiten könnte die Kinder eher von dem eigentlichen Thema ablenken. Persönlich bin ich der Meinung, dass man Kindern, Fragen die von sich aus über Sex stellen, beantworten sollte. Das allerdings altersgemäß. Aber wie gesagt, das ist nur meine Meinung.

Nun gab es nach bekannt werden des Grünen Plans auch diese Diskussion. So manche Beiträge   – besorgter – Eltern und Großeltern, sind wohl alles andere als Kindgerecht und etwas, das Kinder nie hören sollten.

  • Das ganze Jammern und diskutieren nutzt doch nichts. Die sind so tumb und abgebrüht. Da hilft nur so lange in die Fresse hauen, bis sie sich selbst ankotzen.
  • Die gehören aufgehängt, diese grünen Vollzeitidioten.
  • Ich bin froh, dass meine Söhne aus dem Schulalter heraus sind. Ich hätte sonst nicht für die Unversehrtheit der Lehrer garantieren können.
  • Wollt ihr wirklich Ar…….f….r auf die Kinder loslassen??
  • Wenn man davon ausgeht, dass hier eine Krankheit vorliegt, was bewiesen ist, kann man diese Pädagogik als Verbrechen an den Kindern bezeichnen
  • Geht gar nicht! Und wenn ich wüsste dass „Olivia Jones“ einen Besuch in der Schule meiner Enkelkinder plant, …ich würde es persönlich mit ’nem nassen Feudel vor die Tür jagen…und ja, 1,80 bin ich auch und nicht eben schwächlich!
    soll nur mal vorbeikommen…die/das piss ich vor allen an
  • dan schneide ich euch alles ab versprochen ihr drecks grrrrrrrrrrrrrrrrrrr
  • vor vielen jahren wurde man für schwul sein noch verhaftet und jetzt bald wird es pflicht werden dank der grünen
  • Dieses ???? was sich Olivia Jones nennt, kann sich freuen, wenn ES mal den Musel in die Hände fällt und die, wo sie eine Mumu vermuten, einen Pipi finden – dann machen sie ES aber einen Kopf kürzer !
  • ES WIRD IMMER SCHLIMMER BEI UNS;;WURDE DER BEI MEINEN KINDER NICHT MACHEN;;;SEI DEN;;ER MOCHTE GERNE INS KH
  • Wenn das kommen sollte…werde ich ein viele von diesen Pädos plattmachen u glaubt mir das ist nicht nur so gesagt u ich hoffe das Volk erschlägt diese perversen Pädoschweine.

Dies ist nur ein kleiner, nicht geänderter Auszug aus der Diskussion. Nun verstehe ich die Besorgnis einiger Erziehungsberechtigten durchaus. Was ich mich allerdings frage, was erzählen die ihren Kindern, sollten diese die sogenannten Argumente ihrer Eltern mitbekommen? Und da können wir uns alle sicher sein, Kinder bekommen mehr mit als wir Erwachsenen uns vorstellen. Wie also werden sie ihren Kindern erklären, warum sie jemanden – anpissen- wollen, warum und was sie jemanden abschneiden wollen, warum da jemand einen Kopf kürzer gemacht werden soll? Wie und wann erklären sie ihren Kindern, dass man andere Menschen verletzten oder gar töten darf, nur weil dieser anders aussieht oder anders denkt? Vielleicht sogar während des backen von Plätzchen? Ist das wirklich die Botschaft die für Kinder besser sein soll, als etwas über die verschiedenen sexuellen Veranlagungen von Menschen zu lernen? Gewalt ausüben? Ich denke nicht.

Erklären wir unseren Kindern doch lieber, dass sie nichts machen müssen nur, weil es ein Erwachsener verlangt. Sagen und zeigen wir ihnen, dass sie mit ALLEN Problemen zu uns kommen dürfen. Wenn ihnen die sexuelle Aufklärung in der Kita oder der Schule peinlich oder unangenehm sein sollte, sind wir Eltern und Großeltern gefragt. Wir müssen ihnen die Welt erklären sollten sie diese nicht verstehen. Aber sie werden sie auf gar keinen Fall besser verstehen, wenn wir ihnen vorleben, dass man andere auf Grund ihrer Hautfarbe, Religion oder Sexualität, die nicht der ihrigen entspricht, körperliche Gewalt antut oder mit verbalen Entgleisungen belegt. Das ist die falsche Botschaft und sorgt nur für mehr Hass auf dieser Welt, die eigentlich eine friedliche sein sollte. Wir haben nur diese eine, hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln eine, auf die es sich für alle zu leben lohnt.

PS:

Was sagen besorgte Eltern eigentlich ihren Kindern, sollten sie irgendwann feststellen, dass diese Homosexuell sind? Werden sie ihre Kinder verstoßen oder werden sie ihre Arme um sie legen und sagen, dass sie immer ihr Kind bleiben werden und dass sie geliebt werden egal welche sexuelle Orientierung sie haben. Lehren wir sie, dass sie niemals Angst haben müssen, weil sie – anders – sind.

 

 




Veröffentlicht28. November 2016 von Mija in Kategorie "Was zum diskutieren", "Was zum nachdenken

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